Ältere Mitarbeiter erfolgreich führen

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

Tags: , , , , , ,

Eine Beförderung zur Führungskraft ist immer ein großer Erfolg. Doch für Jüngere kann sie auch zur Herausforderung werden, wenn es an Respekt des neuen Teams mangelt.

 

Die meisten Teams sind heute in Bezug auf das Alter der Mitarbeiter sehr heterogen aufgebaut. Was in Fragen der Kompetenz und der gegenseiteigen Ergänzung sehr gut sein kann, kann für junge Führungskräfte auch zum Hindernis werden. Junge und alte Mitarbeiter müssen gemeinsam motiviert werden – wer dabei falsch auftritt kann leicht den Respekt der älteren Mitarbeiter verlieren.

Mit der neuen Position merkt man auch, wie sehr die eigenen Erfolge plötzlich vom Engagement und den Ergebnissen des zu führenden Teams abhängen. Respektlosigkeit kann leicht zu Demotivation führen, was sich wiederum auf die Erfüllung der eigenen Ziele auswirken kann.

Stecken Sie für sich selbst die Ziele ab, die Sie in Ihrer neuen Position erreichen möchten. Danach können Sie eine zielführende Strategie und anhand dieser motivierende Ziele für Ihre Mitarbeiter festlegen. Seien Sie sich Ihrer Ziele und Subziele bewusst, damit Sie selbstbewusst auftreten können und Ihre Mitarbeiter Ihre fachliche Kompetenz als motivierend wahrnehmen. Wer unwissend auftritt, dem wird automatisch weniger Respekt entgegengebracht.

Außerdem sollten Sie für sich selbst festlegen, wie Sie führen möchten. Soll die Beziehung eher distanziert und streng sein oder eher kollegial und kooperativ. Davon hängt zum Beispiel ab, ob Sie den Mitarbeitern das „Du“ anbieten. Berücksichtigen Sie bei Ihrem Führungsstil auch, dass andere Generationen andere Wertvorstellungen besitzen und dementsprechende Erwartungen an Ihren Führungsstil gestellt werden.

Die Motivation von Mitarbeitern lässt im Laufe ihres Lebens nicht nach, sondern begründet sich auf andere Wünsche. Wer jung ist, ist flexibel und meist ungebunden, steht vielleicht erst am Anfang seiner Karriere und ist gerne bereit Überstunden zu machen. Wer älter ist, hat möglicherweise ein Haus, Garten, Familie und Hobbys, die einen höheren Stellenwert als die Arbeit besitzen. Daher ist hier eine andere Work-Life-Balance gefragt.

Es gibt also klare generationsabhängige Unterschiede in Fragen der Motivation. Grundsätzlich sollten Sie dennoch darauf achten, immer alle Mitarbeiter gleich zu behandeln. Setzen Sie sich mit Ihnen auseinander und lernen sie jeden Mitarbeiter kennen, zum Beispiel durch Gespräche unter vier Augen. Gleichbehandlung umfasst auch Fragen wie Gehalt und Weiterbildung: Kürzen Sie auf keinen Fall Älteren das Gehalt mit dem Gedanken, dass sie ja sowieso nicht mehr das Unternehmen wechseln (können). Lassen Sie jedem die Möglichkeit von Weiterbildungsprogrammen zukommen. Setzen Sie sich mit den Problemen aller gleichermaßen auseinander.

Sie können auch gegenseitig voneinander profitieren, indem Sie die erfahreneren Mitarbeiter in Ihre aktuellen Problemstellungen einbeziehen. Seien Sie ehrlich und geben Sie zu, wenn Sie Unterstützung brauchen. Ein Entgegenkommen auf Augenhöhe erleichtert so manche Beziehung: Sie erhalten hilfreiche Informationen und ihr Gegenüber erfährt die Wertschätzung seiner Erfahrung.

Es lässt sich also zusammenfassen, dass Sie sich über Ihre eigene Führungsstrategie im Klaren sein sollten und sich mit Ihren Mitarbeitern und ihren Bedürfnissen und Interessen auseinandersetzen müssen. Gleichzeitig sollten Sie eine nachvollziehbare Fairness und Ehrlichkeit an den Tag legen, um unnötige Demotivation zu vermeiden.

 

Mehr Tipps und Informationen zu Mitarbeiterführung finden Sie hier:

Reinhold Haller: Checkbuch für Führungskräfte. Freiburg, München: Haufe 2015.

Henning Schulze, Klaus Sejkora: Positive Führung – inkl. Arbeitshilfen online. Freiburg, München: Haufe 2015.

Karlheinz Ruckriegel, Günter Niklewski, Andreas Haupt: Gesundes Führen mit Erkenntnissen der Glücksforschung – inkl. Arbeitshilfen online. Freiburg, München: Haufe 2014.

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte bestätigen Sie, dass Sie keine Maschine sind, indem Sie die Rechenaufgabe lösen. Nähere Informationen.