Angestellte Buchhalter: Mit Weiterbildung zum Erfolg

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Manche Berufstätige merken früher oder später, dass sie ihr derzeitiger Beruf nicht ausfüllt. Ein beruflicher Quereinstieg scheint jedoch für den ein oder anderen ein Weg voller Hürden mit unsicheren Zukunftsaussichten zu sein. Dass dies letztendlich nicht unbedingt der Fall ist, zeigt das Beispiel eines ehemaligen Krankenpflegers, der letztlich Bilanzbuchhalter wurde.

von Dennis Gerlitzki, Regional Direktor Amadeus FiRe AG und Dr. Axel Endriss, Vorstand Weiterbildung Amadeus FiRe AG und Geschäftsführer Steuer-Fachschule Dr. Endriss

Wirtschaftsabitur, Zivildienst, Krankenpfleger – in dieser Reihenfolge legte P.S. den Grundstein für seine Laufbahn. Es stellte sich bei ihm jedoch immer mehr der ursprüngliche Berufswunsch heraus, eine Ausbildung zum Industriekaufmann zu absolvieren. Nach dieser Ausbildung arbeitete er als Buchhalter bei verschiedenen Arbeitgebern in der Automobilbranche bis ihn die Wirtschaftskrise und Auslagerungen ins Ausland den Job kosteten. Der Industriekaufmann fand trotz mehrerer Bewerbungen keine Arbeitsstelle in der Buchhaltung. Aus dem Bekanntenkreis erhielt der 43-Jährige den Tipp, sich bei Personaldienstleistern zu bewerben und deren Unternehmenskontakte zu nutzen.

Qualifikationen entscheiden

Im Vorstellungsgespräch erklärte ihm der persönliche Ansprechpartner vom Personaldienstleister Amadeus FiRe anhand einer Analyse seines Lebenslaufes, warum er bei seinen Bewerbungen nur Absagen erhielt:

Es fehlten ihm die entsprechenden Qualifikationen. Daher erarbeitete ihm der Ansprechpartner eine Strategie für eine langfristige berufliche Perspektive, die eine Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter (IHK) in der Steuer-Fachschule Dr. Endriss beinhaltete.

Mit dieser Qualifizierung sollte er anschließend vermittelbar sein. Die Strategie zeigte sich als eine optimale Lösung. Er wurde als Zeitarbeitnehmer in die Buchhaltung eines Nahrungsmittelkonzerns in Frankfurt am Main vermittelt. An seinem neuen Arbeitsplatz bewährte er sich so gut, dass er nach nur 4 Monaten einen Festvertrag vom Kundenunternehmen erhielt. „Dass mein erster Einsatz gleich zu einer Festanstellung bei einem großen, internationalen Unternehmen führte, hat mich natürlich sehr gefreut“, sagt P.S. Zwar handelte es sich hierbei um eine befristete Festanstellung, die jedoch dieses Jahr in eine unbefristete Arbeitsstelle umgewandelt wurde.

Individuelle Beratungen helfen weiter

Das Praxisbeispiel zeigt, dass eine adäquate Qualifizierung die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöht. Doch welche Fortbildungsmaßnahme ist in der jeweiligen beruflichen Situation erfolgversprechend? Die Frage lässt sich umso schwerer beantworten, da es in Deutschland keinen klassischen Ausbildungslehrgang zum Beruf des Buchhalters gibt. Hinzu kommt, dass die Einsatzmöglichkeiten in der Buchhaltung vielfältig sind. Angefangen von der Debitoren-/Kreditoren-, über Lohn- und Gehalts- oder Anlagenbuchhaltung bis hin zur Bilanzbuchhaltung. Darüber hinaus bilanzieren Unternehmen auf Basis nationaler, US-amerikanischer oder internationaler Standards. Auch hier ergeben sich jeweils Unterschiede in den Anforderungen an die Fachkräfte.

Interessierte sind daher bei der Suche nach der richtigen Weiterbildung auf eigene Recherchen, Erfahrungswerte von Fachkräften und Beratungsstellen angewiesen. Anbieterneutrale Informationen zum Finanz- und Rechnungswesen erteilt die Weiterbildungsberatung der Industrie- und Handelskammer. Sie gibt Auskunft zu allen Anbietern, die für Weiterbildungen infrage kommen. Interessierte können sich auch bei der Agentur für Arbeit oder direkt bei privaten Bildungsträgern beraten lassen.

In der Regel bieten Institute, die über eine entsprechende Spezialisierung und ein kontinuierliches Angebot verfügen, kostenfreie Informationsveranstaltungen an und geben auch die Möglichkeit, sich als Gasthörer in eine Vorlesung zu setzen. Das kann eine wichtige Hilfe bei der Wahl der Weiterbildung sein und vermeidet im Zweifelsfall Fehlentscheidungen.

Hohe Relevanz: Aktuelles Fachwissen

Neben einer fundierten kaufmännischen Ausbildung oder einem fachbezogenen Studium sind im Finanz- und Rechnungswesen entsprechende berufsbegleitende Fortbildungsmaßnahmen, besonders mit hohem Aktualitätsgrad, relevant. Das gilt nicht nur für Quereinsteiger und Berufsanfänger, sondern auch für Berufserfahrene. Denn: Unternehmen werden permanent mit neuen Regelungen durch Änderungen vom Gesetzgeber, Gerichten und der Finanzverwaltung konfrontiert. So gewinnen rechtliche und steuerrechtliche Kenntnisse immer mehr an Bedeutung in der Buchhaltung.

Um diese Neuerungen reibungslos in Unternehmen umzusetzen, müssen Mitarbeiter rechtzeitig geschult werden. Den Bedarf an aktuellem Fachwissen haben private Bildungsträger erkannt. Sie identifizieren diese Themen frühzeitig und bieten dazu entsprechende Fortbildungsformate an, die häufig bereits auf die jeweiligen Arbeitsfelder zugeschnitten sind.

Bei größeren Anbietern finden sich daher häufig Update-Seminar-Abonnements, die regelmäßig genau die Themen aufgreifen, die die Fachkräfte zwingend ab dem neuen Kalenderjahr oder dem gesetzlichen Stichtag beherrschen müssen. Solche Update-Abonnements entlasten von eigener Recherchearbeit und bieten in der Regel eine Vielzahl von Alternativterminen und Tagungsorten, so dass sie flexibel genutzt werden können.

Zurzeit sind insbesondere Seminare zum neuen Reisekostenrecht 2014 und internationalen Rechnungslegungsstandards stark gefragt.

In den kommenden Jahren ist mit einer eher höheren Regelungsaktivität seitens des Gesetzgebers zu rechnen, wodurch sich auch in Zukunft ein steigender Fortbildungsbedarf für Fach- und Führungskräfte im Finanz- und Rechnungswesen ergibt.

Fazit

Quereinsteiger und Arbeitssuchende erhalten durch entsprechende Weiterbildungen größere Chancen auf eine Arbeitsstelle. Welche Weiterbildung die richtige ist, hängt von bestehenden Qualifikationen und vom gewünschten Einsatzgebiet des Einzelnen ab.

Für erfahrene Fach- und Führungskräfte lohnt es sich berufslebenslang auf dem neuesten Wissensstand zu halten, um etwa Gesetzesänderungen in Unternehmen reibungslos umzusetzen. Im besten Fall fördern Arbeitgeber aktiv ihre Fach- und Führungskräfte mit Weiterbildungen. So entsteht am Ende für beide Seiten, Arbeitgeber und Mitarbeiter, eine Win-win-Situation. Schließlich hängt der Erfolg der Mitarbeiter und damit auch der Unternehmenserfolg vom aktuellen Fachwissen des Einzelnen ab.

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