Argumentieren Sie sich öfters um Kopf und Kragen?

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Argumentieren; Foto: Adam Borkowski, photos.com

Manchmal ist es wie  verhext:  Ein Gesprächspartner kann und will sich nicht überzeugen lassen – egal welches Argument man vorbringt.  Vielleicht haben Sie sich auch schon um Kopf und Kragen argumentiert.

Was aber ist ein gutes, erfolgreiches Argument? Hier kommt es zunächst darauf an, wie wir „Erfolg“ definieren. Da es uns in erster Linie um Überzeugungssituationen geht – wir benutzen Argumente, um andere Menschen zu überzeugen –, können wir den Erfolg eines Arguments an seiner Überzeugungskraft messen.
Am besten macht man sich die wichtigsten Erfolgsdimensionen eines Arguments klar, wenn man sich ansieht, wie ein Argument fehlschlagen oder zum Einsturz gebracht werden kann. Es gibt zwei prinzipielle Möglichkeiten:
Erstens: Eine oder mehrere der im Argument genannten Prämissen sind falsch oder unakzeptabel. Das Argument wird dann zurückgewiesen, weil die Prämissen nicht als wahr betrachtet werden. Ein Argument mit ersichtlich falschen oder nicht akzeptablen Prämissen besitzt keine Überzeugungskraft.

Beispiel
1. Prämisse: Alle Bayern sind Anarchisten.
2. Prämisse: Sokrates, der Philosoph, war Bayer.
Konklusion: Sokrates war ein Anarchist. 

Dieses Argument ist zwar rein formal betrachtet korrekt, das heißt, die Prämissen stellen eine echte Begründung für die Konklusion dar: Wenn die Prämissen wahr wären, wäre das die Konklusion auch. Das Argument ist aber nicht akzeptabel, weil die zweite Prämisse falsch und die erste zumindest zweifelhaft ist.
Zweitens: Die Prämissen, obwohl wahr und akzeptabel, stehen nicht in der richtigen Begründungsbeziehung zur Konklusion. Die genannten Prämissen liefern keine echte Begründung, sie sind für die Richtigkeit der Konklusion nicht relevant. In diesem Fall können die genannten Prämissen zwar für sich genommen wahr oder akzeptabel sein, aber sie liefern keine Begründung der Konklusion.

Beispiel
1. Prämisse: Alle Japaner haben schwarze Haare.
2. Prämisse: Michael Jackson hatte schwarze Haare.
Konklusion: Michael Jackson war ein Japaner. 

Dieses Argument ist nicht akzeptabel. Denn die Prämissen sind zwar alle wahr, aber sie stehen nicht in der richtigen Beziehung zur Konklusion. Die Prämissen liefern keine echte Begründung. Dieses Argument ist (logisch) nicht korrekt.

Wichtig: Wenn Sie argumentieren, sollten Sie an folgende Dinge denken:

– Prüfen Sie, ob die Prämissen Ihrer Argumente wahr sind oder ob sie die Chance haben, vom Gesprächspartner   (Adressaten) akzeptiert zu werden.
– Überlegen Sie, ob und wie die Prämissen Ihrer Argumente selbst wieder gestützt, das heißt begründet werden könnten.
– Überlegen Sie außerdem, ob die genannten Gründe für Ihre Konklusion wirklich relevant sind: Handelt es sich um echte Gründe?

Umgekehrt können Sie Argumente prinzipiell auf folgende Art und Weise kritisieren:
– Sie bezweifeln die Prämissen.
– Oder Sie bezweifeln die Korrektheit des Arguments, indem sie zum Beispiel kritische Fragen stellen oder zeigen, dass es sich um einen Fehlschluss handelt.

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