Berufswunsch: Personaler – Einstiegswege

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Studium

Einstieg ins Personalwesen – per Studium

„Wir beobachten deutlich einen Trend zur Akademisierung und Höherqualifizierung“, sagt Professor Jutta Rump, Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) an der Fachhochschule Ludwigshafen. Wirklich durchlässig ist der Bereich Human Resources für Einsteiger allerdings auch mit Studium immer noch nicht.

Betrachtet man die Stellenanzeigen für Personalreferenten, Personalmanager und HR-Mitarbeiter, so wird schnell klar, dass Geisteswissenschaftler meist nicht zu den Wunschkandidaten gehören. Das Gros der von uns ausgewerteten Annoncen der Jobbörse StepStone im Zeitraum vom 1. bis zum 20. Oktober 2009 verlangt vielmehr ausdrücklich ein BWL-Studium, fast immer gekoppelt mit dem Zusatz „Schwerpunkt Personal“. Einige Arbeitgeber erlauben es in ihren Anzeigen auch Juristen und Psychologen, die sich auf Arbeitsrecht, Arbeitspsychologie und andere HR-Themen spezialisiert haben, den Kontakt aufzunehmen. Bei bundesweit 27.388 im Jahr 2008 bestandenen Prüfungen im Fach BWL, 10.145 Abschlussprüfungen in Jura und 4.835 bestandene Prüfungen in Psychologie scheint die Konkurrenz ziemlich groß, auch wenn nicht alle Prüflinge in den Personalbereich streben und eine entsprechende Spezialisierung vorweisen können.

Klassisches Studienfach: BWL mit Schwerpunkt HR

Für strategische Aufgaben und eine Führungslaufbahn im HR-Bereich qualifiziert klassischerweise ein BWL-Studium, idealerweise mit einem personalwirschaftlichen Schwerpunkt. Professor Dieter Wagner, Inhaber des Lehrstuhls für Organisation und Personalwesen an der Universität Potsdam sowie Herausgeber der Zeitschrift „Personal“, und Dr. Sascha Armutat (DGFP) haben in einer Studie die aktuelle Situation des Studienfachs Personal an deutschen Hochschulen untersucht. Insgesamt lässt sich dabei erkennen, dass an Fachhochschulen das Fach Personalmanagement häufiger und intensiver vermittelt wird als an Universitäten. Rein auf Personalmanagement spezialisierte grundständige Studiengänge bieten in Deutschland nur die FH Ludwigshafen (Studiengang „Internationales Personalmanagement und Organisation“) und die Hochschule Pforzheim (Studiengang „Personalmanagement“).

Spezialisierte Aufbaustudiengänge

Daneben versprechen zahlreiche auf HR-Management spezialisierte Aufbaustudiengänge, die in der Regel einen ersten akademischen Abschluss und mehrere Jahre Berufspraxis voraussetzen, gute Aufstiegsmöglichkeiten im Personalbereich. Meist können diese Studiengänge berufsbegleitend als Fernstudium absolviert werden und schließen mit einem „Master of Arts (MA)“ beziehungsweise „Master of Science (MSc)“ oder mit dem „MBA“ ab. So bietet beispielsweise die Katholische Universität Eichstätt/Ingolstadt ab März 2010 den „Executive Master of Leadership in Human-Resource-Management (HRM-Master)“. Zu beachten ist, dass diese Aufbaustudiengänge sich teilweise stark in ihrer Ausrichtung unterscheiden. So legt beispielsweise die FH Deggendorf in ihrem MBA-Studiengang für Personaler den Schwerpunkt auf „Personal- und Organisationsentwicklung“. Noch spezialisiertere Inhalte finden aufstrebende HR-Talente an der Universität Mannheim mit dem Studiengang „Master für Personalwesen und Arbeitsrecht“, der Juristen für eine Tätigkeit im Personalressort qualifizieren will. Ähnlich spezialisiert ist der Studiengang „Recht, Personalmanagement und -psychologie“ der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel.

Lesen Sie auf der folgenden Seite, wie Sie per Ausbildung ins Personalwesen einsteigen können.

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Kommentare

  • Marc sagt:

    Bei alledem wird leicht übersehen, dass keine einzelne Qualifikation die spannende „Mixtur“ aus Zertifikaten, Fähigkeiten und persönlichem Wirken ersetzen kann.
    Und dass Geistes- und Sozialwissenschaftler per se keine Wunschkandidaten der Unternehmen sind, ist auch mehr ein Gerücht von gestern als heute noch gültig. In den großen Konzernen sind sie längst gern gesehen.
    Es kommt nur – wie immer – auf den richtigen Mix an. Wer Persönlichkeit hat, und Selbstbewusstsein und Biss, der/die geht auch seinen/ihren Weg…
    Und es gibt so viele Wege, das unter Beweis zu stellen. Weniger „Standardlebensläufe“, mehr Vielfalt und „krumme Wege“, auch das macht Personalarbeit authentisch!

    • Sabine sagt:

      Ich sammle gerade gegenteilige Erfahrungen. Seit knapp einem Jahrzehnt als Sozialpädagogin und Bildungsbegleitung (JobCoach) im Bereich der Arbeitsmarktdienstleistungen tätig und mit umfassenden Kenntnissen in Rekrutierung und Bewerberauswahl (nur von der „Gegenseite“, -ich vermittle Menschen in Arbeit und Ausbildung durch kreative Förderprozesse und in direktem Kontakt mit Arbeitgebern, etc.) erlebe ich, dass der HR-Bereich sehr wohl noch immer sehr verstockt ist, was die Personalerauswahlt betrifft. Mir wurde im Bewerbungsverfahren immer wieder mitgeteilt, dass ich wenigstens einen Abschluss in einem kaufmännischen Beruf haben sollte, damit man mir Verwaltungstätigkeiten „zutrauen“ könne. Eine „niedrigwertigere“ Ausbildung (die ich ohne Studium, etc. hätte beginnen können), wird hier höher angesehen, als meine gesamte berufliche Qualifikation, die sehr viele Verwaltungs-, Korrdinations- und Auswahltätigkeiten beinhaltet. Somit kann ich aufgrund meiner Erfahrungen behaupten, dass in Deutschland eben keine „Persönlichkeiten“, sondern reine Zertifikatsinhaber gesucht werden.

  • Janina sagt:

    Ich habe BWL mit Schwerpunkt studiert und frage mich ständig, warum. Ich jeder Anzeige aus dem Personalbereich wird ständig nach Fähigkeiten wie Lohnabrechnung, Reisekostenabrechnung usw gefragt, die einem nur in einer Ausbildung, nicht aber im Studium vermittelt werden. Leider habe ich keine relevanten Praktika neben dem Studium absolviert, weil ich auf Grund eines Werkstudentenjobs keine Zeit dafür hatte. Tja und jetzt sitz ich da mit meinem Abschluss und kein Mensch will mich einstellen, weil es doch viel günstigere Leute gibt, die in der Ausbildung alles mögliche praxisrelevante gelernt haben und ich eben nicht. Ich frag mich ernsthaft, wozu Personal an Universitäten überhaupt unterrichtet wird, für den Einstieg in den Beruf bringt es auf jeden Fall nichts. Hätte ich bloß eine Ausbildung im Personalbereich gemacht…

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