Bewerbungshürde: Assessment Center

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Immer mehr Unternehmen haben es sich zur Gewohnheit gemacht, ihre Bewerber durch ein Assessment Center zu schicken, um die passenden Mitarbeiter zu finden. Das Assessment Center gilt dabei als eines der schwierigsten und härtesten Personalauswahlverfahren. Es ist ein Auswahlverfahren, das vor allem bei Hochschulabsolventen, Nachwuchsführungskräften und Führungspersonal eingesetzt wird. Mithilfe eines Assessment Centers erhoffen sich Unternehmen, einen Blick auf die Kompetenzen der Bewerber werfen zu können, der über das fachliche Know-how hinausgeht. Angesichts der komplexen und anspruchsvollen Anforderungen an einen Mitarbeiter bzw. an Führungskräfte reicht heute die rein fachliche Qualifizierung nicht mehr aus. Auch im Bereich der sozialen Kompetenzen müssen die Bewerber einiges zu bieten haben, um den beruflichen Alltag erfolgreich meistern zu können.

Wenn Sie zu einem Assessment Center eingeladen werden, haben Sie bereits einen wichtigen Schritt hin zu Ihrem Traumjob geschafft und die erste Hürde im Auswahlverfahren genommen. Das bedeutet, dass das Unternehmen, bei dem Sie sich beworben haben, Ihnen die fachliche Bewältigung des Aufgabenbereichs zutraut. Nun möchte der potenzielle Arbeitgeber erfahren, ob Sie ihr Wissen auch anwenden können und die notwendige soziale Kompetenz für den Job mitbringen. Das betrifft folgende Eigenschaften:

  • Zwischenmenschliche Fähigkeiten (Kommunikationsfähigkeit/Überzeugungskraft/Konflikt- und Problemlösungsfähigkeit/Teamfähigkeit und Kooperationsvermögen etc.)
  • Administrative Fähigkeiten (Entscheidungsfähigkeit/Delegationsfähigkeiten/Organisations- und Planungsfähigkeit)
  • Analytische Fähigkeiten (Strukturiertes Denken/Kombinations- und Analysefähigkeiten)
  • Leistungsverhalten (Einsatz- und Leistungsbereitschaft/Motivation/Zielorientierung/ Ausdauer/Belastbarkeit/Flexibilität und Mobilität)

 

Diese Eigenschaften werden mit Hilfe von verschiedenen Aufgaben und Prüfungen getestet. Da jeder Arbeitgeber einen anderen Schwerpunkt bei der Auswahl seiner Mitarbeiter setzt, hängt die Zusammenstellung der Übungen von den jeweiligen Bedürfnissen des Unternehmens ab. Folgende Aufgaben können Ihnen u.a. im Assessment Center begegnen:

 

Gruppendiskussionen

  • Führerlos oder mit Moderator
  • Mit oder ohne vorgegebener Rolle
  • Mit oder ohne vorgegebenem Thema

 

Rollenspiele

  • Mitarbeitergespräch
  • Kunden- bzw. Verhandlungsgespräch
  • Diskussionsrunden

 

Präsentationen und Vorträge

  • Mündliche Präsentation eines vorgegebenen oder selbst gewählten Themas, eine anschließende Diskussion mit den Beobachtern ist möglich
  • Schriftliche Ausarbeitung eines vorgegebenen Themas, eine anschließende Diskussion mit den Beobachtern ist zwar möglich, aber eher selten

 

Selbstpräsentation

  • Mündliche Präsentation
  • Schriftliche Kurzbeschreibung, Fließtext oder Ausfüllen eines Fragebogens

 

Postkorbübung

  • Schriftliche Lösungspräsentation mit oder ohne anschließende Befragung
  • Mündliche Lösungspräsentation mit oder ohne anschließende Befragung

 

Planspiele, Schätzaufgaben und Fallstudien

  • Einzelübung mit schriftlicher oder mündlicher Präsentation
  • Gruppenübung mit schriftlicher oder mündlicher Präsentation

 

Interviews

  • Persönliches Gespräch, meist mit Personalentscheidern

 

 

Weiter informationen rund um das Thema Assessment Center finden Sie auch hier:

Jasmin Hagmann: Assessment Center. Haufe: Freiburg, München 2015.

Klaus D. Leciejewski/Christof Fertsch-Röver: Assessment-Center. 5. Auflage, Haufe: Freiburg, München 2007.

Kommentare

  • Vielen Dank für diese Zusammenstellung. Bietet den Lesern bzw. AC-Einsteigern einen sehr guten Einblick in die Strukturen („Einsteigern“ weil man über das Thema endlos schreiben könnte). Vielleicht ergänzend nur: Ich höre vermehrt von Freunden und Bekannten, dass sich die „AC-Kultur“ – so nenne ich es jetzt mal – in letzter Zeit weg von einer konkurrenzorientierten bis hin zur einer kooperativen bewegt. Eine schöne Entwicklung wie ich finde. Was bringen einem auch Bewerber, die sich am großen Entscheidungstag als nicht-sie-selbst verkaufen. Insofern damit irgendwie ein Aufruf – hauptsache authentisch!

    VG an die Redation, Bartek

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