Buchtipps zum Semesterstart

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Das Semester läuft schon und noch gibt es einige Wissenslücken, die schnell aufgefüllt werden müssen? Dann kommen unsere Buchtipps ja gerade recht. Hier finden HR-Studenten genügend Stoff, um den Prof zu beeindrucken.

Die Redaktionen der Zeitschriften „Personalmagazin“ und „Wirtschaft und Weiterbildung“ stellen in jeder Ausgabe neue Bücher aus dem HR-Bereich vor und bewerten sie. Wir haben einige herausgegriffen, die auch für Studenten im Bereich des Personalwesens interessant sein könnten.

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Hans-Gerd Ridder: Personalwirtschaftslehre. 380 Seiten, Kohlhammer, Stuttgart, 4. Auflage 2013. 29,90 Euro.

Wer noch am Anfang des HR-Studiums steht, kann ein gutes Grundlagenwerk gebrauchen. Hans-Gerd Ridder hat sein Buch namens „Personalwirtschaft“ gerade neu aufgelegt.

Inhalt: Hans-Gerd Ridder ist Direktor des Instituts für Personal und Arbeit an der Leibniz Universität Hannover. 1999 hat er sein Grundlagenwerk verfasst, das alle Facetten der praktischen Personalarbeit abdeckt – von Personalplanung und -beschaffung bis Motivation und Führung. Ergänzt werden diese Ausführungen durch ein Kapitel, das in die theoretischen Grundlagen der Personalökonomik einführt und Ansätze des strategischen HR-Managements vorstellt. Im Buch steht nicht das Praxishandeln im Vordergrund, sondern die Vermittlung von theoriegeleitetem Wissen,  um eine verallgemeinerungsfähige Einsicht in die Praxis zu gewährleisten. Soeben ist die vierte Auflage erschienen, die in den Themen Personalentwicklung und Führung vertieft wurde.

Bewertung: Das Buch richtet sich in erster Linie an Bachelorstudenten, die es mit den Grundlagen der verschiedenen HR-Disziplinen sowie mit unterschiedlichen Managementansätzen vertraut macht.

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Jörg Knoblauch, Jürgen Kurz: Die besten Mitarbeiter finden und halten. 234 Seiten, Campus-Verlag, Frankfurt am Main, 2013. 34,99 Euro.

Dieses Buch hilft HR-Studenten gleich doppelt: Es führt eine grundlegende Einführung in den Recruiting-Prozess und es hilft Absolventen zu verstehen, wie die Unternehmen bei der Personalauswahl ticken.

Inhalt: Die Autoren Jörg Knoblauch und Jürgen Kurz bringen es auf den Punkt: „Es gibt A-, B- und C-Mitarbeiter. Der A zieht den Karren, der B geht nebenher und der C sitzt obendrauf und lässt sich ziehen.“ Ziel jedes Unternehmens sollte es also sein,  möglichst viele Stellen – nicht nur die Schlüsselpositionen – mit A-Mitarbeitern zu besetzen und diese zu halten. Im ersten Schritt geht es darum, den Blick für A-, B- und C-Mitarbeiter zu schärfen. In weiteren Schritten muss das Unternehmen attraktiver gemacht werden, damit potenzielle A-Mitarbeiter es kennen- und wertschätzen lernen. Und die Suche nach Mitarbeitern muss professionalisiert werden. Für die nachfolgende Personalauswahl empfehlen die Autoren einen neunstufigen Prozess. Dieser Prozess beginnt bei einer Definition von Anforderungsprofil und Zielen, beinhaltet telefonische und persönliche Interviews sowie das Einholen von Referenzen und endet mit definierten Meilensteinen für die Probezeit. In weiteren Kapiteln erläutern die Autoren, wie Firmen gute Auszubildende für sich gewinnen und mit welchen Maßnahmen  Unternehmen Fehlbesetzungen vermeiden können. Denn die richtigen und nicht stets nur die besten Mitarbeiter einzustellen, ist die Königsdisziplin des Personalwesens. Fehlentscheidungen können dabei nicht durch Weiterbildung aufgewogen werden.

Bewertung: Eine Unterteilung der Mitarbeiter in A-, B- und C-Klassen ist nicht unumstritten. Doch Autor und Managementberater Jörg Knoblauch ist der Auffassung, dass diese Methode gerade auch den C-Mitarbeitern hilft, denn oftmals sind diese Personen am falschen Platz beschäftigt oder werden falsch geführt. Das Buch, das soeben in dritter Auflage erschienen ist, stellt zahlreiche Beispiele, Checklisten und Tipps für die praktische Anwendung bereit.

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Uta Rohrschneider, Hanna Haarhaus, Sarah Friedrichs, Marie-Christine Lohmer: Erfolgserprobte Einstellungsinterviews. 299 Seiten, Businessvillage, Göttingen, 2013. 34,99 Euro.

Auch dieses Buch ist gleichermaßen für HR-Studenten, die sich für die Personalauswahl interessieren als auch für Berufseinsteiger, die sich auf Vorstellungsgesrpäche vorbereiten, interessant.

Inhalt: Das Personalauswahlgespräch hilft dabei, herauszufinden, welche Potenziale ein Bewerber mitbringt, was ihn motiviert und wie seine Persönlichkeit strukturiert ist. Doch nur wenn er das Einstellungsinterview richtig angeht, gelingt es dem Personaler, einen Kandidaten nicht nur oberflächlich kennenzulernen, sondern auch seine tiefer liegenden Persönlichkeitsmerkmale zu erkennen. Deshalb stellen die Autorinnen Tipps für die Gestaltung von Interviews bereit und liefern Beispielfragen. Zudem beschreiben sie Übungen, die relativ unkompliziert in das Interview integriert werden können – von der Selbstpräsentation bis zu Stegreif-Rollenspielen.

Bewertung: Auch wer regelmäßig Personalauswahlgespräche führt, kann anhand der praxisnahen Ausführungen überprüfen, was dabei noch zu verbessern ist.

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Oliver Müller: Coach-Auswahl im Personalmanagement. 126 Seiten, Cornelsen Verlag, Berlin, 2012. 9,95 Euro.

Wer sich im Studium schon auf Coaching als eine Form der betrieblichen Weiterbildung konzentriert, kann mit diesem Buch wichtige Tipps zur praktischen Anwendung bekommen. Der Autor zeigt, wie Personaler Coachs auswählen sollten.

Inhalt: Über Coaching ist mittlerweile eine Vielzahl an Büchern erschienen. Aber die Auswahl geeigneter Coachs für das Unternehmen ist kaum Gegenstand publizistischer Betrachtungen. Diese Lücke will Oliver Müller mit einem praxisnahen Buch schließen, das sich an den Qualitätskriterien des Deutschen Coaching Verbands orientiert. Er beschreibt Wege und Quellen, um einen geeigneten Coach zu finden, und er schildert wichtige Kriterien, die ein professioneller Coach mitbringen sollte. Er geht auf Honorare und Vertragsgestaltung ein und erläutert, wie Unternehmen einen eigenen internen Coach-Pool aufbauen können. Auch auf unterschiedliche Coaching-Richtungen geht er ein.

Bewertung: Ein kompaktes, praxisorientiertes Buch, das auch auf Inhalte von Coaching-Ausbildungen und Zertifizierungen eingeht. Das Ganze wird ergänzt mit Interviews, Beispielen, Checklisten und Übungen. Der Autor selbst ist Lehr-Coach und Mitbegründer des Deutschen Coaching Verbands.

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Dieter Frey/Lisa Schmalzried: Philosophie der Führung: Gute Führung lernen von Kant, Aristoteles, Popper & Co., Springer, Berlin 2013, 341 Seiten, 29,99 Euro

Führung ist ein wichtiger Themenkomplex im Personalwesen. Wer seinen Prof damit beeindrucken will, dass er sogar grundlegende philosphische Führungstheorien von kant, Aristoteles und Popper drauf hat, sollte sich dieses Buch durchlesen.

Inhalt: Was können Führungskräfte von Kant, Rousseau, Popper, Hobbes und Kollegen lernen? Das zeigen Dieter Frey und Lisa Schmalzried in ihrem Buch „Philosophie der Führung“: Sie können aus den unterschiedlichen Philosophien lernen, ethikorientiert zu führen. Um dies zu erläutern, geben die Autoren zunächst einen Abriss über die psychologischen Grundlagen der Führung.
Diesem folgt eine Auswahl an (Führungs-)Philosophien: Sie beginnt mit den Moraltheoretikern wie Kant und Mills und führt über die Vertragsphilosophen (zum Beispiel Hobbes und Rousseau) zu den Nicht-Moraltheoretikern (Popper und Lessing). Jedes Kapitel gibt eine ausführliche Übersicht über die Theorie der Philosophen und deren Bedeutung für die Führung. Beispielsweise kann die ethikorientierte Führungskraft von Kant den kategorischen Imperativ übernehmen. Aber schon der Vergleich mit Mills zeigt, dass die Philosophien unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten aufzeigen: Während das oberste Handlungsprinzip bei Kant das Glück des einzelnen Mitarbeiters wäre, müsste die Führungskraft, wenn sie sich auf Mills stützt, das allgemeine Glück in seinem Team maximieren.
Das abschließende Beispiel aus Lessings Ringparabel zeigt denn auch die Haltung auf, die die Autoren gegenüber den verschiedenen und streckenweise konkurrierenden Theorien mitbringen: Es gibt nicht die eine richtige Führungsphilosophie, auch hier ist Toleranz gefragt. Vielmehr sollten die Theorien den Führungskräften als Fundus von Führungsstilen und Handlungsmöglichkeiten dienen, aus dem diese dann situativ wählen können. Die Autoren zeigen Vor- und Nachteile der einzelnen Theorien auf und grenzen diese gegeneinander ab. „Philosophie der Führung“ ist ein erleuchtendes Buch über die Mutter aller Wissenschaften, das auch für Nicht-Führungskräfte bestens geeignet ist, mit einem noblen Zweck: Gute Führung in allen Lebensbereichen.

Bewertung: Am schönsten formulieren die Autoren den Anspruch an gute Führung selbst, wenn sie am Ende von Platon inspiriert zusammenfassen: „Wenn nicht die Philosophen Führungskräfte werden oder die, welche jetzt Führungskräfte genannt werden, echt und ausreichend zu philosophieren beginnen, und wenn nicht dies in eines zusammenfällt, Macht und Philosophie […], dann gibt es kein Ende der Übel, weder in den Schulen, Universitäten oder Unternehmen.“ Hoffentlich findet das Buch nicht nur dort viele Leser.

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Michael Ehlers: Kommunikationsrevolution Social Media. 239 Seiten, Börsenmedien AG, Kulmbach, 2013. 19,90 Euro.

So manch ein Student kennt sich mit Social Media wesentlich besser aus als ein Personaler, der über diese Medienkanäle Bewerber anlocken soll. Dieses Buch bietet HR-Studenten gute Einblicke, um das Know-how über Social Media auch in der Personalarbeit anwenden zu können.

Inhalt: Wie sich die öffentliche Kommunikation in den vergangenen Jahren verändert hat, beschreibt Michael Ehlers. Zwar ist das Thema Social Media nicht mehr ganz taufrisch, hat heute doch fast jeder PC-Arbeitnehmer mit dem Web 2.0 zu tun. Aber wer sich in diesem Umfeld noch unsicher fühlt, erhält hier grundlegende Informationen über die Funktionsweise von Twitter, Facebook, Xing und Co. Der Autor stellt die Vorteile der einzelnen Medien vor, beschreibt die Gefahren von unüberlegten Veröffentlichungen und erläutert, wie ein Twitter-Account oder Xing-Unternehmensprofil aussehen sollte. Auch Themen wie Unternehmens-Blogs und Social-Media-Monitoring werden angesprochen.

Bewertung: Der Autor geht sowohl auf die Präsentation der eigenen Person in Social Media als auch auf Unternehmensdarstellungen ein. HR-Themen werden nicht speziell beschrieben. Schön ist ein kleines Glossar am Buchende, etwas befremdlich ein Interview mit dem Autor selbst am Buchanfang.

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