Das Arbeitszeugnis – Visitenkarte oder Karrierehemmer?

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Ein Arbeitszeugnis ist wie eine Visitenkarte bei der Bewerbung und hat deswegen eine enorme Bedeutung für die weitere berufliche Entwicklung. Schlampige oder falsch formulierte Arbeitszeugnisse können somit ein Karrierehemmer sein, wohingegen gute Zeugnisse schon die halbe Miete beim Bewerbungsgespräch sein können.

 

 

 Weshalb ist das Arbeitszeugnis so wichtig?

Das Arbeitszeugnis nimmt neben Anschreiben und Lebenslauf einen hohen Stellenwert als Informationsquelle ein. Gerade wenn Personalchefs viele Bewerbungen vorliegen, muss ein schnelles Bild vom Bewerber gewonnen werden. In einem qualifizierten Arbeitszeugnis kann man Angaben darüber finden, was auf einer früheren Arbeitsstelle geleistet wurde, welche Tätigkeiten verrichtet wurden und wie der vergangene Arbeitgeber dies beurteilt. Auch gilt: Je höherrangig die Stelle, desto wichtiger das Arbeitszeugnis!

 

Worauf muss man bei einem Arbeitszeugnis achten?

Ein Arbeitgeber ist bei der Ausstellung eines Arbeitszeugnisses verpflichtet  einerseits ein wahres und andererseits ein wohlwollendes Zeugnis zu erstellen, damit die weitere berufliche Entwicklung eines Arbeitnehmers eventuell nicht gestört wird. Dies hat dazu geführt, dass Arbeitszeugnisse in der Regel NUR positiv formuliert sind und sich auf den ersten Blick, für einen Laien, positiv anhören. Um dennoch eine wahrheitsgemäße Aussage über den Arbeitnehmer zu treffen, hat sich eine Art Geheimsprache entwickelt, die die meisten Personalchefs auch richtig zu deuten wissen. Dies kann einerseits über Formulierungen, aber auch durch Auslassungen, Leerstellen, der Reihenfolge oder dem optischen Erscheinungsbild des Arbeitszeugnisses geschehen.

 

Wie Arbeitgeber „Noten“ vergeben

Um einen Arbeitnehmer mit einer Schulnote (1 – sehr gut bis 6 – ungenügend) zu beurteilen, wird meist auf bestimmte Formulierungen zurückgegriffen. So steht „… erledigte seine Aufgaben stets selbstständig mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit“ für sehr gut, wohingegen „…Arbeitsqualität entsprach meistens den Anforderungen“ für ungenügend steht. Auch spielt die Reihenfolge eine Rolle bei der Beurteilung. Wenn beispielsweise unwichtige Aufgaben, die ausgeführt wurden, im Verhältnis zu wichtigen Aufgaben überbetont und detailliert beschrieben werden, bringt der Arbeitgeber hier eine negative Beurteilung zum Ausdruck.

 

Wie kommt man zu einem Arbeitszeugnis?

In der Regel bekommt man ein Arbeitszeugnis bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Sollte dies nicht der Fall sein, kann der Arbeitnehmer ausdrücklich ein Arbeitszeugnis verlangen und der Arbeitgeber ist dann seinerseits auch verpflichtet, ein Zeugnis auszustellen. Achtung: Wenn man nicht ausdrücklich ein qualifiziertes, sprich ausführliches, Arbeitszeugnis verlangt, kann es passieren, dass „nur“ ein einfaches Arbeitszeugnis ausgestellt wird. Ein einfaches Arbeitszeugnis enthält lediglich eine Beschreibung der Art und Dauer des Beschäftigungsverhältnisses und die persönlichen Daten des Arbeitnehmers. Angaben zum Arbeitsverhalten, der Führung und der Arbeitsleistung sucht man hier vergebens. Da viele Arbeitgeber ihre Entscheidung für ein Beschäftigungsverhältnis auf Basis des bisherigen Arbeitsverhaltens und der  Leistung des Arbeitnehmers beurteilen, kann ein einfaches Arbeitszeugnis von einem potenziellen Arbeitgeber negativ gedeutet werden.

 

Buchtipp:

Wie man Beurteilungen in Arbeitszeugnissen richtig deutet, was sich hinter freundlichen Formulierungen verbirgt, wie man unerlaubte Informationen und Geheimzeichen erkennen kann und welche rechtlichen Grundlagen für ein Arbeitszeugnis gelten, kann man im Taschenguide „Arbeitszeugnisse. Entschlüsseln und mitgestalten.“ von Anne Backer nachlesen. http://shop.haufe.de/arbeitszeugnisse

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