Datenschutz im Bewerbungsalltag

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Bewerbungen beinhalten viele persönliche Informationen rund um den Bewerber und dessen Qualifikation. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit diese Daten geschützt sind und welche Daten vom Arbeitsgeber überhaupt abgefragt werden dürfen.

Grundsätzlich können Sie sich bei der Frage nach dem Datenschutz für Jobsuchende am Paragraf 32 des Bundesdatenschutzgesetzes orientieren:

 

§ 32 Datenerhebung, -verarbeitung und -nutzung für Zwecke des Beschäftigungsverhältnisses

(1) Personenbezogene Daten eines Beschäftigten dürfen für Zwecke des Beschäftigungsverhältnisses erhoben, verarbeitet oder genutzt werden, wenn dies für die Entscheidung über die Begründung eines Beschäftigungsverhältnisses oder nach Begründung des Beschäftigungsverhältnisses für dessen Durchführung oder Beendigung erforderlich ist. Zur Aufdeckung von Straftaten dürfen personenbezogene Daten eines Beschäftigten nur dann erhoben, verarbeitet oder genutzt werden, wenn zu dokumentierende tatsächliche Anhaltspunkte den Verdacht begründen, dass der Betroffene im Beschäftigungsverhältnis eine Straftat begangen hat, die Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung zur Aufdeckung erforderlich ist und das schutzwürdige Interesse des Beschäftigten an dem Ausschluss der Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung nicht überwiegt, insbesondere Art und Ausmaß im Hinblick auf den Anlass nicht unverhältnismäßig sind.

(2) Absatz 1 ist auch anzuwenden, wenn personenbezogene Daten erhoben, verarbeitet oder genutzt werden, ohne dass sie automatisiert verarbeitet oder in oder aus einer nicht automatisierten Datei verarbeitet, genutzt oder für die Verarbeitung oder Nutzung in einer solchen Datei erhoben werden.

(3) Die Beteiligungsrechte der Interessenvertretungen der Beschäftigten bleiben unberührt.

 

Danach darf alles, für das Bewerbungsverfahren Relevante, abgefragt werden. Dazu zählen die vorhandenen Qualifikationen, Kontaktdaten und das Geburtsjahr. Das genaue Geburtsdatum dagegen zählt zu den sensiblen Fragen, die nicht beantwortet werden müssen. Neben diesen Daten wird unter anderem auch nach Gesundheitschecks, polizeilichem Führungszeugnis, Drogentests und Blutuntersuchungen gefragt. Zum Teil müssen diese Daten mitgeteilt werden, wenn sie für den angestrebten Beruf relevant sind. Für einen Job bei der Polizei oder als Anwalt ist es durchaus üblich nach dem polizeilichen Führungszeugnis zu fragen. Bluttests sind nicht erlaubt, da man damit Genuntersuchungen machen kann und dies als ein Eingriff in die Grundrechte gilt. Drogentests sind zwar auf Arbeitgeberseite beliebt, liegen aber in einem Graubereich und der Arbeitgeber kann rechtlich nicht darauf bestehen.

Bewerbungsunterlagen offen von Abteilung zu Abteilung zu schicken, ist nicht erlaubt, passiert in der Realität aber ständig. Ebenso tabu ist das Weiterleiten von E-Mail-Bewerbungen, in denen sensible Daten und Dokumente wie Zeugnisse einfach als Anhang enthalten sind.

Daten, die im Zuge eines Bewerbungsverfahrens erhoben werden, dürfen nach Zustimmung der Bewerber längerfristig gespeichert werden. Haben Sie dem nicht zugestimmt, können die Daten trotzdem gespeichert werden, dann aber nur für ein Jahr. Im Prinzip sollten die erhobenen Daten jedoch nach dem Bewerbungsprozess gelöscht werden. Grundsätzlich bleiben die Daten aber für den Fall gespeichert, wenn der neu ausgewählte Arbeitnehmer kurzfristig wieder abspringt oder eine andere Stelle zeitnah ausgeschrieben wird. Wer mit der Speicherung seiner Daten nicht einverstanden ist, kann diese nach dem Bundesdatenschutzgesetz Paragraf 35 löschen lassen und einen Nachweis darüber verlangen.

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