Der richtige Umgang mit Fehlern für Berufseinsteiger

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Fehler passieren. Sie sind ein Teil unseres Alltags – und trotzdem bringen sie uns immer wieder schnell aus dem Gleichgewicht. Eigene Fehler sind uns oft peinlich; manchmal ärgern sie uns über Jahre. Auch den Missgeschicken anderer begegnen wir meist mit wenig Verständnis. Schnell gehen die Emotionen hoch, werden Schuldige gesucht und Vorwürfe gemacht.

Es gibt viele Möglichkeiten, auf Fehler zu reagieren. Nur wenigen Menschen gelingt es, Fehler nachhaltig abzustellen und für die Zukunft zu vermeiden. Nur dort, wo ruhig und sachlich mit Fehlern umgegangen wird, können alle Beteiligten aus dem Schaden, der entstanden ist, klug werden. Nur in einer positiven Fehlerkultur können alle Beteiligten aus Fehlern lernen.

Werden Fehler nicht erkannt bzw. nicht behoben, können selbst scheinbar kleine Fehler gravierende Folgen nach sich ziehen. Im Berufsalltag können durch Fehler, die anfangs mit nur geringem Aufwand behoben werden könnten, später hohe Folgekosten entstehen. Forscher sprechen gar von einer Zehner-Regel, die besagt, dass die Kosten zur Behebung eines Fehlers mit jedem folgenden Prozess- oder Bearbeitungsschritt um das Zehnfache steigen. Es liegt also sowohl im Interesse des Geschädigten, als auch im Interesse des Verursachers – der so für geringeren Schaden gerade stehen muss – mit Fehlern offen umzugehen. Dies ist jedoch für beide Seiten nicht gerade einfach. Wer durch einen Fehler geschädigt wird, will möglicherweise seine Wut am Verursacher auslassen. Doch dadurch wird der Fehler nicht behoben, sondern vielmehr der offene Umgang mit Fehlern verhindert. Wer einen Fehler macht, würde diesen naturgemäß am liebsten verschweigen – erst recht, wenn eine wütende Standpauke zu erwarten ist.

Dabei ist zu bedenken, dass wer einen Fehler macht, nicht in böser Absicht handelt. Ein Fehler ist mitunter eine Handlung, die man bewusst setzt, doch ohne deren negative Folgen zu beabsichtigen und im Glauben, es gut und richtig zu machen. Fehler passieren auch oft aus Versehen. In einer positiven Fehlerkultur wird deshalb nicht nach Schuldigen gesucht, sondern nach Ursachen. Es ist nicht entscheidend „wer“ einen Fehler gemacht hat, sondern „warum“ dieser passiert ist. Nur so kann daraus eine Lehre gezogen werden. Besonders im Arbeitsalltag können sich Fehler als Chance entpuppen, Schwachstellen in den Arbeitsabläufen aufzudecken. Viele Fehler, die „jedem passieren könnten“, weisen genau auf solche Schwachstellen hin.

Sollte Ihnen im Berufsleben ein Fehler unterlaufen sein, helfen diese Tipps die Fehlermeldung zu erleichtern:

  • Sensibilisieren Sie sich für potenzielle Fehlerquellen. Dadurch steigt Ihre Aufmerksamkeit an kritischen Stellen. Sie erkennen Fehler früher bzw. können vorsorgen, dass sie nicht passieren.
  • Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein. Dadurch gelingt es Ihnen, Ihre Ängste und Unsicherheiten effektiver zu bewältigen und trotz empfundener Peinlichkeit und Scham eigene Fehler verlässlich aufzuzeigen.
  • Nutzen Sie bei Bedarf schriftliche Meldewege oder anonyme Fehlermeldesysteme. Dadurch können Sie Stresssituationen vermeiden.
  • Suchen Sie Ansprechpartner, die für den Bereich in dem der Fehler passiert ist, verantwortlich sind. Dadurch stellen Sie sicher, dass die Informationen an der richtigen Stelle landen.
  • Holen Sie sich in heiklen Fällen Unterstützung durch Dritte (z. B. Fachkollegen oder Betriebsrat). Dadurch erhalten Sie Rückenstärkung.
  • Erzählen Sie sachlich, was Sie bemerkt haben bzw. was Ihnen passiert ist, ohne zu beschönigen. Dadurch ermöglichen Sie eine schnelle Lösung.
  • Lernen Sie aus dem Fehler: Stellen Sie den konkreten Fehler ab und planen Sie (mit der Führungskraft bzw. mit dem Team) Präventionsmaßnahmen. Dadurch vermeiden Sie Wiederholungsfehler.

 

Weitere Tipps zum Umgang mit Fehlern finden sich im TaschenGuide „Lernen aus Fehlern“ von Elke M. Schüttelkopf.

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