Digitale Selbstdarstellung bei Bewerbungen – darauf müssen Sie achten

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Rund 28 Prozent der deutschen Unternehmen überprüfen Bewerber über Google oder eine andere Suchmaschine, gemäß einer Umfrage, für die der Bundesverband deutscher Unternehmensberater 270 Personalchefs befragt hat. Solche sogenannten Background-Checks können sich für Bewerber als positiv herausstellen – oder sie aus dem Bewerbungsverfahren ausschließen. Außerdem finden über soziale Netzwerke E-Recruitings statt, bei denen Headhunter oder Personaler gezielt geeignete Kandidaten ansprechen. Daher ist eine adäquate Selbstdarstellung im Internet mittlerweile ein unerlässliches Bewerbungsinstrument geworden.

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Informelle Netzwerke

Besonders Berufseinsteiger sollten ihren Auftritt im Internet im Blick behalten, denn mit dem Eintritt in die Berufswelt erfolgt zugleich ein Austritt aus der informellen Welt, die das Studentenleben beherrscht. Der erste Schritt ist demnach zunächst ein Selbstcheck: Was erscheint auf Google, wenn ich meinen eigenen Namen suche? Dabei ist es nicht ganz uninteressant zu wissen, dass nach einem Urteil des europäischen Gerichtshofs von 2014 Google die Pflicht hat, Unvorteilhaftes auf Anfrage zu entfernen, sofern die Links auf die Inhalte falsch, veraltet oder für die Öffentlichkeit irrelevant sind. Da die Suchmaschine jedoch das öffentliche Informationsinteresse zum Unternehmenszweck hat, wird jeder Antrag einzeln geprüft. Laut Googles „Transparenzbericht“ gingen bis 2016 rund 400.000 dieser Gesuche aus ganz Europa ein, davon rund 66.000 aus Deutschland. Die Chancen, dass der unangenehme Link entfernt wird, stehen bei 50 Prozent, wie aus dem Bericht hervorgeht.
Dennoch ist dann nur der Link entfernt, nicht jedoch die Quelle! Am besten ist es, direkt bei der entsprechenden Homepage einen Antrag auf Entfernung der Inhalte zu stellen.

Finden sich unangenehme Details auf sozialen Netzwerken wie Facebook, ist die Handhabung leichter. Mittlerweile sind die Einstellungen zur Privatsphäre auf der Seite einfach vorzunehmen. So können Sie einstellen, wer welche Inhalte sehen darf oder was ganz verborgen werden soll. Die Daten endgültig zu löschen ist hingegen sehr schwierig und benötigt einen speziellen Antrag an die Betreiber der Seite.

Professionelle Netzwerke

Besser als informelle Netzwerke eigenen sich zur professionellen Selbstdarstellung im Netz Seiten, die sich auf Networking im Geschäftsbereich spezialisiert haben. Die beiden bekanntesten sind Xing und LinkedIn. Hier können Sie Ihren Lebenslauf, Fachkompetenzen, Soft Skills und andere berufliche Informationen einstellen und sich selbst mit Kollegen und Unternehmen vernetzen. Außerdem bieten diese Seiten die Möglichkeit in Fachgruppen einzutreten, in denen Diskussionen über bestimmte Themen stattfinden. Unternehmen nutzen diese Gruppen um Fachleute mit spezifischer Expertise ohne große Streuverluste ansprechen zu können. Wenn Sie hier also Präsenz zeigen und souverän auftreten, kann es durchaus sein, dass Headhunter Sie ansprechen.

Die eigene Homepage

Eine andere Art des Auftritts ist der Verweis auf eine eigene Homepage. Eine solche kann wie ein Flyer für die eigene Person fungieren, auf dem alle Details und Informationen zu Ihnen übersichtlich einsehbar sind. So können sich die Personaler bei einer Bewerbung ein noch genaueres Bild von Ihnen machen und Sie haben stets die Kontrolle, was von Ihren Daten an die Öffentlichkeit gelangt. Doch beachten Sie, dass eine solche Seite auch gepflegt werden muss, was mitunter sehr großen Aufwand bedeuten kann.

Betreiben Sie einen Blog, können Sie diesen in der Regel gut bei einer Bewerbung einsetzen und darin Ihre Fähigkeiten in der Praxis und Ihre fachliche Eignung, sowie Eigeninitiative und Engagement beweisen. Doch auch hier gilt: Achten Sie bei einer Erwähnung in der Bewerbung darauf, dass ihr Blog auch auf einem aktuellen Stand ist und keine unangenehmen Informationen über Sie preisgibt.

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Weitere Informationen zum richtigen Auftritt im Internet finden Sie auch hier:

Claus Peter Müller‑Thurau: Bewerbungstipps und -tricks – inkl. Arbeitshilfen online. Insider-Know-how eines Personalprofis. Freiburg, München: Haufe 2016.

Uta Rohrschneider, Michael Lorenz: Bewerbung für Berufseinsteiger – inkl. Arbeitshilfen online. Freiburg, München: Haufe 2015.

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