Do’s & Tabus beim Auslandsaufenthalt in Asien

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Asien erleben; Quelle: Photos.com

Reisen Sie für ein Praktikum nach Asien, werden Sie feststellen, dass die Menschen dort ganz anders „ticken“ als wir.

Stellt in Deutschland beispielsweise die Selbstverwirklichung einen zentralen Wert dar, so ist in asiatischen Ländern die Wahrung der Harmonie von herausragender Bedeutung. Bereits hitzige Diskussionen oder direkte Ablehnungen von Wünschen mit einem „Nein“ werden als Störung der Harmonie empfunden.

Wie Sie sich angemessen verhalten

„Gesicht“ bezeichnet das Ansehen, das man in seiner sozialen Umwelt genießt. „Gesicht zu haben“ bedeutet, entsprechend der sozialen und hierarchischen Rolle in Harmonie mit der Gesellschaft zu leben. Neben jeder Person haben auch alle gesellschaftlichen Gruppen (z. B. die Familie oder das Arbeitsteam, aber auch das eigene Land) ein Gesicht.

Anderen „Gesicht zu geben“ ist geradezu eine moralische Verpflichtung. Gesicht geben können Sie z. B. mit Geschenken, mehr noch aber durch höfliches und respektvolles Verhalten und die Bestätigung des Gegenübers. Ihr eigenes Gesicht wahren Sie mit Geduld, Bescheidenheit und Gleichmut – Tugenden, die Ihnen Ansehen bringen. Das Temperament zu zügeln und bei Ärger, Verlegenheit oder Problemen eher zu lächeln, führt für Sie zu einem Gewinn an Gesicht.
Anderen „Gesicht zu nehmen“ bedeutet, sie in eine beschämende oder peinliche Situation zu bringen. Dies geschieht etwa, wenn Sie wiederholt Fragen stellen, die Ihr Gesprächspartner nicht beantworten kann oder will; oder wenn Sie jemandem Arbeiten zuteilen, die seiner sozialen Position widersprechen. Kritische Anmerkungen zu Ihrem Gastland nehmen ebenso Gesicht wie negative Kommentare zu Deutschland oder Ihrer eigenen Firma. Wer immer einem anderen sein Gesicht nimmt, verliert auch sein eigenes.

Was Sie über Gesprächsführung wissen sollten

Führen Sie Verhandlungen in Asien, sollten Sie sich in Gesprächen als geduldiger Zuhörer zeigen, der nicht nur an Geschäften, sondern auch an den Meinungen seiner Gesprächspartner und am Gastland interessiert ist. Man nimmt sich deutlich länger Zeit als in Deutschland, bevor Geschäftliches angesprochen wird. Durch allgemeine Themen können Sie zu Beginn Gemeinsamkeiten betonen, die eine harmonische Gesprächsatmosphäre herstellen. Steigen Sie in Gespräche mit Kenntnissen über Ihr Gastland ein (kulturelles Erbe, Sehenswürdigkeiten, wirtschaftliche Entwicklung) oder mit Fragen nach Kindern oder Familienstand.
Vermeiden sollten Sie insbesondere kontroverse Diskussionen und lange Monologe. Mit Zuhören, Fragen stellen und Schweigen können Sie tatsächlich besser „ins Gespräch kommen“. Auch ausladende Gesten und das Zeigen negativer Emotionen in der Mimik sollten Sie vermeiden. Sprechen Sie möglichst mit ruhiger Stimme und beachten Sie, dass längere Pausen zur Würdigung des Gesagten dienen können. Der Augenkontakt ist weniger ausgeprägt als in Deutschland. Erscheinen Sie mit einer Gruppe, bestimmen Sie im Vorfeld einen Gesprächsführer: denn rege Beteiligungen aller am Gespräch sind nicht üblich.

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