Fortbildung – Lernen bis zur Rente

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Studenten in der Uni

Anbieter locken Steuer-Profis mit günstigen Seminaren oder aber mit exklusiven Kursen „für die Besten“. Online-Kurse, jährliche Auffrischungsseminare und regelmäßige Fachlektüre: Steuerberater lernen nie aus.

 

 

 

 

Nach einer umfassenden theoretischen und praktischen Ausbildung und dem Steuerberaterexamen müssen sie ihr Wissen ständig auf dem neuesten Stand halten und sind sogar per Gesetz zum lebenslangen Lernen verpflichtet.

Nie war der Schulungsbedarf bei Steuerberatern so hoch: Die Reihe der Gesetzesänderungen wächst rapide, auch die Zahl der Gerichtsverfahren über ihre Auslegung nimmt enorm zu. Zudem erwarten die Mandanten von Kanzleien inzwischen mehr als nur eine Beratung auf dem Gebiet des Steuerrechts – betriebswirtschaftliche Beratung und andere mit dem Beruf vereinbare Tätigkeiten werden zur Selbstverständlichkeit, der Konkurrenzdruck wächst – auch aus dem europäischen Ausland. Wer keine systematische Fortbildung in seiner Kanzlei organisiert, wird deshalb schlechte Karten haben, neue Geschäftsfelder zu erschließen und langfristig auf dem hart umkämpften Beratungsmarkt zu bestehen. Doch welche Fortbildungen sind für Kanzleiinhaber und angestellte Steuerberater besonders sinnvoll?

Fortbildungsbedarf fortlaufend und systematisch überprüfen

Das hängt zum einen von der Ausrichtung der Kanzlei und zum anderen vom aktuellen Wissensstand der Beteiligten ab. „Es ist wichtig, den Fortbildungsbedarf in der Kanzlei fortlaufend und systematisch zu ermitteln, Schulungen entsprechend zu planen und zu dokumentieren“, empfiehlt vBP/StB Dr. Harald Grürmann, Präsidiumsmitglied der Bundessteuerberaterkammer (BStBK). Schließlich müssen Steuerberater heute nicht nur ihre Fachkompetenzen ständig anpassen und erweitern, sondern auch Methodenkenntnisse wie Moderations- und Präsentationstechniken erwerben und ihre Sozialkompetenzen wie etwa Team-, Kommunikations- und Organisationsfähigkeit optimieren. Angebote gibt es dazu in Hülle und Fülle – Viele Weiterbildungsanbieter haben die wachsende Nachfrage der Steuerberater erkannt und jede Menge spezielle Kurse kreiert, die sich sowohl preislich als auch inhaltlich und in der Form sehr stark unterscheiden.

Steuerberater und Wirtschaftsprüfer können heute zwischen Inhouse-Fortbildungen, Vollzeitweiterbildungen, Abendunterricht und Wochenendkursen wählen. Zusätzlich kann man bestimmen, ob man ein offenes Seminar oder ein individuelles Kanzlei-Seminar besuchen möchte oder ob man online lernen will.

Sowohl private Anbieter, Akademien, Institute als auch Steuerberaterkammern und -verbände konkurrieren um die Gunst der Steuerberater. Da fällt es den Berufsträgern schwer, die Übersicht über die Weiterbildungsangebote zu behalten und eine Wahl zu treffen. Zudem sind nicht immer die teuersten auch die besten Qualifizierungen und Garanten für den beruflichen Erfolg.

Erste Adresse für Lernwillige ist die BStBK, zu deren Aufgaben offiziell die Förderung der Fortbildung gehört. Im Weiterbildungs-Portfolio sind hier momentan betriebswirtschaftliche Themen wie etwa „Finanzierungsstrategien und Finanzplanung für KMU“, „Kostenrechnung, Kostenmanagement und Kalkulation für mittelständische Betriebe“ oder „Das Unternehmen in der Krise – Krisenmerkmale, Bankgespräch, Sanierung“ sowie auch Fortbildungen im internationalen Steuerrecht – vom Kurs zum Basiswissen über Aufbauseminare bis hin zu Spezialseminaren über die Besteuerung ausländischer Betriebsstätten. Tagesseminare, die von 9 bis 17 Uhr dauern, kosten hier 310 bis 350 Euro. Hinzu kommen noch Anreisekosten und Hotelgebühren von bis zu 169 Euro. Die Seminare werden nach Angaben der BStBK von renommierten, hochkarätigen Referenten gehalten, und neben rein fachlichen, berufsbezogenen Themen sind Vorträge zu persönlichen Weiterentwicklungsmöglichkeiten der Teilnehmer Bestandteil der Seminare.

Ferner bieten regionale Steuerberaterkammern sowie Berufsverbände und dem Berufsstand nahestehende Institutionen wie das DWS-Institut und die Datev eG Präsenzveranstaltungen für Steuerberater an.

Die Schulungen der Kammern und Verbände sind, verglichen mit privaten Anbietern, recht günstig. Bei dem Steuerberaterverband Düsseldorf beispielsweise kann man das Tagesseminar „Immobilien im Umsatzsteuerrecht“ für 120 Euro besuchen, der Steuerberaterverband Berlin-Brandenburg bietet seinen Mitgliedern für 30 Euro ein Risikomanagementseminar an, für 80 Euro können Berufsangehörige zum Beispiel am Seminar „Künstlersozialabgabe der Unternehmen – Künstlersozialversicherung“ oder „Erfolg im Steuerstreit – Rechtliche und taktische Empfehlungen zur Führung von Rechtsbehelfsverfahren“ am verbandseigenen Fachinstitut für Steuerrecht FSB teilnehmen. Außerdem können hier Veranstaltungen zu praxisbegleitenden Themen wie „Praxismanagement, Rhetorik“ (230 Euro) oder „Englisch für Berufsangehörige“ (270 Euro für elf Termine à drei Stunden) gebucht werden.

Beim Steuerberaterverband Hamburg setzt man bei der Fortbildung hingegen voll auf den Trend zur betriebswirtschaftlichen Beratung: Im August ist hier eine neue Fortbildungsreihe mit dem Titel „BWL-Beraterwissen für die steuerberatenden Berufe“ gestartet. Sie deckt sämtliche Felder in der betriebswirtschaftlichen Beratungspraxis von KMU durch Steuerberater ab und zeigt, wie der Einstieg in eine professionelle und systematische betriebswirtschaftliche Beratung vollzogen wird und wie Mandanten in den einzelnen Beratungsfeldern wirksam unterstützt werden können. „Anhand von Praxisfällen erleben die Teilnehmer reale Beratungssituationen und werden auf diese Weise in die Lage versetzt, erworbenes Wissen unmittelbar in der Praxis umzusetzen“, verspricht der Verband. Für Mitglieder kostet das Abonnement von acht Modulen 1.500 Euro (zzgl. 19 % USt.).

 

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