Gehaltsverhandlung – Das sollten Sie beachten!

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

Tags: , , , , ,

Viele Berufseinsteiger stehen bei Gehaltsverhandlungen vor einer großen Hürde. Man möchte sich nicht unter Wert verkaufen, aber man will auch nicht vermessen wirken. Wie verhält man sich also in dieser Situation? Wie genau sollten die Gehaltsvorstellungen sein, die man nennt?

Damit Sie nicht verlegen oder peinlich vor ihrem neuen Arbeitgeber stehen müssen, haben wir für Sie ein paar Tipps gesammelt.

Die Gehaltsverhandlung beginnt schon bei Ihrem ersten Auftritt. Geben Sie sich zurückhaltend und genügsam, kann dies von Ihrem Gegenüber so verstanden werden, dass Sie bereits bei verschiedenen Unternehmen mehrere Versuche gestartet haben, aber keinen Erfolg hatten. Dies kann auch das Interesse des zukünftigen Arbeitgebers an Ihnen vermindern.

Treten Sie dagegen selbstbewusst auf und zeigen, dass auch andere Unternehmen Sie gerne einstellen würden, macht Sie das interessanter für die aktuelle Stelle. Das kann sich wiederum positiv auf Ihre Gehaltsverhandlung auswirken.

Im deutschen Sprachraum kommt man im Bewerbungsgespräch in der Regel nicht gleich zu Anfang auf das Gehalt zu sprechen. Auch wird das Thema nicht vom Bewerber initiiert. Erst wenn die Interviewer Sie also darauf ansprechen, sollten Sie sich dazu äußern.

Es ist wichtig, dass Sie realistische Zahlen und Vorstellungen nennen. Ein Berufseinsteiger besitzt meist weniger Spielraum bei den Verhandlungen als ein erfahrener Bewerber. Daher recherchieren Sie genau, was die übliche Bezahlung in der Branche ist und richten Sie sich (unter Einbeziehung Ihrer Qualifikation) danach. Auf Sie persönlich bezogen ist die Berechnung abhängig von verschiedenen Faktoren wie Ihrem Bildungsgrad, dem Studienfach, der Studiendauer, relevanter Praktika oder sonstigen Praxiserfahrungen, Ihren Softskills und weiteren Kenntnissen. Aber auch externe Einflüsse wie die Region, in der das Unternehmen sitzt, die Größe des Unternehmens, die Anforderungen der Stelle und das Verhältnis Ihrer Qualifikationen zu diesen können Ihr Gehalt beeinflussen.

Sie sollten weniger einen Rahmen als einen genauen Betrag nennen. Im Falle eines Rahmens kann es sein, dass ihr Gesprächspartner direkt am unteren Ende einsteigt. Nennen Sie zudem eine höhere Summe, als Sie tatsächlich erwarten. Es heißt nicht umsonst „Verhandlung“, Sie sollten Ihrem Gesprächspartner noch die Möglichkeit des Handelns lassen. Geben Sie direkt Ihre Vorstellung an, wird Ihr Gehalt mit großer Wahrscheinlichkeit nach unten gehandelt wird.

Grundsätzlich gilt wie beim Bewerbungsgespräch selbst: Informieren Sie sich rechtzeitig und intensiv. Im Internet werden Sie nur wenig spezifische Informationen finden, da von Unternehmensseite nicht gerne über Gehälter gesprochen wird. Eine hilfreiche Seite ist zum Beispiel die Gehaltsübersicht der Süddeutschen Zeitung. Fragen Sie auch bei Kammern, Berufsverbänden, Gewerkschaften und ähnlichen Vertretungen an, wenn Sie sich unsicher sind oder machen Sie einen kostenpflichtigen Gehalts-Check im Internet.

Obwohl in Deutschland das Gehalt eher ein Tabu-Thema ist, fragen Sie ruhig auch in Ihrem Freundeskreis nach Erfahrungen und Tipps.

Sollte das Ihnen angebotene Gehalt deutlich unter dem branchenüblichen liegen, ist es gerechtfertigt nachzufragen, wie diese Zahl zustande kommt. Letztendlich müssen Sie für sich selbst entscheiden, ob die Stelle mit dieser Bezahlung für Sie akzeptabel ist oder ob Sie nicht noch Alternativen zur Auswahl haben.

 

Weitere Tipps und Informationen finden Sie hier:

Claus Peter Müller-Thurau: 101 Fragen und Antworten im Vorstellungsgespräch. Freiburg, München: Haufe 2015.

Uta Rohrschneider, Michael Lorenz: Bewerbung für Berufseinsteiger – inkl. Arbeitshilfen online. Freiburg, München: Haufe 2015.

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte bestätigen Sie, dass Sie keine Maschine sind, indem Sie die Rechenaufgabe lösen. Nähere Informationen.