Gehaltsverhandlungen – Ein Graus für jeden Berufsanfänger

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Die schwierigste Frage für Anfänger bei Vorstellungsgesprächen ist die nach den eigenen Gehaltsvorstellungen. Dieses Unbehagen lässt sich damit begründen, dass diese Fragestellung sehr tückisch ist. Verlangen Sie zu wenig, kann dies signalisieren, dass Sie ein mangelndes Selbstvertrauen besitzen und werden folglich als schlecht informiert und unerfahren eingeschätzt. Verlangen Sie dagegen zu viel, dann besteht die Gefahr, dass Sie die Stelle nicht angeboten bekommen. Experten empfehlen daher, sich seiner eigenen Qualifikation bewusst zu sein und die Forderungen realistisch nach dem eigenen Wert zu gestalten.

Vor einem Vorstellungsgespräch müssen Sie sich bewusst machen, dass sich mit großer Sicherheit an einer Stelle das Gespräch auf die Gehaltsvorstellungen beziehen wird. Daher ist es wichtig, dass Sie sich vorher darüber informieren, von welchen Punkten das Gehalt abhängt. Das Gehaltsniveau variiert nicht nur zwischen Beruf, Branche und Region, sondern hängt entscheidend von der Unternehmensgröße, von der zu besetzenden Position und von den Qualifikationen des Kandidaten ab. Berufsanfänger bekommen grundsätzlich weniger Gehalt angeboten wie jemand, der schon Berufserfahrungen aufzuweisen hat. Des Weiteren sollten Sie recherchieren, welche Gehälter in Ihrer angestrebten Branche durchschnittlich gezahlt werden. Hilfreich kann es auch sein, wenn Sie Verwandte, Freunde oder ehemalige Kommilitonen befragen, die schon in einem vergleichbaren Arbeitsverhältnis stehen.

Bei den konkreten Verhandlungen ist es dann besser eine Gehaltsspanne statt eines genauen Betrags zu nennen. Sie sollten dabei für sich eine Untergrenze definiert haben. Liegt das Angebot des Arbeitgebers am unteren Ende oder sogar darunter,  können Sie das Spektrum der Gehaltsnebenleistungen ins Spiel bringen. Dazu gehören: Prämien, also leistungs- und erfolgsbezogene Gehaltsbestandteile, Firmenwagen, Dienst-Handy, Zuschüsse zu den Fahrtkosten und zum Kantinenessen, betriebliche Altersvorsorge, etc. Grundsätzlich gilt für Berufseinsteiger: Je höher die Qualifikation, desto besser sind die Verhandlungschancen für ein gutes Einstiegsgehalt. Untersuchungen haben ergeben, dass 80 % der Bewerber einen niedrigeren Betrag fordern als der Arbeitgeber für die Stelle zu zahlen bereit gewesen wäre. Erfahrungsgemäß ist es also besser, ein etwas höheres Wunschgehalt anzugeben, herunterhandeln kann Ihr Gegenüber es ja immer noch.

Weitere Tipps für die Gehaltsverhandlungen wären, dass Sie nicht zuerst auf das Geld zu sprechen kommen. Lassen sie den Arbeitgeber den ersten Schritt machen. Eine Gehaltssteigerung von 10 bis15 Prozent zu Ihrem derzeitigen Brutto-Jahresgehalt ist ein Anhaltspunkt, wenn Sie Ihren Arbeitsplatz aus einem ungekündigten Beschäftigungsverhältnis heraus wechseln wollen. Bereiten Sie sich auch auf eventuelle Gegenargumente vor. Welche könnten das sein und überlegen Sie sich, wie Sie diese entkräften können.

Wenn Sie diese Tipps beherzigen und sich gründlich vorbereiten, dann werden Sie sehr viel sicherer sein, wenn die Frage nach dem Gehalt gestellt wird.

Viel Erfolg bei den Verhandlungen!

 

Einstiegsgehälter nach Branchen

Fahrzeugbau 48.000 Euro
Elektrotechnik 43.000 Euro
Maschinenbau 43.000 Euro
Kfz-Zulieferer 42.000 Euro
Banken/Finanzservices 42.000 Euro
Bauwesen 41.000 Euro
Ingenieursdienstleistungen 41.000 Euro
Versorger 41.000 Euro
Konsumgüterindustrie 40.000 Euro
Chemie-/Pharmaindustrie 40.000 Euro
Groß-/Außenhandel 40.000 Euro
EDV-Dienstleister 40.000 Euro
EDV-Produzenten 40.000 Euro
Beratungsunternehmen 39.600 Euro
Logistik 39.000 Euro
NGO 36.000 Euro
sonstige Dienstleistungen 36.000 Euro
öffentlicher Dienst 36.000 Euro
Einzelhandel 35.400 Euro
Zeitarbeit 35.000 Euro
Medien 33.000 Euro
Tourismus 27.000 Euro

 

http://www.ftd.de/karriere/karriere/:gehaltstrends-was-berufseinsteiger-verlangen-koennen/60050239.html#, Stand: 23. August 2013

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