Gender Diversity in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Gender Diversity ist in den letzten Jahren für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft immer bedeutender geworden – spätestens seit dem 18. August 2006. Mit der Einführung des Allgemeinen Gleichbehandlungs-gesetzes (AGG) wurden neue rechtliche Rahmenbedingungen für Maßnahmen gegen Diskriminierung geschaffen. Ziel des AGG ist es, dass „Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität“ verhindert oder beseitigt werden.

http://www.allgemeines-gleichbehandlungsgesetz.de/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=36&Itemid=59

 

Neben Betrieben und Unternehmen haben sich auch die deutschen Universitäten dazu verpflichtet Gleichberechtigung und Antidiskriminierung in der Lehre und Forschung durchzusetzen. So gilt zum Beispiel im Freistaat Bayern seit Mai 2006 das Bayerische Hochschulgesetz, das in Artikel 4 die Gleichberechtigung von Frauen und Männern thematisiert. Ähnliche Hochschulgesetze gibt es in jedem deutschen Bundesland.

http://www.gesetze-bayern.de/jportal/portal/page/bsbayprod.psml?showdoccase=1&doc.id=jlr-HSchulGBY2006rahmen&doc.part=X

 

Die Notwendigkeit und Bedeutung von Gleichberechtigung und dem damit verbunden Gender-Diversity-Management zeigt sich u.a. anhand der Zahlen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend von 2005 (Martine Herpers: Erfolgsfaktor Gender Diversity):

  • 50% der Frauen arbeiten in zehn verschiedenen Berufen mit geringem Gehalt und geringen Karriereaussichten, wie Bürokauffrau, Arzthelferin oder Friseurin.
  • 50% der StudienabsolventInnen sind Frauen, aber nur 38% der Promovierenden und 13% der ProfessorInnen sind Frauen.
  • 47% der Berufstätigen sind Frauen, aber nur 21% der Führungspositionen werden von Frauen eingenommen.
  • 52% der Frauen mit zwei oder mehr Kindern sind berufstätig, aber 94% der Väter mit zwei oder mehr Kindern.

 

In Deutschland wird Gender Diversity seit vielen Jahren in politischen Parteien, staatlichen und städtischen Betrieben und Einrichtungen eingeführt und umgesetzt. In der Privatwirtschaft gibt es dagegen nur einige wenige Unternehmen, die sich mit Gender Diversity oder Frauenförderung auseinandersetzen und erste Erfolge vorweisen können. Seit 2001 werden mit dem Zertifikat ‚Total E-Quality’ die Bestrebungen von zertifizierten Unternehmen auch außerhalb der Unternehmen sichtbar. Ein flächendeckender Durchbruch für Gender Diversity wurde in Deutschland jedoch noch nicht erreicht.

 

Unternehmen mit dem „Total E-Quality“ Zertifikat:

http://www.total-e-quality.de/fileadmin/user_upload/dokumente/DGLNR_121207_PT_Allex.pdf

 

 

Verwendete und zu empfehlende Literatur:

Martine Herpers: Erfolgsfaktor Gender Diversity. Ein Praxisleitfaden für Unternehmen. Haufe, Freiburg/München 2013.

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