HR-Karriere: Für wen sich die Spezialistenrolle eignet, wer als Generalist besser aufgehoben ist

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Leiter, die in den Himmel ragt

Wer heute seine Karriere im Personalwesen plant, kann sich glücklich schätzen: In einigen Spezialistenfunktionen wie in der Lohn- und Gehaltsabrechnung fehlen bereits Fachleute. Wie Doris Wagner, Recruitment-Spezialistin der HR Blue AG, im Personalmagazin aufzeigt, ist eine solche Spezialistenrolle aber auch stark von der Konjunktur abhängig. Generalisten sind hier eher abgesichert. Welche Rolle die bessere ist, muss jeder selbst für sich entscheiden. Doris Wagner gibt Tipps.

„HR-Generalisten verfügen über fundiertes Wissen, das sie in die Lage bringt, gleichzeitig mehrere Anforderungen und Anfragen, oft ungeplant, erfüllen zu können“, erläutert Doris Wagner in Ausgabe 12/2012 des Personalmagazins. „Besonders in kleineren und mittelständischen Firmen werden Generalisten benötigt, da sie die zahlreichen verschiedenen Skills mitbringen, die diese Unternehmen benötigen. In Abbau- und Restrukturierungsphasen sind die Beschäftigungschancen für Generalisten höher. Unternehmen erwarten, dass diese dann auch  Aufgabenbereiche von Spezialisten übernehmen.“

Die Karrierechancen für Generalisten seien grundsätzlich größer, da der Markt mehr Angebote bereithalte, führt die Expertin weiter aus. Gleichzeitig bestehe aber auch mehr Wettbewerb durch andere Generalisten. Wer sich hier hervortun möchte, sollte sich mit Branchenwissen oder Business-Know-how hervorheben, durch internationale Erfahrung, Fremdsprachen oder durch Projektmanagement- und Methoden-Skills, empfiehlt Wagner.

Spezialisten können Vorreiter sein

Wer sich lieber auf ein Thema spezialisieren möchte, hat sogar die Chance sich einen Vorreiterstatus zu erarbeiten, so Wagner. Allerdings birgt diese Spezialisierung auch Risiken: „Die Beschäftigungsmöglichkeit hängt stärker von der wirtschaftlichen Entwicklung ab als dies bei den Generalisten der Fall ist“, erläutert Wagner im Artikel. „Ist die Wirtschaftslage positiv, werden Spezialisten im Recruiting stark nachgefragt. Aber was passiert, wenn es zum Abschwung kommt?“ Darum rät die Expertin: Spezialisten sollten „ihre Karrieremöglichkeiten nicht dadurch limitieren, indem sie sich ausschließlich auf ihre Expertenfunktion konzentrieren. Business-Know-how und fachübergreifende Erfahrungen sind auch für Experten wichtig.“

Die Entscheidung, ob die Karriere eher in Richtung Spezialist oder Generalist geht, muss im Endeffekt jeder nach seinen persönlichen Stärken entscheiden. Um das für sich herauszufinden, empfiehlt Wagner die Beantwortung von drei wichtigen Fragen:

Möchte ich viel Abwechslung im Job? Kann ich mit spontanen, neuen Aufgabenstellungen gut umgehen? Empfehlung: Wer dies mit „Ja“ beantwortet, könnte sich in der Generalistenrolle wohler fühlen.

Bin ich detailorientiert? Empfehlung: Wer das von sich behaupten kann, passt gut in eine Spezialistenrolle.

Was sind meine langfristigen Karriereziele? Eher eine Tätigkeit in kleinen, mittelständischen Unternehmen? Oder vor allem Führungsverantwortung? Empfehlung: In kleinen Unternehmen sind vor allem Generalisten gefragt. Führungsverantwortung lässt sich in beiden Rollen übernehmen. Spezialisten mit Führungsverantwortung sind aber eher in großen Unternehmen anzutreffen (zum Beispiel als „Head of Recruiting“).

Karriere muss nicht immer geradlinig verlaufen

Wer sich nun nicht entscheiden kann, welcher Karriereweg der bessere oder passendere ist, muss nicht verzweifeln: Die Durchlässigkeit zwischen Generalisten- und Spezialistenrollen nimmt laut Wagner in vielen Unternehmen zu. „Im weiteren Verlauf Ihrer Karriere können Sie in unterschiedliche Richtungen abbiegen.“

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