Ihre Ausstrahlung zählt!

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Ihre Ausstrahlung zählt, Quelle: Photos.com

Ob bei einer mündlichen Prüfung, bei einem Vorstellungsgespräch oder im neuen Job: Neben Kompetenz und Fachwissen ist es essenziel wichtig, wie Sie auf Ihr Gegenüber wirken.  Überlegen Sie deshalb einmal wie es um Ihre Ausstrahlung bestellt ist.

In unserer Wahrnehmung spielt die Ausstrahlung eines Menschen eine wesentlich größere Rolle als ein vermeintlich äußerer Makel. Die Ausstrahlung wirkt letztlich stärker als manche Äußerlichkeit, die wir auf den ersten Blick vielleicht als störend empfinden. Doch worin liegt nun das Geheimnis dieser Wirkung? Spricht eine Person z. B. einfach nur zu leise, lächelt sie zu wenig oder ist ihre Mimik zu starr? Das mag alles sein, doch würde es ihr schon zu einer stärkeren Ausstrahlung verhelfen, wenn sie trainieren würde, lauter, deutlicher und mit einer ausgeprägteren Mimik und Gestik zu sprechen? – Wohl kaum!

Eine positive Ausstrahlung hat viel mit innerem Gleichgewicht zu tun

Eine positive Ausstrahlung ist mehr als antrainierte Gestik oder Stimme. Faszinierende Menschen sind in aller Regel nicht perfekt, strahlen aber eine Harmonie aus, die ihnen Präsenz,  Ausdruckstärke und Gelassenheit verleiht. Die Quelle dieser Harmonie ist ihr inneres Gleichgewicht, die sie auch in angespannten Situationen natürlich-souverän bleiben lässt.  Solche Menschen handeln unter den verschiedensten Bedingungen gelassen, klar und zielorientiert. Dies ist über ihre Ausstrahlung spürbar. Ihre Ausstrahlung vermittelt also den Grad innerer Harmonie, der bei anderen eine geringere oder stärkere positive Wirkung hervorruft.

Machen Sie den Test

Notieren Sie sich zwei bis drei Menschen aus Ihrem näheren und weiteren Bekanntenkreis, die Ihrer Meinung nach eine starke, positive Ausstrahlung haben. Beschreiben Sie ihre Größe, Haarfarbe und Haltung – was Ihnen auch immer an diesen Menschen auffallen mag. Sind es immer die attraktivsten, schlanksten, fehlerfreiesten?

Worauf eine positive Ausstrahlung beruht

Vorweg sei die wichtigste Voraussetzung für eine positive Ausstrahlung genannt. Der Boden sozusagen, auf dem sie sich erst richtig entwickeln kann: Wir sollten uns selbst bejahen, unsere Schwächen anerkennen und offen damit umgehen! Wer mit seinem Leben hadert, sich ständig ungerecht behandelt fühlt, wer seinen Körper ablehnt, weil er angeblich zu dick, zu klein oder zu hässlich ist, wird nie kraftvoll und positiv strahlen. Im Gegenteil: Er wird sich mit dieser Form innerer Haltung nur blockieren.

Wer seine Ausstrahlung fördern will, wer authentisch und selbstbewusst leben will, sollte zuallererst sich selbst bejahen lernen – ohne Wenn und Aber. Das bedeutet keinen Verzicht auf jegliche Selbstkritik. Die Grundhaltung sich selbst gegenüber sollte eine Bejahende sein: Damit wird Ihnen leichter bewusst, was Ihr inneres Gleichgewicht schwächt und stärkt, wo Ihre momentanen Schwächen und Stärken, und wo Ihre Eigenheiten und Potenziale liegen.

Viele Menschen können sich scheinbare Mängel oder Defizite nicht verzeihen. Die meisten von uns leben in der ständigen Angst, jemand konnte ihr Nicht-Perfektsein entdecken und verurteilen, und sie könnten dadurch – was auch immer – verlieren: Derartige Versagensängste haben oft schwere Folgen: Wenn wir immer nur an unsere Fehler denken, verspannt, verkrampft und blockiert alles in uns. Wir verlieren unsere natürliche Souveränität und positive Ausstrahlung.

Beispiel:

Nach Feierabend gibt der Abteilungsleiter ein Glas Sekt aus. Er hatte am Wochenende Geburtstag. Die neue Teamassistentin, die ständig mit ihrem Übergewicht kämpft, fühlt sich in solchen Situationen eher unwohl. Im Team sind so viele gut aussehende und kluge Leute, was wollen die schon privat mit ihr reden? Als der Teamleiter versucht, sie in ein Gespräch zu verwickeln, hört sie nicht auf, sich selbst zu kontrollieren und denkt: „Jetzt nur keinen Mist reden“. Die Folge: Das Gespräch kommt nicht in Fluss. Schon bald wendet er sich mit der Entschuldigung ab, er müsse jemanden begrüßen. Sie glaubt zu wissen, warum: „Dicke mag eben keiner.“

Solche Hemmungen und Blockaden kommen in unseren Mitmenschen meist unbewusst an. Und doch lässt es sie zurückhaltend, zögerlich oder gar ablehnend reagieren. Doch statt dies der unbewusst-hausgemachten Blockade zuzuschreiben, sind wir davon überzeugt, dass eine von uns als emotional-verletzend empfundene Rückmeldung – wie im Beispiel die Beendigung des Gesprächs – Ihren Grund nur in unseren Mängeln hat. So fühlen wir uns in unserer verneinenden Haltung uns selbst gegenüber bestärkt: „Dicke mag eben keiner.“

Wichitg: Wer sich selbst nicht bejaht, ist für andere nicht begehrenswert.

Schon das bewusste Erkennen und Bejahen eines selbstverneinenden Verhaltensmusters kann die Kraft spenden, es zu verlassen.

Positive Ausstrahlung fußt auf drei Säulen

Das klingt so, als müsste man erst einmal ziemlich viel an sich arbeiten. Aber keine Angst, Sie müssen sich nicht gleich auf die Couch legen, um Ihre Ausstrahlung zu verbessern. Es genügt schon, wenn Sie bereit sind, sich immer wieder bewusst liebevoll und einfühlsam Ihrem Körper zuzuwenden: Dies schärft auf Dauer Selbst- und Fremdwahrnehmung, lässt Sie gleichzeitig authentischer werden und an innerer Kraft und Gleichgewicht hinzugewinnen.

Eine positive Ausstrahlung baut auf:

  • einer bejahenden, bewussten Wahrnehmung Ihres Körpers,
  •  einem in sich stimmigen Auftreten (dazu gehören Ihre Haltung, Atmung, Gestik, Mimik und Stimme) und
  • einer bewussten, neutralen und bejahenden Wahrnehmung seiner selbst und anderer.


Wenn Sie an sich arbeiten möchten, empfehlen wir Ihnen als Lektüre den TaschenGuide „Ihre Ausstrahlung“ von Michael Reiter.

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