Im Assessment Center überzeugen

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Bei einem traditionellen Bewerbungs- und Vorstellungsgespräch laufen Sie immer Gefahr, der schlechten Stimmung oder sogar der Willkür Ihres Gegenübers ausgesetzt zu sein. Ein Personalchef, der private oder berufliche Probleme hat, ist nicht in der Lage, objektiv über Ihre Qualitäten und Fähigkeiten zu urteilen – schon gar nicht im Verlauf eines einstündigen Gesprächs.

Auch die Unternehmen sind sich dieser Einschränkungen bewusst. Und da sie genauso wenig an einer Entscheidung, die sich im Nachhinein als Fehlentscheidung herausstellt, interessiert sind wie Sie als Bewerber, müssen andere Wege für die Suche nach geeigneten Mitarbeitern gefunden werden. Die Lösung dieser Probleme bietet ein Assessment Center.

Ein Assessment Center ist ein oft gruppenbasiertes Auswahlverfahren, das in der Regel ein oder zwei Tage dauert. Es bietet Ihnen die Möglichkeit Ihre Kompetenz und Ihre Fähigkeiten darzustellen, und das auf vielfältige Weise. Sie können beispielsweise zeigen, ob Sie ein Kommunikationstalent oder ein besonders guter Organisierer sind, dass Sie besonders gut unter Druck arbeiten und wie Sie sich in Diskussionen durchsetzen können.

Die Tests und Übungen des Assessment Centers sind charakteristisch für die zukünftigen Arbeitssituationen und Aufgabenfelder. Dabei ist aber zu beachten, dass das Assessment Center nur in geringem Ausmaß auf spezielle fachliche Fähigkeiten abzielt. Bei Berufsanfängern sollen bereits die Zeugnisse ihre fachlichen Fähigkeiten sowie andere im Lebenslauf dokumentierte Erfahrungen belegen. Vor allem zwei Grundvoraussetzungen möchte das Unternehmen während eines Assessment Centers testen: Die individuelle Leistungsfähigkeit – deshalb  werden im Assessment Center für jeden Beruf spezifische Anforderungen simuliert – und das Verhalten im Team.

Es geht also um die so genannten „fachübergreifenden“ Fähigkeiten. Dies sind beispielsweise:

  • soziale Kompetenz
  • vernetztes Denken
  • Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit
  • verbales Ausdrucksvermögen
  • Teamfähigkeit

 

Im Vorfeld eines Assessment Centers ist es zunächst wichtig, sich gründlich über das Unternehmen zu informieren. Ein strukturiertes Vorgehen bringt hier Vorteile. Die meisten relevanten Informationen lassen sich drei Aspekten zuordnen:

  • Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens
  • Unternehmenskultur oder-philosophie
  • gesellschaftliche Rahmenbedingungen des Unternehmens

 

Dabei sollte die Homepage des Unternehmens als wichtige, jedoch nicht einzige Quelle genutzt werden. Gerade bei großen Unternehmen ist die Tagespresse eine wichtige Quelle für aktuelle Gegebenheiten und Probleme, sowie die Unternehmenskommunikation mit der Öffentlichkeit. Besonders in Gruppendiskussionen können Sie durch eine gute Vorbereitung glänzen.

Neben der Gruppendiskussion gibt es die sog. Postkorb-Übung. Darin werden die Teilnehmer vor die Aufgabe gestellt, innerhalb einer begrenzten Zeit verschiedene Anfragen nach Priorität und Dringlichkeit zu sortieren. (Einige Tipps dazu finden Sie in unserem Blogbeitrag zum Thema Zeitmanagement http://ecampus.haufe.de/karriere/erfolgreich-durch-zeitmanagement/)

Das schwierigste Verfahren des Assessment Centers ist das Interview durch einen anderen Teilnehmer. Hierfür wird Ihnen zumeist eine schriftliche Arbeitsanweisung zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe eines kleinen Fragebogens sollen Sie innerhalb von zehn bis zwanzig Minuten von einem der Teilnehmer die wichtigsten Stationen seines Lebens sowie seine persönlichen Eigenschaften oder Neigungen herausfinden. Im Anschluss stellen Sie die Ergebnisse den anderen Teilnehmern vor.

Achten Sie beim Interview darauf, die Fragen kurz und präzise zu formulieren. Unterbrechen Sie den Teilnehmer, wenn er beginnt auszuschweifen, aber gehen Sie manche Fragen auch ruhig mit Humor an! Vor allem: Fragen Sie unter Berücksichtigung der Anforderungsprofile! Wenn Sie diese noch gar nicht kennen, müssen Sie sie indirekt aus der Vorstellung des Unternehmens herausgefunden haben. Notieren Sie sich stichpunktartig die wichtigsten Fakten und Ihren Eindruck!

Achten Sie bei der Präsentation der Ergebnisse darauf, das Gesicht immer denjenigen zuzuwenden, zu denen Sie sprechen. In der Regel sind das die Teilnehmer. Halten Sie Blickkontakt! Kleine Versprecher übergehen Sie mit einer humorvollen Bemerkung.

Weitere Tipps für ein bevorstehendes Assessment Center finden Sie im TaschenGuide „Assessment Center“ von Klaus Leciejewski und Christof Fertsch-Röver.

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