Interim Manager: Retter in der SEPA-Not

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Kein halbes Jahr mehr vor der SEPA-Einführung sind viele Unternehmen noch nicht wirklich gewappnet. Interim Manager werden jetzt an vielen Stellen als Retter in der Not eingesetzt. Eine große Chance für Experten aus dem Finanz- und Rechnungswesen.

von Stilianos Tsikopoulos, Director bei Robert Half Management Resources

Wenige Monate vor dem Startschuss für den einheitlichen europäischen Zahlungsraum (SEPA) zeigt sich eine Mehrheit der Unternehmen schlecht vorbereitet.

Wie aus einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC aus dem Februar 2013 unter knapp 300 Großunternehmen in Europa hervorgeht, hat gut ein Fünftel (21,6 %) keinen verbindlichen Zeitplan für die Umstellung des Zahlungsverkehrs.

Von den übrigen Unternehmen geht annähernd jedes zweite davon aus, die SEPA-Vorbereitungen erst knapp vor dem Stichtag am 1.2.2014 abzuschließen.

Zusammengenommen ist bei mehr als 50 % der Befragten die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie den Umstellungstermin nicht einhalten können. Wird berücksichtigt, dass unter Umständen ganze Unternehmensexistenzen an diesem Thema hängen, erscheinen die Zahlen noch besorgniserregender.

Besonders hoch sei das Risiko für Unternehmen, bei denen der Lastschrifteinzug eine große Rolle spielt, so PwC. Nach den SEPA-Regeln darf unter anderem eine Lastschrift nur noch dann eingelöst werden, wenn der Kunde dies zuvor schriftlich genehmigt („mandatiert“) hat. Fehlt ein gültiges Mandat, können Kunden eine Lastschrift noch bis zu 13 Monate später rückgängig machen. Diese neuen Anforderungen setzen insbesondere viele E-Commerce-Player unter Handlungsdruck, die in der Regel keine schriftliche, sondern nur eine elektronisch übermittelte Lastschriftvollmacht ihrer Kunden vorliegen haben.

Lösung: Interim Management

Um doch noch fristgerecht und erfolgreich auf SEPA umzustellen, sind viele Firmen auf die temporäre, schlagkräftige Unterstützung externer Spezialisten angewiesen. Denn die so genannten Interim Manager bringen kurzfristig genau das Wissen und die Erfahrung mit, die den Unternehmen oftmals fehlen. Deshalb wird diese Expertise gerade für Sonderprojekte wie die SEPA-Umstellung gerne genutzt.

Ein zusätzliches Themenfeld wie dieses findet oftmals nur wenig Platz, da die internen Kräfte in der Regel bereits mit dem Tagesgeschäft voll ausgelastet sind. Der befristete Einsatz externer Fach-und Führungskräfte entwickelt sich in Deutschland bereits seit den neunziger Jahren zu einem eigenständigen Dienstleistungssegment in Deutschland. Seit etwa 10 Jahren ist ein signifikantes Wachstum zu verzeichnen.

Nach einer aktuellen Prognose der Dachgesellschaft Deutsches Interim Management (DDIM) wird sich das Honorarvolumen der Branche bis zum Jahresende auf einen neuen Rekordwert von rund 1,2 Mrd. EUR summieren. Damit liegt der Wert um gut ein Viertel höher als zum Ende des Jahres 2012.

500 Interim Manager waren zum Jahresende 2012 deutschlandweit tätig. Nach Ansicht der von der DDIM befragten Marktexperten wird diese Zahl bis zum Jahresende auf 6.200 weiter steigen. Der Grund hierfür liegt in der zunehmenden Akzeptanz von Interim Management in Deutschland.

Und das dynamische Wachstum der Branche wird sich fortsetzen – auf 10-Jahressicht prognostiziert die Branchenvereinigung eine Verdreifachung des Marktvolumens.

Gute Aussichten für externe Experten

Große Chance also für die Manager auf Zeit: Interim Manager werden heute nicht mehr nur als Retter in der Krise oder zur Überbrückung einer Vakanz eingesetzt, sondern gerade auch für komplexe Projekte im Finanz- und Rechnungswesen.

Die Nachfrage ist hoch. Selbstständige (Bilanz-)Buchhalter zum Beispiel können aktuell häufig sogar unter mehreren Anfragen auswählen. Festangestellte Arbeitnehmer finden durch die SEPA-Umstellung optimale Bedingungen vor, um sich als freie Experten auf strategischer oder operativer Ebene neu zu beweisen.

Auch über SEPA hinaus ist das Einsatzspektrum für Interim Manager im Finanz- und Rechnungswesen enorm. Die Betreuung eines Software-Systemwechsels in der Finanzbuchhaltung und im Forderungsmanagement, Prozessoptimie-rung zur Zeit- und Kosteneinsparung im Bereich Finanzbuchhaltung sowie Vakanzüberbrückung im Konzernrechnungswesen sind nur einige Beispiele für anspruchsvolle Projekteinsätze, die in der Regel zwischen 2 Monaten und 1 Jahr betragen, manchmal auch deutlich länger.

Spezialisierte Vermittler helfen

Doch die zentrale Frage lautet: Wie finden Unternehmen und der passende Interim Manager zusammen? Häufig wählen Firmen den Weg über einen erfahrenen Vermittler wie Robert Half Management Resources.

Spezialisiert auf den Bereich Finanzen und Controlling, verfügt der Personaldienstleister über einen umfassenden Pool an selbstständigen Interim Managern, mit denen er regelmäßig zusammenarbeitet.

Die Unternehmen schätzen die hohe Branchenkenntnis des Anbieters und die große Anzahl an Experten mit ihren ganz unterschiedlichen Spezialkenntnissen.

Doch auch für den einzelnen Interim Manager bringt ein Vermittler viele Vorteile mit. So besitzt dieser bereits bestehende Kontakte zu renommierten Unternehmen mit interessanten Projekten, die regelmäßig Manager auf Zeit im Finanz- und Rechnungswesen nachfragen.

Darüber hinaus ist er darauf bedacht, laufend neue Firmen und Kontakte hinzuzugewinnen. Damit wird der Kreis an potenziellen Auftraggebern für den Interim Manager immer größer – das ist wichtig für Folgeprojekte.

Der Provider übernimmt also einen wichtigen Teil der Akquise für die Spezialisten auf Projektbasis. Da zugleich die Bekanntheit eines Vermittlers im Markt groß ist, kommen Unternehmen auch von sich aus auf diesen zu, um von dessen Expertennetzwerk zu profitieren.

Auch in administrativer Hinsicht profitiert der Interim Manager bei der Vermittlung über einen spezialisierten Personaldienstleister. So übernimmt dieser unter anderem die Abrechnung, begleitet den Manager und das beauftrage Unternehmen über die gesamte Projektlaufzeit hinweg und unterstützt bei rechtlichen Fragenstellungen.

Der Manager auf Zeit kann sich damit voll und ganz auf das Projekt konzentrieren. In Feedback-Gespräch zum Projektende kommen dann alle Parteien noch einmal an einen Tisch, um festzuhalten, was gut oder vielleicht auch nicht so gut gelaufen ist. Daraus lernen alle Seiten für ihre nächsten Einsätze.

Rein in den Pool

In der Regel sind umfassende Fachkenntnis, langjährige Berufs- und Führungserfahrung sowie ausgeprägte Social Skills die maßgeblichen Kriterien, um bei einem Vermittler in den Expertenpool aufgenommen zu werden.

Neben der Prüfung der Vita stehen ausführliche Gespräche mit dem Bewerber auf dem Programm. Für Mandate anlässlich der SEPA-Einführung punkten die Kandidaten, die über Projektmanagement-Knowhow verfügen, bereits als externe Projektleiter tätig waren und einen guten Überblick über die Materie aus vergleichbaren Einsätzen mitbringen.

Hierzu holen sich renommierte Provider in jedem Falle Referenzen aus vorherigen Projekten ein. Denn eines ist beim Thema Interim Management sicher: Die Qualität muss stimmen, damit am Ende alle zufrieden sind.

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