Jobfalle: Auslandseinsatz

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

Tags: ,

Auslandsaufenthalt

Auslandseinsätze über einen längeren Zeitraum galten früher als Sprungbrett für die Karriere. Heute gilt dies nicht mehr unbedingt. In einigen Konzernen mag das noch so sein, dass ein Aufenthalt in der New Yorker Niederlassung oder die Geschäftsführung einer Ländergesellschaft berechtigte Hoffnungen auf eine Führungsposition im Konzern wecken. Auch viele Hochschulabsolventen träumen davon, einmal längere Zeit im Ausland zu arbeiten. Bereits im Studium gilt ein Auslandsaufenthalt durch Austauschprogramme als unabdingbar. Aber bringt der Auslandseinsatz für die berufliche Karriere wirklich einen Vorteil oder haben die ins Ausland entsandten Mitarbeiter, die Expatriates, nicht viel eher mit Schwierigkeiten bei der Rückkehr zu rechnen?
Die Zeiten, in denen der Auslandseinsatz automatisch mit großen finanziellen Vorteilen verknüpft war, sind auf jeden Fall vorbei. Lediglich, wenn man in unattraktive Regionen entsandt wird, kann man mit deutlichen Zulagen rechnen. Bevor Sie ernsthaft einen beruflichen Auslandsaufenthalt planen, sollten Sie folgende ökonomische Fragen genau prüfen.

Checkliste: Auslandseinsatz ja oder nein?
• Ist die Rückkehr zum Stammhaus abgesichert? Wie ist sie abgesichert?
• Kann ich in meiner alten Position wieder einsteigen?
• Kann ich den hohen Lebensstandard des Auslands wieder aufgeben, wenn ich zurückkehre und mein Gehalt wieder nach deutschen Maßstäben berechnet wird?
• Ist ein Auslandsaufenthalt Teil meines Personalentwicklungsplans im Unternehmen? Werden auch andere zukünftige Führungskräfte ins Ausland entsendet?
• Stelle ich mich mit einem Auslandsaufenthalt eher auf ein Abstellgleis?
• Habe ich das richtige Alter oder bin ich nach einer Rückkehr eventuell zu alt für weitere Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen?
• Wer ist in der Zeit des Auslandseinsatzes mein Ansprechpartner im Stammhaus? Wie kümmert er sich um mich?
• Wie halte ich mein Fachwissen im Ausland auf dem neuesten Stand?

Prüfen Sie äußerst kritisch, wie die Entsendung Ihre beruflichen Perspektiven insgesamt beeinflusst. Grundsätzlich bietet ein erfolgreicher Auslandseinsatz gute Möglichkeiten zur Entwicklung der Persönlichkeit.
Aber es gibt eben auch eventuelle Schwierigkeiten zu bedenken. Ihre eigene Persönlichkeit spielt eine herausragende Rolle bei der Entscheidungsfindung. Sind Sie wirklich jemand, der bereit ist, sich auf neue und fremde Kulturen und Menschen einzulassen? Sprechen Sie die Sprache des Landes so gut, dass Sie sich integrieren können? Haben Sie Erfahrung mit interkulturellen Themen? Sind Sie bereit, sich auf das Land wirklich einzulassen und es nicht mit deutschen Maßstäben zu beurteilen? Was sagt Ihre Familie dazu? Hat Ihr Partner gute berufliche Chancen in dem betreffenden Land?
Der richtige Mix aus harten und weichen Faktoren entscheidet über den Erfolg eines Auslandseinsatzes. Bevor Sie einen Umzug ins Ausland ernsthaft erwägen, sollten Sie klare Aussagen zu Ihrer beruflichen und finanziellen Perspektive und auch zur Veränderung Ihres persönlichen Umfelds treffen. Nur wenn die Rückkehr nach Deutschland in jeder Hinsicht abgesichert ist, ist ein Wechsel ins Ausland sinnvoll und stellt keine versteckte Falle dar.

Kommentare

  • Josef sagt:

    Hallo,

    ein Auslandsaufenthalt kann ein Karrieresprungbrett sein. Alleine darauf, würde ich mich allerdings nicht verlassen. Für eine optimale Karriere kommt es auf sehr viele Faktoren an.

    freundliche Grüße
    Josef

  • Schreiben Sie einen Kommentar

    Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    Bitte bestätigen Sie, dass Sie keine Maschine sind, indem Sie die Rechenaufgabe lösen. Nähere Informationen.