Jobfalle: Klatsch und Tratsch

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Klatsch und Tratsch in der Pause, Foto: MEV

Zu Kommunikation im Beruf gehören auch die negativen Seiten wie Lästern, Herziehen über andere, die gerade nicht im Raum sind, Ausplaudern privater Details. Klatsch und Tratsch also, etwas völlig Normales. Es sind ja auch gute Mittel, um einfach mal Dampf abzulassen oder spannungsgeladene Situationen zu relativieren. Darüber hinaus dient Klatsch auch der Abwicklung von Macht- und Statusdifferenzen. Die Wertschätzung von beispielsweise Vorgesetzten oder Führungspersonal und Neid auf allzu Ehrgeizige oder Erfolgreiche wird damit abgewickelt, ohne dass die Betroffenen zwangsläufig direkt mit dem Resultat des Klatsches konfrontiert werden müssen.

Klatsch hat noch eine soziale Funktion, die der Gemeinschaftsidentität.Geredet wird über Personen, die zur Organisation gehören, und wer nicht mitredet, gehört nicht dazu. Klatsch ist also auch ein Abgrenzungswerkzeug gegenüber Außenstehenden.

Aber Vorsicht: Klatsch und Lästern können ganz schnell zu einer Falle für Sie selbst werden. Lästern gehört zum Recht der Meinungsfreiheit. Im privaten Rahmen oder auch im Kollegenkreis ist das normal. Zu weit geht Lästern aber in zwei Fällen. Der erste Fall betrifft Sie selbst. Sie haben ein massives Problem mit Ihrem Vorgesetzten und möchten sich bei Ihren Kollegen und auch bei
anderen Personen, die ihn kennen, entlasten. Es tut Ihnen gut und bestätigt Sie in Ihrer Einschätzung, dass der Fehler nicht bei Ihnen liegt, da auch die anderen eine schlechte Meinung von ihm haben. Aber Vorsicht: Vertrauen Sie nicht darauf, dass Ihr Vorgesetzter das nicht irgendwann mitbekommt. Im Zweifelsfall wird Ihnen das nicht gut bekommen und Ihre Probleme mit ihm nur verstärken. Im schlimmsten Fall nimmt er Ihnen das übel und rächt sich mit seinen Mitteln an Ihnen, indem er zum Beispiel bei Kollegen auf seiner Ebene negativ über Sie spricht. Sie merken das spätestens dann, wenn Sie einen beruflichen internen Wechsel anstreben und bei den betreffenden Kollegen alle Türen verschlossen sind. Lästern über den Chef macht sich in der Regel nicht bezahlt. Besonders dann nicht, wenn Ihr Chef besser verdrahtet ist als Sie, sollten Sie mit Lästereien und Kritik an ihm sehr vorsichtig sein. Langfristig kann es nur Ihnen schaden.

Der zweite Fall betrifft das Unternehmen generell. Per Arbeitsvertrag unterliegen Sie verschiedenen Pflichten, nach denen Sie über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse Stillschweigen bewahren müssen. Da können Sie schneller Grenzen überschreiten, als Ihnen vielleicht bewusst ist. Der Grat ist sehr schmal, auf dem man im Bereich Klatsch und Tratsch wandelt. Meist passiert zwar nichts, aber trotzdem: Vorsicht ist im eigenen Interesse immer geboten.

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