Karrieretipp: Wann ein Masterstudium für Personaler sinnvoll ist

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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eCampus-Reporter Christian Liebhart

„Wie sinnvoll ist ein Masterstudium?“ Diese Frage stellte sich eCampus-Reporter Christian Liebhart. Seine Antwort: Während der Krise war das eine gute Überbrückung, aber wer einen guten Job nach dem Bachelor geboten bekommt, sollte ihn auch nutzen.

Nach meinem Abschluss als Diplom-Betriebswirt an der Hochschule Deggendorf muss man mir gezwungenermaßen die Frage stellen: Warum machst du nach deinem Diplom noch einen Master? Als ich meinen Abschluss Anfang 2009 gemacht habe, waren die Zeiten aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskriese nicht so rosig auf dem Arbeitsmarkt, um eine adäquaten Einstiegsposition zu bekommen. Zudem heißt es ja auch, „man soll die Krisenzeit nutzen, um sich weiterzubilden“. Das habe ich getan und diese Zeit genutzt. Ich habe mich für einen konsekutiven Masterstudiengang, der eineinhalb Jahre dauerte, entschieden.

Bereits innerhalb meines BWL-Studiums hatte ich mich früh auf das Thema Personalwesen fokussiert. Diese Absicht konnte ich durch mehrere Praktika und die Diplomarbeit noch verstärken. Jedoch fehlte mir noch etwas die theoretische Basis, die aus meiner Sicht im Erststudium etwas zu kurz gekommen war. So entschied ich mich für den Master „Human Resource Management“ (www.hrm-ostbayern.de) in Regensburg. In zwei theoretischen Vorlesungssemestern erhielt ich von den „harten Themen“ wie Arbeitsrecht und betriebliche Altersvorsorge bis zu den „weichen Themen“ wie Organisationsentwicklung und Change Management einen generellen Überblick über die Arbeit im Personalbereich. Im dritten und letzten Semester schrieb ich dann meine praktische Masterarbeit in einem Unternehmen meiner Wahl.

War nun der Master für mich sinnvoll? Die Antwort lautet klar: Ja! Ich wollte mich theoretisch im Personalwesen vertiefen und nutzte den Master, um die Krisenzeit zu überwinden und im Jahr 2010 einen guten Jobeinstieg zu kriegen.

In meiner jetzigen Position als Personalreferent und mit der derzeitigen Wirtschaftslage, rate ich jedoch den Studenten ab, einen Master zu machen. Wenn Bachelorabsolventen die Möglichkeit eines guten Jobeinstiegs bekommen, sollten sie die Chance auf jeden Fall nutzen. Denn nichts ist wichtiger als Berufserfahrung. Einen Master kann man auch nach drei bis fünf Jahren Berufserfahrung nachholen und sich dann eventuell auch gezielter weiterbilden. Gerade in der derzeitigen wirtschaftlichen Hochphase und dem zunehmenden Problem des Fachkräftemangels sind die Jobeinstiegsmöglichkeiten insbesondere für Bachelorabsolventen sehr gut. Mein Fazit lautet dadurch auf die Frage: „Macht ein Masterstudium Sinn?“: Neben der wirtschaftlichen Lage hängt es vor allem von der persönlichen Situation ab – so wie es auch bei mir war.

 Christian Liebhart

Kommentare

  • Marc sagt:

    Schön, dass die theoretischen Kenntnisse auch herausgestellt werden! Bei aller Praxisrelevanz darf die theoretische Grundlegung nicht als „akademischer Ballast“ verloren gehen. Andererseits ist es mit der Personal-Theorie an deutschen Unis so eine Sache. Meine Erfahrung: am Ende liegt es am einzelnen Studenten (und nicht am Bachelor- oder Masterzertifikat), wie sehr (oder wie wenig) er Personalthemen theoretisch, empirisch, juristisch durchdrungen hat. Leider bilden das die Zertifikate oft nicht ab. Die „Cracks“ hängen sich weit mehr im Studium in Personal-Spezifika hinein, als sie müssten, weil die Sorge besteht, dass der Lehrplan die Themen „zu dünn“ abfasst. Weil ich nicht genug Module zum Personalsektor erkennen konnte, habe ich extra Module belegt und mehr Personal-Hausarbeiten und Fallstudien geschrieben, als notwendig gewesen wäre. Schließlich aber ist die Diplomarbeit / Masterthesis mit Personalbezug in einem konkreten Betrieb immer noch der „Königsweg“. Ob das so bleibt, wird sich zeigen. Jedenfalls ist es nach meiner Erfahrung die ideale Kombi für einen Studenten, der ins Personalwesen will – und nicht nur eine praktische sondern auch eine akademische Reputation sucht.

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