Kindergeld bei dualem Studium mit integrierter Ausbildung

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Eltern können für ein Kind, das während eines dualen Studiums eine in das Studium integrierte praktische Ausbildung abschließt, bis zum nachfolgenden Abschluss des Bachelor-Studiums Kindergeld erhalten. Dies hat der BFH (Urteil v. 3.7.2014, III R 52/13) entschieden.

Der Entscheidung lag folgender Sachverhalt zugrunde: Der Sohn der Klägerin begann nach dem Abitur ein duales Bachelor-Studium im Studiengang Steuerrecht. Parallel dazu absolvierte er eine studienintegrierte Ausbildung zum Steuerfachangestellten. Die Ausbildung schloss er im Juni 2011 erfolgreich ab, das Bachelor-Studium knapp 2 Jahre später. Nach der Ausbildung und während des noch laufenden Studiums hatte der Sohn mehr als 20 Stunden pro Woche in einer Steuerberater-Kanzlei gearbeitet.

Die Familienkasse hob die Kindergeldfestsetzung nach Erreichen des Abschlusses zum Steuerfachangestellten auf, da sie davon ausging, dass die Erstausbildung mit dem erreichten Abschluss beendet sei. Nach ihrer Auffassung hätte das Kindergeld grundsätzlich bis zum Abschluss des Studiums weiter gewährt werden können, wenn der Sohn nicht mehr als 20 Stunden pro Woche gearbeitet hätte.

Dies sah der BFH jedoch anders: Er entschied, dass im Streitfall auch das nach Abschluss der studienintegrierten Ausbildung fortgesetzte Bachelor-Studium noch als Teil einer einheitlichen Erstausbildung zu werten ist.

Da die Erstausbildung nach der Steuerfachangestellten-Prüfung folglich noch nicht beendet war, kam es nicht darauf an, dass der Sohn bis zu seinem Bachelorabschluss mehr als 20 Stunden pro Woche gearbeitet hatte.

Wichtig: Das Gericht betonte, dass dies nur gilt, wenn sich das Kind in einem solchen Fall ernsthaft und nachhaltig auf den Studienabschluss vorbereitet. Eltern von sog. „Scheinstudenten“ sollen von dieser Rechtsprechung nicht profitieren.

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