Kindergeld: Masterstudium kann Teil einer einheitlichen Ausbildung sein

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Stress im Studium, Quelle: Photos.com

Der BFH sieht ein Masterstudium als Teil einer einheitlichen Erstausbildung an, wenn es zeitlich und inhaltlich auf den vorangegangenen Bachelorstudiengang abgestimmt ist (BFH, Urteil v. 3.9.2015, VI R 9/15, veröffentlicht am 18.11.2015).

In dem Revisionsverfahren ging es darum, ob auch nach Abschluss eines Bachelorstudienganges noch ein Anspruch auf Kindergeld für das studierende Kind besteht. Dies war der Klägerin von der Familienkasse und in der ersten Instanz auch vom Finanzgericht verwehrt worden (mehr dazu). Ein Kindergeldanspruch nach Abschluss einer Erstausbildung hätte nämlich nur bestanden, wenn der Sohn nicht mehr als 20 Stunden pro Woche neben dem Studium gearbeitet hätte. Dagegen spielt die wöchentliche Arbeitszeit keine Rolle, wenn sich das Kind noch in der (Erst-)Ausbildung befindet.

Nachdem der BFH nun das Masterstudium im Streitfall als Teil der einheitlichen (Erst-)Ausbildung ansah, bekommt die Klägerin das Kindergeld nun doch noch ausbezahlt.

Wer sich in einer ähnlichen Situation befindet, muss auf Folgendes achten: Ein im Anschluss an ein Bachelorstudium absolviertes Masterstudium ist nur dann als Teil einer einheitlichen Erstausbildung zu werten, wenn Bachelor- und Masterstudium in einem engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang durchgeführt werden (sog. konsekutives Masterstudium) und daher integrative Teile einer einheitlichen Erstausbildung darstellen. Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, kann das Kindergeld dennoch gerettet werden, allerdings darf das Kind dann maximal 20 Stunden/Woche arbeiten.

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