Konflikte mit Kommilitonen intelligent lösen

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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In unserem Alltag ist Kommunikation nicht wegzudenken, wir kommunizieren immer und überall. Egal ob im Privaten oder im Beruf, ob persönlich oder per E-Mail/Telefon – mit Hilfe von Kommunikation lösen wir täglich Probleme, Konflikte und Missverständnisse. Dabei macht der Ton die Musik, denn unsere Sprache macht unsere Haltung gegenüber anderen sichtbar und bestimmt, ob wir eher zusammen oder weiter auseinander kommen. Der häufigste Grund, weshalb Konflikte, Streitigkeiten und zum Teil gewaltige Krisen entstehen, ist: Wir sind in Gesprächen häufig zu emotional und werden schnell persönlich. Dies sollten Sie grundsätzlich vermeiden.

Ein Ansatz zur intelligenten Konfliktlösung ist die gewaltfreie Kommunikation. Dabei übernimmt jeder Eigenverantwortung für die eigenen Anliegen/Emotionen und kann dadurch objektiver in einer Konfliktsituation agieren. Bei einer solchen Kommunikation ist es wichtig, dass Feindbilder und Vorurteile außen vor bleiben und Sie fair bleiben. Zeigen Sie sich aufrichtig interessiert an Ihrem Gegenüber und hören Sie aufmerksam zu. So verhindern Sie, dass Missverständnisse entstehen und ein kleines Problem zu einem großen Konflikt anwächst.

Wenn Sie Konflikte intelligent und objektiv lösen wollen, dann sollten Sie vier Aspekte beachten:

Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte. Damit ist folgendes gemeint:

  • Äußern Sie Ihre Beobachtungen, ohne zu werten. Damit schaffen Sie eine konsensfähige Grundlage.
  • Wenn Ihr Gesprächspartner weiß, was Sie fühlen, kann er besser auf Sie eingehen. Verwechseln Sie Gefühle jedoch nicht mit Schuldzuweisungen, bleiben Sie bei sich!
  • Bedürfnisse sind die Triebfedern unseres Handelns, die alle Menschen teilen. Klären Sie Ihre Bedürfnisse und äußern Sie diese. Nachhaltige Lösungen entstehen, wenn Sie die Bedürfnisse beider Seiten erfüllen. Legen Sie im Verhandlungsprozess den Fokus auf Ihre Bedürfnisse und bleiben Sie flexibel in Ihren Zielen.
  • Die Chance zur Erfüllung Ihrer Bitten wird größer, wenn die Vertrauensbasis gesichert ist.

 

Wenn Sie diese Aspekte beachten, dann könnte ein Leitfaden zur Gesprächsführung eventuell so aussehen:

1.Einstieg

  • Setting und Rahmen
  • Anlass und Ziel klarstellen
  • Vorgehensweise absprechen

 

2.Klärung

  • Beide Sichtweisen wahrnehmen
  • Gefühle und Bedürfnisse klären
  • Entschleunigter Dialog

 

3. Lösungen

  • Wünsche, Bitten, Ideen einholen
  • Vereinbarungen treffen

 

4. Abschluss

  • Klären, ob alles besprochen wurde
  • Positiven Abschluss finden

 

Wie bereits angedeutet, spielen bei Konflikten auch der Ton und die Sprache eine wichtige Rolle. Da Sie mit Kommilitonen nicht genauso sprechen können wie mit Professoren, müssen Sie Ihre Sprache dem jeweiligen Gegenüber anpassen. Wenn Sie z. B. im Professoren-Umfeld Gefühle äußern, führt das nicht selten eher zu mehr Distanz als zu mehr Nähe. Hier kann es deshalb von Vorteil sein, Ihre Gefühle gar nicht anzusprechen oder die Ausdrücke so anzupassen, dass sie als akzeptabel empfunden werden können (ärgerlich wird zu irritiert und wütend zu schockiert).

 

Wenn Sie weitere Anregungen zu einer gewaltfreien und konstruktiven Kommunikation haben möchten, dann lesen Sie sich in folgende Bücher ein:

Basu/Faust: Gewaltfreie Kommunikation. 2. Auflage, Haufe, Freiburg, München 2014.

Scharlau/Rossié: Gesprächstechniken. 2. Auflage, Haufe, Freiburg, München 2014.

Schott: Verhandeln. Sicher, kreativ, erfolgreich. 4. Auflage, Haufe, Freiburg, München 2006.

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