Konfliktmanagement für Berufseinsteiger

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

Tags: , , ,

Konflikten kann auf Dauer niemand entgehen – auch in der Arbeitswelt. Sie können von alltäglichen Diskussionen über dreckiges Geschirr in der Küche bis hin zu Psychoterror und Mobbing reichen. Besonders Berufseinsteiger sind in Konfliktsituationen häufig überfordert und reagieren falsch. Wie diese Auseinandersetzungen entstehen und wie Sie am besten damit umgehen, haben wir für Sie zusammengefasst.

.

Berufseinsteiger haben häufig große Schwierigkeiten in Konfliktsituationen, da sie noch nie in eine berufliche Auseinandersetzung geraten sind. Möglicherweise sind die Kollegen noch relativ unbekannt und die eigene Rolle im Gefüge noch nicht gefestigt. Daher ist die Unsicherheit über das richtige Vorgehen groß.

Doch Konflikte bergen auch Potenzial, sie zeigen Probleme auf, stoßen Kommunikation und Veränderung an und schärfen das Problembewusstsein der Mitarbeiter. Damit ein Konflikt jedoch sein Potenzial entfalten kann, muss er erkannt werden. Dies hängt stark davon ab, wie gut die Mitarbeiter zwischenmenschliche Probleme erkennen können. Oft wird aus Angst vor einer Auseinandersetzung die eigene Wahrnehmung ganz unbewusst eingeschränkt und selektiv.

Für Außenstehende, besonders für Personaler, zeigen sich oft Merkmale, die darauf deuten, dass ein Mitarbeiter in einen offenen oder schwelenden Konflikt verwickelt ist: Er zieht sich zurück, hat hohe Fehlzeiten, ist häufig krank, macht nur noch Dienst nach Vorschrift und hat innerlich vielleicht sogar schon gekündigt. Diese Merkmale können ihn noch stärker ins Negative ziehen und die Situation für ihn immer unerträglicher machen.

Bevor Sie wegen Kleinigkeiten einen Streit vom Zaun brechen, der möglicherweise ungeahnt eskalieren kann, sollten Sie abwägen, ob das Problem eine Auseinandersetzung wert ist. Behalten Sie dabei Ihre begrenzten Ressourcen im Blick, wie Zeit, Gesundheit, psychische Belastbarkeit, die dauerhafte Arbeitszufriedenheit und nicht zuletzt, den Einfluss des Konflikts auf Ihre Karriere. Überlegen Sie, ob es noch andere Möglichkeiten der Problemlösung geben könnte. Oftmals hilft auch der Austausch mit außenstehenden Kollegen oder Freunden über deren Erfahrung im Umgang mit Problemen am Arbeitsplatz. Nicht zuletzt ist Konfliktlösung auch eine Aufgabe des Vorgesetzten. Wenn Sie sich als Berufseinsteiger in einer Situation überfordert sehen, sollten Sie vielleicht Ihren Vorgesetzten um Hilfe bitten.

Stellt sich dennoch für Sie heraus, dass ein Konflikt unvermeidbar ist, sollten Sie strategisch vorgehen:

  1. Bauen Sie Selbstsicherheit auf. So können Sie vermeiden, im Laufe des Konflikts in eine negative Spirale gezogen zu werden und Sie können sich auf Ihre positiven Erfolge besinnen.
  2. Verbessern Sie Ihre sozialen Kompetenzen. In einem Konflikt sind kommunikative und soziale Kompetenzen von größter Bedeutung.
  3. Suchen Sie sich Verbündete. Wenn Sie Rückendeckung haben, können Sie Ihren Standpunkt besser vertreten. Außerdem können Sie durch den Austausch Frustration und negative Gefühle vermeiden.
  4. Entwickeln Sie Handlungsperspektiven. Versuchen Sie die Blickrichtung zu wechseln und sich in Ihr Gegenüber zu versetzen. Wägen Sie die jeweiligen Prioritäten gegeneinander ab und justieren Sie eventuell Ihre eigenen Forderungen.
  5. Treten Sie in direkte Kommunikation. Sprechen Sie sachlich mit Ihrem Gegenüber über das Problem. Trennen Sie dabei Ihre persönlichen Gefühle von der sachlichen Ebene.
  6. Bleiben Sie bereit für Kompromisse. Ihre Wünsche werden nicht vollkommen erfüllt werden. Verhalten Sie sich sozial und denken Sie auch an die Perspektive und die Prioritäten Ihres Gegenübers.
  7. Treffen Sie gemeinsam eine Entscheidung. Versuchen Sie sich friedlich zu einigen und gehen Sie die Überwindung des Problems zusammen an.

.

Ein Konflikt verläuft nicht immer friedlich, aber Sie können durch eine entsprechende Strategie und gute Vorbereitung viele Unannehmlichkeiten vermeiden. Nicht zuletzt gilt die Devise: Blicken Sie positiv in die Zukunft. Versuchen Sie unvoreingenommen zu bleiben und nicht die Zuversicht in die gemeinsam erarbeitete Lösung zu verlieren.

.

Weitere Tipps zum Thema Konfliktmanagement finden Sie hier:

Heinz Jiranek/Andreas Edmüller: Konfliktmanagement. Konflikten vorbeugen, sie erkennen und lösen. Freiburg, München: Haufe 2015.

Matthias Nöllke: Machtspiele. Die Kunst, den eigenen Willen durchzusetzen. Freiburg, München: Haufe 2015.

Frank Kittel: Verhandeln. Freiburg, München: Haufe 2015.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte bestätigen Sie, dass Sie keine Maschine sind, indem Sie die Rechenaufgabe lösen. Nähere Informationen.