Kosten für Geburtstagsfeier mit Kollegen steuerlich absetzen?

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Die private Geburtstagsfeier kann man nicht von der Steuer absetzen. Aber wie sieht es aus, wenn man mit seinen Kollegen im Betrieb feiert?

In vielen Betrieben ist es üblich, dass man an seinem Geburtstag Gebäck und Sekt o. ä. für die Kollegen mitbringt. Je nach Größe der Abteilung und Qualität der mitgebrachten Speisen und Getränke können dafür schon mal 100 € oder mehr draufgehen. Da wäre es natürlich schön, wenn man diese Kosten von der Steuer absetzen könnte. Das war bisher nach der Rechtsprechung des BFH nur in Ausnahmefällen und insbesondere bei Arbeitnehmern in Führungspositionen möglich. Das könnte sich jetzt ändern: Das FG Rheinland-Pfalz ließ in einem Verfahren den Werbungskostenabzug zu und stützte sich dabei auf folgende Aspekte (Urteil v. 12.11.2015, 6 K 1868/13):

  • Ein Geburtstag ist zwar grundsätzlich ein privates Ereignis, allerdings waren keine privaten Freunde oder Verwandten eingeladen, sondern nur Personen aus dem beruflichen Umfeld des Klägers.
  • Die Veranstaltung fand in Räumen des Arbeitgebers und (zumindest teilweise) während der Arbeitszeit statt.
  • Der Kostenaufwand lag mit 35 € pro Person deutlich unter dem Betrag, den der Kläger für seine Feiern mit privaten Freunden und Familienmitgliedern ausgegeben hatte.

Das FG sah die Aufwendungen daher als beruflich veranlasst an. Zwar ging es im Streitfall um den 60. Geburtstag eines GmbH-Geschäftsführers. Die Kriterien, die das Gericht aufstellt, sind aber auch auf andere Arbeitnehmer übertragbar, also z.B., wenn der Azubi anlässlich seines Geburtstags Saft und Brezeln für die Kollegen spendiert.

Ob ein Werbungskostenabzug in solchen Fällen tatsächlich gelingt, muss sich allerdings erst noch zeigen. Die Finanzämter in Rheinland-Pfalz erkennen entsprechende Aufwendungen nach wie vor nicht an. Sie warten ab, wie der BFH im Revisionsverfahren entscheidet.

Steuerpflichtige sollten dennoch versuchen, die Aufwendungen für die Kollegenfeier als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit (Anlage N) geltend zu machen. Entsprechende Belege sollten aufbewahrt werden. Falls das Finanzamt die Kosten nicht anerkennt, kann gegen den Steuerbescheid Einspruch eingelegt werden und ein Ruhen des Verfahrens bis zur Entscheidung des BFH beantragt werden.

Hinweis: Steuerlich auswirken kann sich die Kollegenfeier nur dann, wenn die Werbungskosten insgesamt über dem Pauschbetrag von aktuell 1.000 € liegen.

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