Lampenfieber ist eine Einbildung

Veröffentlicht am von Peter Flume

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Peter Flume, Vorträge und Präsentationen, Autor

Viele Redner, die nur selten in die Situation kommen, Reden oder Präsentationen halten zu müssen, werden von heftigem Lampenfieber gebeutelt, wenn sie vor ihr Publikum treten. Vielleicht geht es Ihnen genauso. Doch was Sie als Belastung empfinden, ist möglicherweise überhaupt erst die Ursache dafür, dass Sie eine gute Leistung erbringen können. Im Sport wurde nachgewiesen, dass nur eine gewisse körperliche und physische Erregung optimale Leistung ermöglicht. Ähnliches gilt auch für Sie als Redner. Wenn Sie zu relaxed vor Ihr Publikum treten, ist eine Höchstleistung nicht möglich. Dann bringen Sie nicht genug Spannung auf, um das Publikum während der Rede/Präsentation in Spannung zu halten.

Allerdings gibt es auch eine Art Überspannung, die mit dem englischen Begriff „stagefright“ wesentlich besser beschrieben wird als mit dem Wort „Lampenfieber“. Denn dabei steht die Angst im Vordergrund, die viele Redner verspüren. Die Angst zu versagen, den eigenen oder den Maßstäben des Publikums nicht zu genügen. Die damit verknüpften Symptome ähneln denen, die bei Musikern vor einem Auftritt auftreten und die sie für eine Studie wie folgt beschrieben haben: Herzrasen, feuchte Hände, Atemnot, Übelkeit, Schwindel. Allerdings scheint es sich bei diesen Symptomen in der Regel um Einbildung zu handeln. Untersuchungen des Freiburger Instituts für Musikmedizin haben gezeigt, dass bei den Opernsängern, die an der Studie teilgenommen haben – vor allem bei denjenigen, die am meisten unter Lampenfieber litten –, kein erhöhter Blutdruck festzustellen war. Die gleichen Ergebnisse wurden am Institut für Arbeit und Gesundheit an der Universität von Lausanne erzielt. Die Werte derjenigen, die angaben, Herzrasen zu haben, wiesen weder auf eine erhöhte Herzfrequenz noch auf einen erhöhten Blutdruck hin.

Für Sie heißt das, dass die gefühlten Reaktionen Ihres Körpers auf die Auftrittssituation in der Regel weder tatsächlich vorhanden noch vom Publikum wahrnehmbar werden können. Sie dürfen sich also in dieser Hinsicht völlig entspannen. Allerdings gibt es doch ein Phänomen, das bei Musikern unter Stress zu beobachten war und das auch bei Rednern eine Rolle spielt: Es wurden deutlich niedrigere CO2-Konzentrationen in der ausgeatmeten Luft gemessen. Das deutet auf eine falsche Atemtechnik hin. Sie sollten also schon zu Beginn und während der Rede, sobald Sie Stress verspüren, darauf achten, die eingeatmete Luft wieder auszuatmen. Damit regulieren Sie den CO2-Gehalt, eine natürliche Atmung stellt sich ein und Sie fühlen sich wieder sicher.

Das mag überraschend klingen, tatsächlich zeigen aber auch meine Erfahrungen in den Seminaren, dass es in der Regel nur um die richtige Atmung geht. Der Rest an Symptomen bleibt dem Publikum verborgen und existiert möglicherweise tatsächlich nicht. Um den Ablauf vor einer Rede zu beruhigen, die Fehlerwahrscheinlichkeit bei der Vorbereitung der Technik zu reduzieren und gleichzeitig Ihr Lampenfieber zu senken, empfehle ich Ihnen, dass Sie eine Checkliste anlegen, die Sie immer unmittelbar vor Rede- und Präsentationsauftritten einsetzen.

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