Mögen Sie Stress?

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Stress im Studium, Quelle: Photos.com

… was für eine Frage! Aber…

gelegentlicher Stress kann durchaus anregend und kräftigend wirken, denken Sie zum Beispiel an sportliche Betätigung: Niemand käme auf die Idee, sein Fitnesstraining im gleichen Sinne als stressig zu bezeichnen wie etwa einen anstrengenden Tag an der Uni, an dem eine Anforderung nach der anderen an Sie herangetragen wird. Eine Situation wird jedoch in dem Moment zu belastendem Stress, wo Sie sich von ihr überfordert fühlen. Das kann auf verschiedenen Ebenen geschehen:

 

– Sie haben viel zu erledigen und nur wenig Zeit.
– Sie möchten etwas ganz besonders gut machen.
– Es kommt etwas Unerwartetes dazwischen, das Ihre ursprünglichen Pläne durchkreuzt.
– Sie sehen sich mit einer besonders schwierigen Aufgabe konfrontiert.
– Sie werden andauernd unterbrochen und abgelenkt.
– Sie haben andere Dinge im Kopf oder sind durch private Sorgen belastet.
– Sie fühlen sich kraftlos und überfordert, vielleicht sogar krank.
– Sie sollen eine wichtige Entscheidung treffen, haben aber nicht die Informationen, die Sie dafür bräuchten.
– Irgendjemand fängt plötzlich Streit mit Ihnen an.

Äußere und innere Anforderungen wachsen Ihnen über den Kopf und scheinen nicht mehr zu enden. Schließlich reagieren Sie nur noch wie ein Roboter und versuchen mehr zu geben als Sie überhaupt noch geben können. Damit überfordern Sie Ihre Leistungsfähigkeit, der Körper reagiert mit entsprechenden Stresssymptomen wie innerer Unruhe, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Zittern, Herzklopfen oder sogar Herzrasen, Nervosität, Schwindelgefühlen, Angstzuständen und so weiter.
Diesen Reaktionen können Sie Einhalt gebieten, im besten Fall lassen Sie es gar nicht erst so weit kommen. Denn auf Dauer ist kein Mensch einer solchen Anspannung gewachsen – der Organismus wird über kurz oder lang die ersten Alarmzeichen aussenden.

Wann ist Stress gesund?

Ein bestimmtes Maß an Spannung ist notwendig und gesund. Auch in eindeutigen Gefahrensituationen ist es wichtig, dass der Körper schnell und zuverlässig funktioniert, dass er eine große Menge Adrenalin ausschüttet und so die Reaktionsfähigkeit gewährleistet, die Sie in dieser Situation benötigen.

Stress hilft schnell zu reagieren: Denken Sie zum Beispiel an eine brisante Situation im Straßenverkehr: Sie erschrecken, treten intuitiv und blitzschnell auf die Bremse – und schon ist die Gefahr vorüber. Dank der Stressreaktion Ihres Körpers konnten Sie sich selbst helfen.
Auch in weniger gefährlichen Momenten ist es oft von Nutzen, über eine besondere Anspannung und Wachheit zu verfügen, um wichtige Informationen schnell aufnehmen und umsetzen zu können, so zum Beispiel in einer Prüfungssituation.

„Wohlfühlstress“ – das gibt es!

Denken Sie einmal zurück, als Sie eine besonders schöne Situation erlebten, vielleicht ein Lob von einer wichtigen Person (z. B. Ihrem Professor oder Chef) oder als Sie das letzte Mal verliebt waren.
In solchen Momenten sind Sie hellwach und vollkommen präsent. Gleichzeitig geht Ihr Puls schneller, Sie spüren vielleicht Ihr Herz kräftig schlagen, haben feuchte Hände, zitternde Knie – die gleichen Symptome wie bei „echtem“ Stress. Aber in diesem Fall sind sie sogar gesund für Ihren Organismus und fördern ein klares, deutliches Erleben der jeweiligen Situation.

Warum Entspannung so wichtig ist

Regelmäßig vom Alltag abzuschalten, in welcher Form auch immer, ist der notwendige Gegenpol zu den vielen Stressoren, die Ihnen täglich begegnen.
Wichtig für Ihre körperliche und seelische Gesundheit ist es nun, dass Sie einerseits ein natürliches Gleichgewicht zwischen „echtem“ und „gesundem“ Stress finden, andererseits aber auch zwischen jeglicher Art von Anspannung und Zeiten völliger Entspannung.
In der Natur finden Sie diese Polarität an vielen Stellen: Sommer und Winter, Tag und Nacht, Wachen und Schlafen – um nur wenige Beispiele zu nennen – sind solche Paare, die einander voraussetzen, sonst könnten sie nicht existieren. Und genauso gehören Anspannung und Entspannung zusammen; das eine kann ohne das andere nicht sein.

Wie entspannen Sie am liebsten? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar!

 

Unser Buch-Tipp: Der TaschenGuide „Stress ade – Die besten Entspannungstechniken“ von Roland Geisselhart und Chrisane Hofmann

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