„Nein“ statt „Ja“: So vermeiden Sie Überlastung

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Resilienz, also die Frage nach der psychischen Widerstandsfähigkeit, ist derzeit ein großes Trendthema. Ein Aspekt davon ist auch die Fähigkeit „Nein“ zu sagen, wenn es notwendig ist, und so Überlastungen zu vermeiden. Wie Sie das im beruflichen Alltag umsetzen, haben wir für Sie kurz zusammengefasst.

Sie haben bereits eine Menge unbearbeiteter Aufgaben auf dem Tisch liegen und nun kommt ein Kollege mit einer weiteren Aufgabe zu Ihnen ins Büro. Wider besseren Wissens sagen Sie prompt „Ja“, und bereuen es sogleich. Damit dies nicht wieder passiert, ist ein erster Schritt zum „Nein“-Sagen ist die Analyse der Situationen, in denen Sie „Ja“ sagen. Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen immer direkt zustimmen:

  • „Ja“ sagen, um die Harmonie zu erhalten: Dadurch werden Konflikte und Konfrontationen vermieden und die Stimmung im Büro bleibt gut.
  • „Ja“ sagen, weil alles erledigt werden soll und muss: Durch Ihren Perfektionismus können Sie es nicht ertragen, wenn etwas unerledigt bleibt, also übernehmen Sie diese Aufgabe auch noch.
  • „Ja“ sagen, weil die eigene Schwäche nicht eingestanden werden kann: Sie wollen nicht erkennen, dass auch Sie Ihre Grenze haben und nicht alles schaffen können.
  •  „Ja“ sagen aus Angst, etwas zu verpassen: Viele Dinge müssen erledigt werden, aber Sie können keine Priorität setzen, weil Sie fürchten etwas Wichtiges nicht mitzubekommen.

 

Gegen diese Unfähigkeit, bei Überlastung eine Grenze zu ziehen, können Sie verschiedene Maßnahmen ergreifen:

  • Fordern Sie Zeit und mehr Informationen, um sich einen Überblick über die Aufgabe und ihren Umfang zu verschaffen, bevor Sie zustimmen.
  • Sagen Sie nicht kategorisch „Nein“, sondern bleiben Sie danach offen und konstruktiv. Bilden Sie neue Ideen und Strategien, wie das Problem gelöst werden kann. So können Sie offene Konflikte vermeiden.
  • Bereiten Sie sich auch auf Gegenargumente auf Ihr „Nein“ vor, sonst sehen Sie sich schnell in der Situation, doch nachzugeben.
  • Versuchen Sie sich bei unfairem Verhalten Ihres Gegenübers zu distanzieren und nicht Ihre Energien in unfairen Reaktionen zu vergeuden. Nehmen Sie stattdessen körperlich (z. B. indem Sie die Arme verschränken) und mental (denken Sie z. B. „Das geht mich nichts an.“) Abstand und legen Sie sich Strategien zurecht, wie Sie trotz der fehlenden Fairness Ihre Interessen wahren können. Entlarven Sie zum Beispiel die Situation als ungerecht, gehen Sie dem entsprechenden Kollegen aus dem Weg oder reagieren Sie mit Schlagfertigkeit auf Gegenargumente auf ihr „Nein“.
  • Hören Sie auch auf Ihre Intuition und nicht nur auf die To-Do-Liste in Ihrem Kopf.

Oft hilft der Austausch mit Kollegen, Partnern oder Freunden oder ein Kaffee um Distanz zu gewinnen und die Situation überblicken zu können. Viele Ideen und Inspirationen können Sie auch in Managementliteratur finden.

Die Aneignung der Fähigkeit, „Nein“ zu sagen, ist ein Prozess, bei dem Sie lernen müssen, Ihre eigene Position zu wertschätzen und zu verteidigen. Verzagen Sie nicht bei Rückschlägen, sondern nutzen Sie diese konstruktiv. Falls Ihnen das „Nein“ nicht gelungen ist und Sie letztlich doch nachgegeben haben, ziehen Sie sich nicht in Ärger und Frustration zurück, sondern analysieren Sie die Gründe für Ihr Nachgeben und bilden Sie daraus Strategien für die nächste Konfrontation.

 

Weitere Tipps und Strategien finden Sie hier:

Monika Radecki: Nein sagen. Freiburg, München: Haufe 2015.

Gianna Possehl, Anke Meyer-Grashorn: Trust yourself. Intuition im Berufsalltag optimal nutzen. Freiburg, München: Haufe 2015.

Gianna Possehl, Frank Kittel, Tiziana Bruno, Gregor Adamczyk: Sich durchsetzen. Freiburg, München: Haufe 2014.

Matthias Nöllke: Schlagfertigkeit. Freiburg, München: Haufe 2015.

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