Neurowissenschaft im Trend

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Viele Menschen in Deutschland verfolgen täglich ihre Lieblings-TV-Sendungen im Fernsehen oder Online. Richtige Serienjunkies schauen dabei mehrere Serien parallel. Sie freuen sich auf die neuen Folgen, ärgern sich, wenn sie eine Folge verpassen, fiebern mit ihren Lieblingscharakteren und sind nicht selten verzweifelt, wenn eine Serie nach der finalen Staffel abgesetzt wird.

Für dieses Verhalten interessieren sich jetzt Neurowissenschaftler. Im Rahmen einer Studie, Serienfans unterm Mikroskop, versucht Dr. Kai-Markus Müller, CEO der Neuromarketing Laps, dem Serienverhalten auf den Grund zu gehen. Im Auftrag des Seriensenders Fox und Vodafone, ist sie die erste Studie, die das Phänomen TV-Serie aus einer wissenschaftlichen Perspektive nach höchsten Standards betrachtet: Durch die Live-Messung von EKG, EEG, fMRT, Hormonspiegel, Augenbewegung, Atemfrequenz, Hauttemperatur und anderen Werten wird analysiert, wie der menschliche Körper und Geist beim Konsum von TV-Serien reagiert.

Mit diesen Messungen wollen sie Fragen beantworten, wie zum Beispiel:

  • Was passiert im Gehirn während des Konsumierens der Lieblingsserie oder der verhassten Serie, die der Partner unbedingt sehen möchte?
  • Was passiert beim abrupten Serien-Entzug oder dem Absetzen einer Serie?
  • Verhält sich der Körper beim Schlussmachen mit dem Partner oder beim Kündigen einer Freundschaft ähnlich?
  • Werden hier in ähnlichem Maße Stresshormone ausgeschüttet wie bei einem Fallschirm- oder Bungee-Sprung?
  • Ist das wöchentliche Serien-Date vergleichbar mit einem Date unter Freunden?

 

Die Studie findet von Juli bis September 2013 statt und die Ergebnisse sollen im Rahmen der Münchner Medientage von Fox, Vodafone und TV Digital voraussichtlich im Oktober 2013 präsentiert werden.

Dabei liegt die Studie voll im Trend der heutigen Forschung. Denn in letzter Zeit bedient man sich immer häufiger der Neurowissenschaften, um verschiedenen Problemen auf den Grund zu gehen und sich bestimmte Phänomene erklären zu lassen.

 

Beim Thema NeuroPricing geht es zum Beispiel darum, den richtigen Preis für zu finden. Ein Preis, der zum Produkt passt, der in den Markt passt, der den höchsten Gewinn verspricht und – ganz besonders wichtig – ein Preis, den Kunden auch gerne bezahlen. Die Kerngebiete des NeuroPricings sind vielfältig: Ob es um die Ermittlung der Zahlungsbereitschaft geht oder um das Lösen kniffliger Aufgaben wie die „gehirngerechte“ Gestaltung von Rabattsignalen, die Preiskommunikation oder die Gestaltung von Preisschildern – von der Möglichkeit, per Hirnscan einen Blick in das Konsumentengehirn zu werfen, kann auf vielfältige Weise profitiert werden.

 

Beim Neuromarketing geht es dagegen ganz grundsätzlich um die vielfältigen Erkenntnisse der Hirnforschung für das Marketing. Dabei spielen sowohl Hirnforschungs-Apparate zu Marktforschungszwecken eine Rolle als auch die Integration der gesamten Erkenntnisse der aktuellen Hirnforschung in die Marketingtheorie und Marketingpraxis.

 

Weitere Betätigungsfelder der Neurowissenschaften sind u.a.:

  • Neurowissenschaftliche Bewusstseins- und Emotionsforschung
  • Emotional-kognitive Verarbeitungsprozesse von Anzeigen und TV-Spots im Gehirn
  • Neurolinguistik: Sprachverarbeitung im Gehirn
  • Neurowissenschaftliche Persönlichkeitsforschung

 

Wer sich über das spannende Thema der Neurowissenschaften weiter informieren möchte, kann dies mit Hilfe folgender Bücher tun:

 

  • Kai-Markus Müller: NeuroPricing. Wie Kunden über Preise denken, München Haufe 2012.
  • Ralf Pispers/ Joanna Dabrowski: Neuromarketing im Internet. Von der Website zum interaktiven Kauferlebnis, München Haufe 2012.
  • Hans-Georg Häusel (Hrsg.): Neuromarketing. Erkenntnisse der Hirnforschung für Markenführung, Werbung und Verkauf, München Haufe 2012.

 

Mehr zur Serien-Studie finden Sie unter:

http://www.neuromarketing-labs.com/serienstudie.html

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