Pendeln, ohne krank zu werden!

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Arbeitsbedingte Mobilität ist schon lange keine Modeerscheinung mehr. In Deutschland nehmen über acht Millionen Beschäftigte täglich einen Arbeitsweg von mehr als einer Stunde auf sich. Ob mit dem Auto oder Zug: Regelmäßig lange Wege zurückzulegen, ist belastend. Weniger Schlaf und Freizeit, Ärgernisse durch Staus oder Verspätungen, wenig Bewegung und vor allem das ständige Gefühl, Zeit zu vergeuden: Die Work-Life-Balance gerät aus dem Gleichgewicht, Erschöpfung und Niedergeschlagenheit werden Dauerzustände.

Verschiedene Studien legen den Fokus auf Pendler als spezielle Risikogruppe für psychische und psychosomatische Erkrankungen. So hat eine aktuelle kanadische Studie festgestellt, dass bei Pendlern ein größeres Risiko für Burnout besteht.

Dieses Risiko hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab und kann positiv beeinflusst werden.

 

Arbeiten Sie an Ihrer Einstellung!

  • Der Fehlzeiten-Report 2012 der AOK zeigt: Wer sich freiwillig für das Pendeln entscheidet, leidet seltener unter psychischen und stressbedingten Krankheiten als Personen, die fremdbestimmt pendeln. Akzeptieren Sie deshalb Ihr Dasein als Pendler und machen Sie sich bewusst, warum Sie es tun. Sie haben sich sicherlich nicht ohne Grund für das Pendeln entscheiden und ziehen Vorteile daraus.
  • Seien Sie realistisch: Was hätten Sie denn ehrlicherweise in Ihren Pendlerstunden gemacht? Wären Sie morgens 10 Kilometer gejoggt und hätten abends ein 3-Gänge-Menu gekocht? Wahrscheinlich hätten Sie doch nur länger geschlafen und am Abend eine Serie geguckt.
  • Sehen Sie das Positive am Pendeln: Sie haben Zeit für sich, keiner stört Sie und keiner will was von Ihnen. Genießen Sie das Pendeln als etwas Besonderes, eine Art Lifestyle. Der moderne Mensch ist eben mobil.
  • Durch das Pendeln können Sie außerdem etwas lernen: Sie werden besser in Logistik, Organisation und optimierter Zeitplanung. Zusätzlich eignen Sie sich recht schnell ein hohes Maß an Gelassenheit an.

 

Verbessern Sie Ihre Work-Life-Balance! 

  • Überwinden Sie Ihren inneren Schweinehund, um Ihre Freizeit sinnvoll als Ausgleich zu nutzen. Verabreden Sie sich zu festen Terminen oder nehmen Sie Ihr Sportzeug gleich mit zur Arbeit, um auf dem Heimweg ins Fitnessstudio gehen zu können.
  • Gestalten Sie Ihre Abende abwechslungsreich und intensiv. Auch wenn die Abende kürzer sind als bei anderen: Qualitätszeit hat nichts mit Quantität zu tun!
  • Achten Sie auf die richtige Balance zwischen aktiv gestalteter Freizeit und passiver freier Zeit.

 

Optimieren Sie Ihren Pendleralltag! 

  • Vorbereitung ist alles: Die Zeit zwischen Aufstehen und Aus-dem-Haus-Gehen sollte möglichst entspannt und routiniert ablaufen: Alle Dinge sollten griffbereit an ihrem Platz liegen, einen Teil der Organisation können Sie auf den Vorabend legen.
  • Schaffen Sie sich Ihre eigenen kleinen Rituale und gönnen Sie sich beispielweise einen Becher Kaffee am Bahnhof, der Ihnen sonst eigentlich zu teuer ist.
  • Der durchschnittliche Pendler verbringt ca. 10% seiner Tageszeit in einem Verkehrsmittel. Nutzen Sie diese produktiv und vergeuden Sie nicht 10% Ihrer Tageszeit mit Frustration und Selbstmitleid. Nutzen Sie die Zeit sinnvoll: Je nach Verkehrsmittel können Sie schlafen, lesen, essen, Musik hören, Kontakte knüpfen, To-do-Listen schreiben u.v.m.
  • Die Pendelzeit gibt Ihnen außerdem eine gute Gelegenheit, sich mental auf Ihren bevorstehenden Arbeitstag vorzubereiten bzw. Ihren Tag Revue passieren zu lassen, sodass Sie den Kopf anschließend frei haben und Ihren Feierabend genießen können.

 

 

Tipps zur Verbesserung Ihrer Work-Life-Balance finden Sie u.a. hier:

 

Elke Nürnberger u.a.: Stressfrei arbeiten. Haufe: Freiburg, München 2012.

Vera Heim u.a.: Auftanken im Alltag. Haufe: Freiburg, München 2015.

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