Plagiat und geistiges Eigentum – Gesetzeslage zum „richtigen“ Zitieren

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

Tags: , , , , , ,

In Deutschland fing die große Debatte mit den Plagiatsvorwürfen gegen den damaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg an. Aktuell wurden Bundestagspräsident Norbert Lammert und SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier von Plagiatsvorwürfen freigesprochen und die ehemalige Bildungsministerin Annette Schavan kämpft noch gegen die Vorwürfe und um den Erhalt ihres Doktortitels.

Mit dieser Thematik müssen sich nicht nur prominente Politiker auseinandersetzen, sondern jeder, der einen eigenen Text produziert, der sich u.a. auf das geistige Eigentum eines anderen bezieht. So auch Studenten, die an den Universitäten und Fachhochschulen tagtäglich mit dem Thema des richtigen Zitierens und der Gefahr des Plagiats konfrontiert sind. Dabei stellen sie sich die Fragen: Was ist überhaupt erlaubt und welchen Richtlinien sind zu beachten? Ist der Umgang mit Zitaten überhaupt rechtlich geregelt?

Antworten bietet u.a. das deutsche Urheberrechtsgesetz, das sich zum Thema Zitate und Quellenangaben äußert.

Nach § 51 darf aus einem fremden, schon veröffentlichten Werk zitiert werden, wenn es durch einen besonderen Zweck gerechtfertigt ist. So ein Zweck liegt u.a. vor, wenn sich Studenten im Rahmen einer schriftlichen Arbeit auf andere Werke beziehen müssen, um den Inhalt genauer erläutern zu können.

Neben dem Zitatrecht regelt das Urheberrechtsgesetz auch die Handhabung mit der Quellenangabe. Denn ein Zitat ist nur dann kein Plagiat, wenn das fremde geistige Eigentum kenntlich gemacht wird. Nach § 63 des deutschen Urheberrechtsgesetzes muss daher bei einem Zitat immer die Quelle mit angegeben werden. Bei der Übernahme eines Ausschnitts aus einem Artikel einer Zeitung muss neben dem Autor bzw. Urheber dann auch noch die Zeitung mit angegeben werden.

Den genauen Wortlaut des Gesetzestextes finden Sie hier:

http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/index.html#BJNR012730965BJNE009101377

Neben der gesetzlichen Lage, hat auch jede universitäre Einrichtung eigene Richtlinien zum Zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten. Dabei wird aufgezeigt, wie Studenten vorzugehen haben, wenn sie eine Arbeit verfassen, bei denen andere Werke zitiert werden.

http://www.lektueren.de/Lehrveranstaltungen/Zitierregeln.pdf

 

Bei Einhaltung der akademischen Richtlinien und dem deutschen Urheberrechtsgesetz sollte damit die Gefahr eines Plagiats gebannt sein.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte bestätigen Sie, dass Sie keine Maschine sind, indem Sie die Rechenaufgabe lösen. Nähere Informationen.