Quarterlife-Crises: Die Sinnkrise der Mittzwanziger

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Eine aktuelle Studie hat ergeben, dass jeder vierte Akademiker mit einer Sinn- und Identitätskrise ins Berufsleben startet. Die Rede ist von der sogenannten Quarterlife-Crisis.

 

Was bedeutet Quarterlife-Crises?

Quarterlife-Crisis (QLC) ist ein Begriff aus der Psychologie und bezeichnet den Zustand der Unsicherheit am Ende des ersten Lebensviertels. Betroffen sind demnach junge Menschen im Alter zwischen 21 und 29 Jahren, die sich meist in der Phase zwischen Studium und Berufseinstieg befinden bzw. die ersten Berufsjahre hinter sich haben.

 

Welche Merkmale hat die Quarterlife-Crises?

Typisch für die Quarterlife-Crisis sind Gefühle der Perspektivlosigkeit und des Unbehagens in Blick auf die Zukunft. Die bisherigen Leistungen und Erfolge im Leben werden in Frage gestellt und die momentane Situation als unzureichend eingeschätzt. Oft stellt sich der Eindruck ein, dass alle um einen herum besser und erfolgreicher sind als man selbst. Dies führt zu Zweifeln und Unsicherheiten in der Identität und Persönlichkeit. Dazu kommt eine Orientierungslosigkeit in Bezug auf den eigenen beruflichen Werdegang.

Eine besondere Form der Quarterlife-Crises zeigt sich im sogenannten „Imposter-Syndrom“, auch „Hochstapler-Syndrom“ genannt: Dabei handelt es sich um ein psychologisches Phänomen, bei dem der Betroffene unfähig ist, seine Erfolge der eigenen Leistung zuzuschreiben, und stattdessen ständig befürchtet, dass irgendwann jemand herausfinden könnte, dass er gar nicht so gut ist, wie alle glauben.

 

Wo liegen die Ursachen für die Quarterlife-Crises?

Die Krise der Mittzwanziger liegt in den natürlichen Veränderungen im Übergang zum Berufsleben begründet, dem Beginn des „realen Lebens“ außerhalb des geschützten Ausbildungsraums. Dadurch verändert sich das gesamte Leben: von finanziellen Sorgen, über die Veränderung der Freizeitgestaltung und der sozialen Beziehungen bis hin zu neuen Verantwortungen, Erfahrungen und sozialen Regeln im Berufsalltag.

Vor allem die Anfangszeit im Berufsleben ist dabei geprägt von wichtigen Entscheidungen in Bezug auf die richtige Jobwahl und die Weichen, die für die zukünftige Karriere gestellt werden. Der Absolvent steht einer Vielzahl an Optionen gegenüber, was stets mit der Angst einhergeht, eine falsche Entscheidung zu treffen. Auch Fehlschläge bei der Jobsuche sind neue Erfahrungen, die verarbeitet werden müssen.

Generation Y (alle nach 1980 Geborenen) hat es dabei besonders schwer: Eine Generation, die ständig hört „Du kannst alles machen, was du willst“ und der eine Fülle an Möglichkeiten zur Verfügung steht, spürt einen großen Druck bei der Berufswahl. Denn gesucht wird der perfekte Job, der alle Anforderungen erfüllt. Zu dieser Freiheit kommen gleichzeitig eine fehlende Stabilität und Beständigkeit im Berufsleben hinzu: Der Arbeitsplatz wird öfter gewechselt als früher und die Sicherheit des Arbeitsplatzes ist weniger gewährleistet. Somit ist ein Ende der Entscheidungsfindung nicht in Sicht.

All diese Faktoren lösen Selbstzweifel und Überforderung aus, die sich in den Kennzeichen der Quarterlife-Crisis bemerkbar machen.

 

Was hilft gegen die Quarterlife-Crises?

In einem gewissen Rahmen ist diese Krise völlig normal und vergeht wieder, sobald sich die persönliche und berufliche Entwicklung eingependelt hat. Bei einer starken Ausprägung der Merkmale kann dieser Zustand jedoch als sehr belastend empfunden werden und das gesamte Leben beeinflussen. Um dies zu vermeiden, können bestimmte Überlegungen hilfreich sein:

  • Lernen Sie, Ihre Stärken zu schätzen, und machen Sie sich bewusst, was Sie bereits alles geschafft haben.
  • Nehmen Sie sich Zeit für Entscheidungen und treffen Sie diese wohlüberlegt. So wissen Sie im Nachhinein, dass Sie alle Optionen geprüft haben und Ihre Entscheidung nicht leichtfertig getroffen haben.
  • Suchen Sie den Austausch mit anderen. Mit Ihren Ängsten sind Sie nicht alleine, Sie teilen sie mit einer ganzen Generation!
  • Suchen Sie sich professionelle Hilfe, z.B. bei Mentoren und Coaches, die Sie bei Ihrer persönlichen oder beruflichen Entwicklung unterstützen.

 

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