Reden und Präsentationen: der Sachvortrag

Veröffentlicht am von Peter Flume

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Peter Flume, Vorträge und Präsentationen, Autor

Viele Berufseinsteiger empfinden es als Herausforderung, vor Publikum zu sprechen. Durch technische Hilfsmittel kann man sich die Vorbereitung sowie die eigentliche Präsentation erleichtern. Präsentationen mit PowerPoint haben in der Regel eine lineare Struktur – eine Folie folgt auf die andere. Daher bietet sich der klassische Sachvortrag an.

Die Einleitung eines Sachvortrags besteht aus drei klar voneinander zu unterscheidenden Schritten. Im ersten Schritt wird das Interesse der Zuhörer geweckt. Setzen Sie hierzu den Titel Ihrer Präsentation ein. Wenn Sie möchten, stellen Sie bei einer PowerPoint-Präsentation zusätzlich ein zum Inhalt passendes aussagekräftiges Bild an den Anfang. Halten Sie diese Passage sehr kurz, eine optimale Wirkung erzielen Sie, wenn sie nicht länger als zehn bis 15 Sekunden dauert. Anschließend begrüßen Sie Ihr Publikum.

Da ein Sachvortrag in aller Regel länger dauert, folgt am Ende der Einleitung die Gliederung des Vortrags, die beispielsweise auf einem Flipchart vorgestellt wird.

Im Hauptteil einer Rede geht es darum, dass Sie die wesentlichen Punkte Ihrer Argumentation so platzieren, dass Sie damit Ihre Zuhörer in jedem Fall mehrfach erreichen. Denn erst durch die Wiederholung stellen Sie sicher, dass die Inhalte auch in Erinnerung bleiben.
Konkret bedeutet das, dass Sie die jeweils wichtigsten Argumente an den Anfang eines Gliederungsabschnitts stellen sollten. Auf diese Weise werden die Zuhörer zu einem Zeitpunkt mit den zentralen Inhalten konfrontiert, zu dem ihre Aufmerksamkeit noch hoch ist. Im Anschluss, wenn die Aufmerksamkeit dann langsam nachlässt, schieben Sie tiefer gehende Erklärungen und Erläuterungen nach. Ein positiver Nebeneffekt dieser Vorgehensweise: Sie holen direkt diejenigen Zuhörer ab, die es vorziehen, dass ein Redner schnell zum Punkt kommt. Wenn die erst einmal zufriedengestellt sind, können Sie mit den anderen Zuhörern weiter ins Detail gehen.
 
Im Normalfall hält die Aufmerksamkeit etwa drei bis fünf Minuten an. Diese Zeitspanne verlängert sich auf 20 Minuten, wenn die folgenden Voraussetzungen vorliegen:

1. Der Zuhörer muss ein hohes Grundinteresse an dem Vortrag mitbringen.
2. Der Zuhörer muss ausgeschlafen sein.
3. Der Zuhörer muss gesund sein.
4. Der Vortrag muss morgens auf dem Höhepunkt der biologischen Leistungskurve stattfinden.
5. Der Zuhörer darf sich vorher nicht mit Dingen beschäftigt haben, die ihn vom Vortrag ablenken könnten.
6. Der Zuhörer darf nicht unter Zeitdruck stehen.
7. Im Vortragsraum müssen optimale Klimabedingungen herrschen und der Zuhörer muss bequem und ermüdungsfrei sitzen können.
Da alle diese Umstände selten vorliegen, sollten Sie Ihre Rede von vornherein so gestalten, dass Sie dem Zuhörer durchaus Phasen zumuten, in denen er die volle Aufmerksamkeit halten muss, aber auch bewusst Phasen der Entspannung mit einplanen.

Um sicherzustellen, dass sich Ihre Zuhörer jedes Mal zu Beginn eines neuen Gliederungsabschnitts wieder auf Ihre Worte konzentrieren und voll aufnahmefähig sind, sollten Sie jeweils am Ende eines Gliederungsabschnitts einen gestalterischen Höhepunkt setzen, neudeutsch „Wake-up-Point“ genannt. Das erreichen Sie beispielsweise dadurch, dass Sie Ihre Zuhörer persönlich ansprechen, deutliche Akzente mit der Stimme setzen (lauter, leiser werden) oder statt gestalteter Folien ein schwarzes Chart einblenden. Mit der letztgenannten Maßnahme zwingen Sie das Publikum, sich wieder voll auf Sie zu konzentrieren.

Schließen Sie jeden Gliederungsabschnitt damit ab, dass Sie den wesentlichen Aspekt in einer Kernaussage nochmals auf den Punkt bringen.
Bis hierher haben Sie den Boden vorbereitet, nun ist es an der Zeit, dass Sie Ihr Bewegungsziel in einen eindeutigen Appell umsetzen. Damit Ihr Appell volle Wirkung entfalten kann, sollten Sie idealerweise auf das obligate „Danke“, das viele Redner direkt an die letzten Worte ihrer Rede anhängen, verzichten. Ansonsten verliert Ihre Aufforderung an Kraft.

Im Schlussteil stellen Sie sicher, dass Ihre Informationsziele bei den Zuhörern verankert werden. Das geschieht, indem Sie zunächst in einer kurzen Aufzählung die wesentlichen Kernaussagen zusammenfassen.
Um das Publikum auf das Ende Ihrer Rede vorzubereiten und den Vortrag abzurunden, erfolgt der Bogenschluss zum Anfang. Idealerweise zeigen Sie hier noch einmal Ihre Einstiegsfolie oder wiederholen Ihre zu Beginn getätigte Aussage fast wörtlich. Die Zuhörer, die aus Büchern und Filmen das Happy End gewohnt sind, erkennen deutlich, dass sich der Kreis schließt, und sind bereit für Ihren Schlusssatz.

Kommentare

  • Chris sagt:

    Toller Beitrag. Bitte mehr davon!

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