Sicher vom Monolog zum Dialog

Veröffentlicht am von Peter Flume

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Peter Flume, Vorträge und Präsentationen, Autor

Die meisten Rede- beziehungsweise Präsentationssituationen, die Ihnen in Ihrem Businessalltag begegnen werden, sind nicht nur durch den Monolog vor dem Publikum geprägt, sondern beinhalten zudem dialogische Elemente. Für Sie heißt das, dass Sie häufig schon während des Vortrags mit Zwischenfragen umgehen müssen, sich aber in aller Regel spätestens am Ende Ihrer Rede der Diskussion stellen müssen.

Meiner Erfahrung nach fürchten viele Redner vor allem solche Situationen, weil Sie möglicherweise mit Fragen oder Argumenten konfrontiert werden, auf die sie in der jeweiligen Situation keine passende Antwort haben. Tatsächlich aber ist es so, dass die meisten Vortragenden, die ich beobachtet habe, gerade in Phasen des Dialogs wesentlich stärker und überzeugender waren als in den Phasen, in denen sie sklavisch ihrem Redekonzept gefolgt sind. Das liegt daran, dass der Dialog in Redesituationen dem Wesen nach wesentlich näher am normalen Gespräch liegt als der Vortrag. So bewegt sich der Redner auf sicherem Terrain und kann überzeugen, während er vorher noch in Gefahr war, ins Straucheln zu geraten. Überlegen Sie sich deshalb vorab, wie Sie gezielt den Übergang von der Rede- zur Dialogsituation schaffen.

Präsentationen werden oft in ungeeigneten Momenten durch Zwischenfragen gestört. Es ist also wesentlich besser, wenn Sie den Zeitpunkt für Fragen bestimmen. Die einfachste Technik besteht darin, dass Sie, wenn Sie ein Kapitel des Vortrags abschließen, eine schwarze Folie einblenden und nun die Zuhörer mit einer offen gestellten Frage zum Dialog ermuntern: „Welche Fragen gibt es von Ihnen zu diesem Aspekt?“ Die meisten Zuhörer beginnen sowieso von sich aus, aktiv nachzufragen, wenn der Redner ein Kapitel abgeschlossen hat, da sie befürchten, dass es sonst keinen guten Zeitpunkt mehr für ihre Fragen geben wird. Ihre Aufforderung wird also normalerweise gerade recht kommen. Sie dürfen damit rechnen, aktiv in den Dialog einsteigen zu können, ohne dass der rote Faden Ihrer Rede durch eine falsch platzierte Frage zerschnitten wird.
Außerdem können Sie eine Diskussion, die sich in die falsche Richtung entwickelt, jederzeit stoppen, indem Sie die nächste Folie aktivieren und den Fokus wieder auf die Präsentation ausrichten. Sie bleiben damit derjenige, der das Heft in der Hand hat.

Trotz aller Planung werden Sie nicht alle Fragen auf einen bestimmten Zeitpunkt hin lenken können. Sollte es dazu kommen, dass Sie während Ihres Vortrags auf eine Zwischenfrage reagieren müssen, sollten Sie nach folgendem Muster vorgehen:

Wiederholen Sie die Frage, um Ihre Gedanken zu sortieren. Haben Sie sie nicht verstanden, sichern Sie das Verständnis durch Rückfragen.
Beantworten Sie die Frage im Kern knapp mit einem Satz.
Vertagen Sie eine ausführliche Antwort auf einen späteren Zeitpunkt während oder nach der Präsentation.

Mit diesem Reaktionsmuster stellen Sie als Redner auf der einen Seite den Zuhörer kurzfristig zufrieden – er hat gleich eine Antwort bekommen. Auf der anderen Seite vermeiden Sie es, sich zu weit vom eigentlichen Thema zu entfernen. Wenn es Ihnen dann noch im weiteren Verlauf der Rede gelingt, den Zuhörer dann wieder aktiv anzusprechen, wenn Sie die Antwort auf seine Frage, die Sie zuvor knapp gehalten haben, vertiefen, wird das als ein deutliches Zeichen für Ihre Souveränität aufgefasst werden.

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