Studienkosten künftig besser steuerlich absetzbar?

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Das Bundesverfassungsgericht muss sich demnächst mit der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Studienkosten beschäftigen. Wird die bisherige Regelung als verfassungswidrig angesehen, könnte sich eine Steuererklärung für viele Studenten richtig lohnen.

Kosten für ein Erststudium können bisher regelmäßig nicht als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden. Stattdessen ist nur ein Abzug als Sonderausgaben möglich, der bei den meisten Studenten aber ins Leere läuft, weil sie nur wenig oder gar nichts verdienen.

Ein Abzug als Werbungskosten ist bislang nur möglich, wenn die Ausbildung im Rahmen eines Dienstverhältnisses stattfindet oder wenn bereits eine Erstausbildung bzw. ein Erststudium abgeschlossen wurde (Zweitstudium).

Der Vorteil des Werbungskostenabzugs liegt darin, dass ein Verlust festgestellt werden kann, der mit Einkünften späterer Jahre verrechnet werden kann und dann zu einer Steuerersparnis führt. Sonderausgaben können dagegen nicht in spätere Jahre vorgetragen werden und verpuffen folglich, wenn im Jahr ihres Entstehens keine positiven Beträge gegengerechnet werden können.

Mehrere Steuerpflichtige hatten sich gerichtlich dagegen gewehrt, dass sie ihre Ausbildungskosten nicht als Werbungskosten geltend machen konnten. Die entsprechende Regelung wurde erst 2011 (rückwirkend bis 2004) eingeführt. Seitdem sind Aufwendungen für die erste Berufsausbildung vom Werbungskostenabzug ausgeschlossen. Der Bundesfinanzhof hält dies für verfassungswidrig. Ob dem so ist, muss jetzt das Bundesverfassungsgericht klären.

Studenten können schon vor der Entscheidung eine Einkommensteuererklärung abgeben und darin Studienkosten als Werbungskosten geltend machen. Zwar wird das Finanzamt dies zunächst ablehnen, gegen den Steuerbescheid kann dann aber Einspruch eingelegt werden (mit Verweis auf das Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht bzw. die Vorlagebeschlüsse des BFH v. 17.7.2014, VI R 2/12 und VI R 8/12)). So bleibt der Steuerfall „offen“ und der Steuerpflichtige kann von einer späteren Entscheidung des Verfassungsgerichts profitieren.

Hinweis: Für den Abzug als Werbungskosten kommen im Prinzip alle Kosten infrage, die im Zusammenhang mit dem Studium entstehen, z.B. Studien- oder Kursgebühren, Fahrtkosten (Wohnung – Uni), Fachliteratur, Arbeitsmittel, Kosten für Auslandssemester etc.

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