Studieren im Ausland I: Das Auslandssemester. Das müssen Sie bei der Planung berücksichtigen!

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Vorlesungen an der Sorbonne lauschen, eine Wiener Melange zwischen zwei Vorlesungen trinken oder nach den Prüfungen an der Copacabana zusammen anstoßen – im Ausland zu studieren macht nicht nur Spaß sondern bringt Sie auch persönlich weiter. In unserer Reihe „Studieren im Ausland“ stellen wir Ihnen verschiedene Möglichkeiten vor, an einer ausländischen Hochschule zu studieren.

Die gängigste Form des Auslandsstudiums ist das Auslandssemester. Dabei bleibt man an einer deutschen Hochschule immatrikuliert und wechselt für ein oder zwei Semester an eine ausländische Partnerhochschule. Welche Hochschulen für Sie in Frage kommen, hängt von Ihrem Studienfach und der Hochschule ab, an der Sie in Deutschland studieren.

Organisation

In der Regel werden Sie bei der Organisation des Auslandssemesters stark von Ihrer Universität unterstützt. Sollten Sie aber den Wunsch hegen, in einer anderen Stadt als den Angebotenen studieren zu wollen, haben Sie auch die Möglichkeit, sich an einer anderen ausländischen Universität zu bewerben. Dabei müssen Sie aber sehr viel mehr selbst organisieren.

Da die Bewerbung daher sehr aufwendig sein kann, sollten Sie schon ein Jahr im Voraus mit der Planung und Organisation beginnen. Wenn Sie in ein außereuropäisches Land möchten, sollten Sie sogar eineinhalb Jahre Vorlauf einplanen.

Für ein Studium im Ausland ist es immer unerlässlich, die Sprache des Landes zumindest ansatzweise zu beherrschen. Einige Universitäten bieten Kurse auf Englisch an, darüber sollten Sie sich vor der Bewerbung informieren. Egal ob Sie in der Landessprache oder auf Englisch studieren werden, kümmern Sie sich rechtzeitig um einen Sprachkurs!

Während der Semester, die Sie im Ausland verbringen, sollten Sie sich an Ihrer Heimatuniversität beurlauben lassen. Das bedeutet, dass Sie noch eingeschrieben sind, dort aber während des Urlaubssemesters keine Notenleistungen erbringen können. Die Leistungen, die Sie an der ausländischen Universität erbringen, können Sie dennoch anschließend anrechnen lassen. Was Sie von den Veranstaltungen der ausländischen Universität anrechnen lassen können, sollten Sie schon vor der Abreise an Ihrer Heimatuniversität klären. Die Kurse stehen meistens bereits ein halbes Jahr vor Semesterbeginn fest, daher können Sie sich online informieren und es mit den Zuständigen klären.

Gebühren und Finanzierung

Viele Studierende geben an, dass ein Semester im Ausland aus finanziellen Gründen für sie nicht in Frage käme. Allerdings kann man den Auslandsaufenthalt durchaus mit verschiedenen Stipendien finanzieren. Voraussetzung dafür ist, sich frühzeitig darum zu kümmern.

Wenn Sie sich für ein Auslandssemester an einer Partneruniversität Ihrer Heimathochschule entscheiden, fallen in der Regel keine Studiengebühren außer dem regulären Semesterbeitrag an. Dies kann allerdings nicht gewährleistet werden, wenn Sie Ihr Auslandssemester selbstständig organisieren und die Gastuniversität selbst wählen.

Wenn Sie in europäisches Ausland gehen, erhalten Sie ein Erasmus-Stipendium, das von der EU finanziert wird. Die Höhe des Betrags variiert entsprechend der Höhe der Lebenshaltungskosten in Ihrem Gastland zwischen 150 € und 270 €. Bedenken Sie jedoch, dass Sie davon im Ausland nicht leben können und das Erasmus-Stipendium nur einen Teil der Finanzierung darstellen kann. Das Stipendium kann pro Studium nur für zwei Semester bzw. 12 Monate in Anspruch genommen werden

Eine weitere Finanzierungsmöglichkeit eröffnet das Auslands-BAföG. Das bekommt jeder, der schon in Deutschland BAföG erhält. Aber auch wer in Deutschland keinen Anspruch auf BAföG hat, kann es für einen Auslandsaufenthalt erhalten. Teil der finanziellen Unterstützung ist die Übernahme der Studiengebühren bis zu 4.600 €, die Reisekosten und eventuelle Zusatzkosten für die Krankenkasse. Außerdem gibt es länderabhängig einen Zuschlag zwischen 60 € und 255 € auf den regulären BAföG-Betrag

Doch selbst Erasmus und BAföG zusammen können meistens nicht den Lebensunterhalt im Ausland sichern. Daher bietet es sich an, Ausschau nach anderen Möglichkeiten zu halten. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) bietet verschiedene Stipendien an und über private Trägerschaften gibt es ebenfalls ein großes Angebot. Dafür müssen Sie oft nicht ausschließlich sehr gute Noten vorzeigen können. Viele private Träger achten eher auf soziales Engagement oder andere Aspekte. Eine weitere Option wäre, einen Studienkredit aufzunehmen.

Die Möglichkeiten zur Finanzierung sind also vielfältig. Nutzen Sie diese Chancen, denn ein Semester im Ausland sieht nicht nur toll im Lebenslauf aus, sondern macht auch viel Spaß und fördert Ihre persönliche Entwicklung.

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Weitere Tipps zur Vorbereitung finden Sie hier:

Stephanie Shellabear: False Friends in Business English. Freiburg, München: Haufe 2011.

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