Studieren kann jeder – auch ohne Abitur!

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Wer eine Ausbildung gemacht und danach für einige Jahre gearbeitet hat, kennt vielleicht diese Situation: Man ist Anfang zwanzig, wissenshungrig und bereit auf der Karriereleiter aufzusteigen. Doch bei vielen Berufstätigen verlangsamt sich der Aufstieg oder kommt sogar zum Erliegen, weil Ihnen ein Studium fehlt. Was viele jedoch nicht wissen: Das ist nicht das Ende der Karriere – denn ein Studium kann auch ohne Abitur begonnen werden. Seit 2009 gibt es ein Gesetz, dass es ermöglicht, auch ohne allgemeine Hochschulreife an Universitäten und Hochschulen zu studieren. So soll das Bildungssystem auch im akademischen Bereich durchlässiger und flexibler gemacht werden. Dass die Nachfrage hoch ist, beweisen die Zahlen: Haben 2010 noch rund 26 000 Menschen in Deutschland ohne Abitur studiert sind es 2015 schon knapp 50 000 gewesen, wie die Seite studieren-ohne-abitur.de Anfang dieses Jahres bekannt gab.

Was Sie für ein Studium mitbringen müssen, variiert im Detail je nach Bundesland, Universität und Studiengang. Grundsätzlich gilt aber: Wer zu seiner Ausbildung noch eine hochqualifizierte Aufstiegsfortbildung nachweisen kann, wie zum Beispiel einen Meister oder Fachwirt, dem wird dies als allgemeine Hochschulreife angerechnet und er kann sich frei auf alle Studiengänge bewerben. Wer hingegen nur eine Berufsausbildung und eine mehrjährige Berufserfahrung (meistens 3 Jahre) vorweisen kann, ist hier eingeschränkter. Ein Studium kann nur fachbezogen erfolgen, muss also dem Ausbildungsberuf inhaltlich nahe stehen. Zusätzlich muss bei vielen Universitäten und Hochschulen noch ein Beratungsgespräch durchgeführt werden. Auch die Übertragung der Ausbildung in eine Note, mit der der Bewerber eingestuft werden kann, erfolgt unter unterschiedlichen Gesichtspunkten.

 

Den Studierenden stehen deutschlandweit etwa 7000 Studiengänge zur Auswahl. Die beliebtesten Fächer sind mit ca. 50% der Studierenden die Rechts- und Sozialwissenschaften. Auf Platz zwei und drei finden sich die Sprach- und Kulturwissenschaften mit 14% und die Ingenieurwissenschaften mit 13%. Rund 10% studieren im Bereich der Medizin- und Gesundheitswissenschaften.

Obwohl die Umstellung vom regelmäßigen Gehalt auf den studentischen Geldbeutel und die Einfindung in anstrengende Lernphasen nicht einfach sind, haben viele Studierende mit Praxishintergrund auch Vorteile gegenüber ihren Kommilitonen mit Abitur: Sie haben mehrere Jahre Erfahrung in der praktischen Anwendung eines Fachgebiets und finden daher oft leichter Zugang zu den theoretischen Hintergründen. Wie jeder reguläre Studierende haben natürlich auch Einsteiger aus der Berufswelt das Recht auf den Studentenstatus, BAföG und verschiedene Vergünstigungen.

Der Schritt, seine Arbeit zu kündigen und zurück in ein Ausbildungsverhältnis zu gehen ist für viele sehr mutig und stellt eine große Veränderung dar. Doch es lohnt sich, denn ein Studium kann eine große Bereicherung für Ihre Karriere darstellen.

 

Weitere Informationen zum Studium und danach finden Sie auch hier:

Doris Brenner: Karrierestart nach dem Studium – inkl. Arbeitshilfen online. Freiburg, München: Haufe 2015.

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