Studium mit Kind – Finanzierungsmöglichkeiten und Beratungsstellen

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

Tags: , , , ,

An den deutschen Universitäten sind immer öfter junge Eltern anzutreffen, die den Spagat zwischen Kind und Studium/Karriere meistern müssen.

Eine Frage, die sich studierende Eltern häufig stellen, ist die nach einer möglichen Finanzierung. In Deutschland gibt es verschiedene staatliche Finanzierungshilfen.

Bafög

Für jedes Kind wird Studenten ein pauschaler Grundfreibetrag von 435 Euro auf ihr Einkommen gewährt. Auf das restliche Einkommen von BAföG-beantragenden Studenten und ihren Ehepartnern werden nochmals 5% für jedes Kind als Freibetrag angesehen.
Alleinerziehende können Kosten zur Kinderbetreuung von monatlich bis zu 175 Euro für ihr erstes und bis zu 85 Euro für jedes weitere Kind anrechnen lassen.

Für studierende Eltern sieht das BAföG eine Verlängerung der Förderungshöchstdauer vor. Für eine Schwangerschaft wird bei Studenteninnen die Förderungshöchstdauer um ein Semester verlängert. Bis zur Vollendung des 5. Lebensjahres ist eine Verlängerung für Mutter und/oder Vater von einem Semester pro Lebensjahr möglich.

 

Elterngeld

Seit Januar 2007 gibt es für denjenigen Elternteil, der Erziehungsurlaub/Elternzeit nimmt, das sogenannte Elterngeld. Für 12 Monate werden 67 % des letztjährigen Netto-Gehalts, maximal jedoch 1.800 € gezahlt. Als pauschale Mindestsumme werden 300 € Elterngeld je Kind gewährt (z. B. bei Studenten).

Übernimmt der andere Elternteil auch zeitweise die Kinderbetreuung, so wird für zwei weitere Monate, die „Vätermonate“, ebenfalls Elterngeld gezahlt. Es besteht die Möglichkeit, das Elterngeld z.B. bei einer gemeinsamen Elternzeit auf 7 Monate zu kürzen oder auf 24 bzw. 28 Monate zu strecken, dann wird der monatliche Betrag entsprechend der Bezugszeit berechnet.
Alleinerziehende können generell für 14 Monate Elterngeld erhalten, natürlich nur, wenn das entsprechende Einkommen gemindert bzw. die vorherige Beschäftigung reduziert wurde.

 

Mutterschaftsgeld

Lediglich Mütter haben einen Anspruch auf diese Zahlung. Grundsätzlich soll das Mutterschaftsgeld eine Fortzahlung des Nettolohns darstellen. Wer während der Schutzfrist, d.h. während der Schwangerschaft und bis regulär vier Monate nach der Entbindung, ein Arbeitsentgeld erhält, hat demnach keinen Anspruch auf die Lohnersatzleistung Mutterschaftsgeld.

Gesetzliche Krankenkasse

Studentinnen, die bei einer gesetzlichen Krankenkasse familienversichert und – wenn auch nur geringfügig – beschäftigt oder mit Zustimmung der zuständigen Behörde gekündigt sind, können ab Beginn des Mutterschutzes beim Bundesversicherungsamt Mutterschutzgeld von einmalig maximal 210 € erhalten. Studentinnen, die selbst – freiwillig oder pflichtweise – gesetzlich krankenversichert sind, erhalten Mutterschaftsgeld auch bei geringfügiger Beschäftigung, z.B. als Minijob, von ihrer Krankenkasse. Die Beantragung und Auszahlung von maximal 13 Euro pro Tag erfolgt über die zuständige Krankenkasse. Hinweis: Das bisher gewährte Entbindungsgeld der gesetzlichen Krankenkassen von ca. 77 € wurde ersatzlos gestrichen.

Private Krankenversicherung

Für privat Versicherte zahlt das Bundesversicherungsamt ein einmaliges Mutterschaftsgeld in Höhe von derzeit maximal 210 €.

 

Kinderbetreuungskosten

Alle Eltern, die im Kalenderjahr so viel verdienen, dass sie Steuern zahlen müssen, werden insofern begünstigt, als sie Kosten, die für die Betreuung der Kinder entstehen, von der Steuer absetzen können.

Paare, bei denen einer studiert und einer erwerbstätig ist oder bei denen beide studieren, können im Kalenderjahr zwei Drittel der Kosten, die für die Betreuung jedes Kindes bis zu 14 Jahren entstanden sind, als Sonderausgaben absetzen. Der Höchstbetrag liegt für jedes Kind bei 4.000 Euro pro Kalenderjahr. Das Gleiche gilt für Studierende, die ihr Kind allein erziehen. Sind beide Eltern oder ist ein allein erziehender Elternteil erwerbstätig, können Kosten in gleicher Höhe als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben abgesetzt werden. Nicht abzugsfähig sind Aufwendungen für Unterricht, die Vermittlung besonderer Fähigkeiten sowie für sportliche und andere Freizeitbetätigungen.

 

An Universitäten und Fachhochschulen gibt es speziell für StudentInnen Einrichtungen und kinderfreundliche Regelungen, welche beim Studium mit Kind helfen und das Studieren erleichtern sollen.

 

Studentenwerk/ Hochschulen

Nicht mehr nur die Studentenwerke, sondern auch viele  Hochschulen kümmern sich um Studenten mit Kind. Neben der Beratung zu finanziellen, familiären oder auch rechtlichen Problemen werden oftmals auch konkrete Hilfen angeboten. Die einzelnen Hochschulen bieten einige Beratungsangebote und teilweise auch Betreuungsmöglichkeiten an. Zu nennen sind hier:

  • Studentenwerke (www.studentenwerke.de)
  • Akademische Beratungszentren/Sozialberatung
  • StudentInnenvertretung (AStA, StuRa, etc.)
  • Gleichstellungsbüros/Frauenbeauftrage
  • Elternservicebüros für Studierende mit Kind, die bereits an einigen Hochschulen eingerichtet wurden

 

Prüfungsregelungen

Studienordnungen bzw. Prüfungsordnungen sehen im Allgemeinen keine Sonderregelungen für studierende Eltern vor. Als Grund für das Verschieben von Prüfungsterminen kommen lediglich ärztliche Atteste für die Studentin bzw. den Studenten oder auch für das Kind in Frage.
Über Sonderregelungen oder Prüfungsverschiebungen entscheiden die Mitarbeiter des Prüfungsamtes Ihrer Hochschule im Einzelfall. Basis der Entscheidungen ist die Prüfungsordnung. In der Praxis zeigt sich aber, dass die Mitarbeiter einen gewissen Ermessensspielraum haben. Studieren Sie im Bereich der Geisteswissenschaften oder Sozialwissenschaften und müssen eine mündliche Einzelprüfung ablegen, hat auch der Prüfer ein Mitspracherecht bei der Terminfestsetzung. So kann ein Professor eine Prüfung bei eigenen „Terminschwierigkeiten“ verlegen.

Ein Sonderfall bei Prüfungsterminen sind die Abgabetermine der Diplomarbeit, Bachelorarbeit oder anderer schriftlicher Abschlussarbeiten. Hier stehen in den Prüfungsordnungen deutscher Universitäten zum Teil schwammige Definitionen, was die Möglichkeit der Fristverlängerung angeht. Es ist dabei teilweise von einem „Vorliegen wichtiger Gründe“ und anderen Begrifflichkeiten die Rede, die einen großen Ermessensspielraum bei der Prüfung des Einzelfalles durch einen Mitarbeiter des Prüfungsamtes bieten. Die Studenten wissen meist gar nicht, dass es diesen Ermessensspielraum gibt. So ist es an vielen Unis üblich, dass Studenten bei Vorlage eines ärztlichen Attestes eine Fristverlängerung von maximal 14 Tagen bekommen. Es werden aber regelmäßig auch andere Gründe für eine Fristverlängerung von Prüfungsämtern anerkannt: z.B. Schwangerschaft, Stillzeiten, Tod eines Elternteils, Scheidungen oder umfangreiche Veränderungen in der Betreuungssituation von Kindern.

 

Weitere Informationen rund um dieses Thema finden Sie unter den hier aufgeführten Links.

http://www.campus-kinder.de/

http://www.bafoeg-aktuell.de/studium/studieren-mit-kind/

http://www.bundesstiftung-mutter-und-kind.de/

http://www.studentenkind.de/

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte bestätigen Sie, dass Sie keine Maschine sind, indem Sie die Rechenaufgabe lösen. Nähere Informationen.