Teams erfolgreich führen

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Die Übergabe der Leitung eines Teams an junge Nachwuchskräfte ist ein bewährtes Mittel in Unternehmen. Es stellt eine Art Test dar, in dem sie ihre Fähigkeit zur Führung und ihre Soft Skills beweisen sollen und sich so für höhere Führungsaufgaben qualifizieren. Wenn Ihr Vorgesetzter Ihnen die Leitung eines Arbeitsteams anbietet, sollten Sie gut vorbereitet sein.

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Teams werden in der Regel aus Mitarbeitern mit unterschiedlichen Kompetenzen und Kenntnissen zusammengesetzt. Dadurch treffen viele verschiedene Ansichten, Interessen und Wertevorstellungen zusammen, die der Teamleiter effizient und zugleich einfühlsam koordinieren muss, um die Arbeitsziele zu erreichen. Erfolgreiche Teams lassen sich an ihrem guten Arbeitsklima, einem starken Zusammenhalt, der Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung, einem hohen Engagement und sehr guter Kommunikation erkennen. Dafür ist jedoch eine ziel- und mitarbeiterorientierte Führung notwendig, die eine klare Zielsetzung vorgibt und ein konstruktives Konfliktmanagement betreibt.

Auch wenn Sie wahrscheinlich noch jünger und möglicherweise unerfahrener sind, als Ihre Mitarbeiter, haben Sie als Teamleiter eine besondere Rolle. Sie tragen die Verantwortung nach außen, sind Repräsentant, müssen Teamentscheidungen vertreten und rechtfertigen und sind oft die Zielscheibe bei Misserfolgen. Dennoch sind Sie nach innen auch Mitglied des Teams und müssen hier andere Bedürfnisse befriedigen können: Sie sind für das Wohlbefinden der Mitarbeiter, das Arbeitsklima und den Umgang untereinander verantwortlich. Sie besitzen eine beratende Funktion und müssen die Aktionen Ihrer Mitarbeiter einschätzen und fördern bzw. gegebenenfalls unterbinden. Um sowohl nach außen als auch nach innen souverän auftreten zu können, müssen Sie die richtige Balance in Ihrer Rolle finden.

Für eine optimale Teamleitung sollten Sie zum Beispiel typische Fehler vermeiden:

  • Die Führung geht zu stark auf Distanz: Sie sind ebenfalls ein Teil des Teams. Bringen Sie sich genauso in die Arbeit ein, heben Sie sich jedoch nicht zu sehr über Ihre Kollegen hinaus!
  • Verantwortung wird zu wenig delegiert und zugelassen: Geben Sie Ihren Kollegen die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen um ein Gleichgewicht im Team herzustellen. Überlassen Sie zum Beispiel die Moderation einem anderen Mitglied.
  • Erfolge werden zu früh erwartet: Ist ein Team mittel- oder langfristig angesetzt müssen Sie ihm entsprechend Zeit geben, Lösungen und Ergebnisse zu erarbeiten.
  • Es besteht ein Mangel an methodischem Vorgehen und Unterstützung: Geben Sie Ihrem Team klare Informationen über Ziele, Zeitplan und die allgemeine Koordination.

 

Neben diesen Fehlern ist das Wissen um die Entwicklungsphasen eines Teams unerlässlich. In der Regel durchläuft jedes Team vier Phasen. Wenn Sie wissen, in welcher Phase sich Ihr Team gerade befindet, fällt es Ihnen leichter, den Bedürfnissen gerecht zu werden und das Arbeitsklima und die Produktivität zu verbessern.

  1. Forming: In dieser ersten Phase lernen sich die Mitarbeiter gegenseitig kennen. Viele sind noch zurückhaltend und versuchen die anderen einzuschätzen. Zu diesem Zeitpunkt werden auch Ziele, Aufgaben und Vorgehensweisen definiert.
  2. Storming: Nach den anfänglichen Fortschritten lässt sich fast immer eine Stagnation im Team beobachten, die zu Unruhen in Form von Macht- und Positionskämpfen, Konflikten und Abkapselung einzelner Mitarbeiter führt. Hier ist der Teamleiter besonders gefordert. Er muss auf die Bedürfnisse der einzelnen eingehen, Konflikte beheben und neue vermeiden und gleichzeitig das Ziel des Teams im Blick behalten. Achten Sie darauf, sich nicht selbst von der Frustration Ihrer Kollegen anstecken zu lassen und behalten Sie den Überblick. Ziehen Sie lieber einen Teamcoach zu Rate, bevor sich das Team auf Grund von Konflikten auflöst!
  3. Norming: Ist die Harmonie nach der Storming-Phase wieder hergestellt, festigen sich nun Regeln und Umgangsformen sowie Prozesse im Team. Achten Sie als Leitung darauf, dass die selbst festgesetzten Spielregeln auch eingehalten werden.
  4. Performing: Schließlich läuft in der letzten Phase das Team zu Bestleistung auf und die Mitarbeiter bringen sich aktiv ein und übernehmen Verantwortung. Nun steht der erfolgreichen Teamarbeit nichts mehr im Wege.

 

Viel Erfolg bei der Leitung Ihres ersten Teams!

 

Weitere Tipps zum Thema Teamleitung finden Sie hier:

Rainer Niermeyer: Teams führen. Freiburg, München: Haufe 2016.

Thorsten Reichert: Projektmanagement – inkl. Arbeitshilfen online. Freiburg, München: Haufe 2015.

Franz Fendel, Dorothée Fendel, Benedikt Fendel: Die Kunst des Zusammenarbeitens. Freiburg, München: Haufe 2014.

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