Vollzeit-Jobben in den Semesterferien

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Die Semesterferien stehen an, aber das eigene Konto ist leer? Viele Studierenden nutzen die vorlesungsfreie Zeit daher um für ein paar Wochen einer Vollzeitbeschäftigung nachzugehen. Allerdings gibt es sozialversicherungs- und steuerrechtliche Aspekte, die dabei beachtet werden sollten. Wir haben hier die wichtigsten Hinweise für Sie gesammelt.

 

 

Sozialversicherungsfreiheit

Studierende müssen grundsätzlich bei Anstellungen in den Semesterferien keine Beiträge zur Sozialversicherung leisten, unabhängig von der Höhe des Einkommens und der Arbeitszeit. Das gilt nur, solange es sich um eine geringfügige Beschäftigung (geringfügig entlohnt oder kurzfristig) (vgl. §8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV) handelt.

Achtung: Ein Urlaubssemester entspricht nicht den Semesterferien (bzw. der vorlesungsfreien Zeit), hier müssen Abgaben geleistet werden.

 

Vollzeitarbeit

Möchte ein Studierender Vollzeit arbeiten, so muss die Beschäftigung im Rahmen eines Vertrages oder nach Art der Beschäftigung zeitlich festgelegt sein. Er darf maximal drei Monate bzw. 70 Arbeitstage im Kalenderjahr einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen. Zudem darf die Beschäftigung nicht berufsmäßig ausgeübt werden, was der Fall wäre, wenn über mehr als 26 Wochen oder 182 Kalendertage eine Wochenarbeitszeit von 20 Stunden überschritten würde.

Wird während des Semesters (also der Vorlesungszeit) ein Mini-Job mit bis zu 450 € pro Monat (geringfügig entlohnte Beschäftigung) ausgeübt, so wird dies nicht auf die Beschäftigung in den Ferien aufgerechnet. Ist der Studierende jedoch bei verschiedenen Arbeitgebern während der Semesterferien angestellt, wird das Einkommen zusammengerechnet.

Wer BAföG bezieht sollte darauf achten, nicht über einen Betrag von 4.880 € (ca. 406 € pro Monat) im Bewilligungszeitraum (nicht Kalenderjahr!) zu kommen, sonst hat dies Auswirkungen auf die Höhe des Förderbetrags.

Für die Bewilligungszeiträume ab dem 01. August bzw. 01. Oktober 2016 liegt die Grenze bei 5.400 € (450 € pro Monat), da sie der Geringfügigkeitsgrenze von Mini-Jobs angepasst wurde.

 

Steuern

Der Grundfreibetrag für Studierende beträgt 8.652 € (2016). Solange das Arbeitsentgelt (abzüglich der Arbeitnehmer-Pauschale und der Vorsorge-Pauschale) diesen Betrag nicht überschreitet, kann man gezahlte Lohnsteuer über eine Einkommenssteuerveranlagung zurückerstattet bekommen. Somit entsteht für den Studierenden keine Steuerbelastung.

Alternativ kann man die Pauschalbesteuerung von 25% (zzgl. des Solidaritätszuschlags und eventuell der Kirchensteuer) wählen.

 

Versicherung

Vor der Aufnahme einer Beschäftigung muss die Krankenkasse immer informiert werden.

Studierende müssen immer gesetzlich oder privat versichert sein. Bis zum 25. Lebensjahr erfolgt dies in der Regel über eine Familienversicherung mit den Eltern. Übersteigt das monatliche Gehalt jedoch 415 €, setzt die Familienversicherung aus. Nähere Details erfahren Sie hier von Ihrer Krankenkasse.

Im Rahmen einer kurzfristigen Beschäftigung (Arbeitsverhältnis dauert max. drei Monate oder 70 Arbeitstage und das Gehalt übersteigt nicht 450 €) ist man als Studierender rentenversicherungsfrei.

 

Mindestlohn

Auch bei einer Arbeit in den Semesterferien steht einem Studierenden der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 € zu.

 

 

Weitere Tipps und Hinweise finden Sie hier:

 

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