Vom Studium in den Beruf: der richtige Übergang

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

Tags: , , , ,

Ihr Studium neigt sich dem Ende zu und Sie sind bereits dabei sich zu bewerben? Was aber, wenn es mit dem Job nicht gleich klappt? Je nach Studiengang kann es bis zu 6 Monaten dauern, um den Sprung in die Arbeitswelt zu schaffen.

Für viele ist nicht die Lücke im Lebenslauf problematisch, sondern die Finanzierung der Unterhaltskosten. Bei vielen Absolventen fallen BAföG-Zahlungen weg, man verliert den Studentenstatus und muss auf einmal mehr Kosten stemmen.

Was nun? Wir haben für Sie verschiedene Möglichkeiten betrachtet:

Praktikum:

In der Regel dauert es mehrere Wochen, bis das Abschlusszeugnis von der Universität ausgestellt wird. Warten Sie nicht, bis es fertig ist! Bewerben Sie sich entweder mit einem vorläufigen Notenausdruck (was Ihnen in der Regel keine Benachteiligung im Bewerbungsprozess einbringt) oder füllen Sie die Lücke, indem Sie ein Praktikum machen. Nutzen Sie zum Beispiel die Chance, noch ein wenig Erfahrung zu sammeln oder noch einmal für ein paar Monate ins Ausland zu gehen.

Der Nachteil ist hier jedoch, dass die Bezahlung oft sehr schlecht ist und es seit der Einführung des Mindestlohns nicht mehr so einfach ist, einen längeren, gut bezahlten Praktikumsplatz zu bekommen.

Zeitarbeit:

Eine Alternative zum Praktikum ist die Arbeit bei einer Zeitarbeitsfirma. Hier sind auf Grund der erhöhten Flexibilisierung auf dem Arbeitsmarkt zunehmend auch gut ausgebildete Akademiker gefragt, besonders aus den Bereichen Informatik, Ingenieurwesen und Wirtschaftswissenschaften.

Das Zeitarbeitsprinzip ist einfach: Mit einem unbefristeten Vertrag ist man bei einem Personaldienstleister festangestellt. Dieser „leiht“ den Arbeitnehmer dann an Unternehmen „aus“, die gerade personelle Engpässe haben. Als Absolvent kann man so recht unkompliziert verschiedene Bereiche und Unternehmen kennen lernen und sein Netzwerk und seine Kenntnisse erweitern.

Der schlechte Ruf von Zeitarbeitsfirmen in Bezug auf das Arbeitsrecht wird Ihnen mittlerweile nicht mehr gerecht: Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) sichert die Rechte der Arbeitnehmer und gibt eine Bindung der Unternehmen an tarifliche Bestimmungen vor. Wer hier arbeitet hat also dieselben Rechte, wie Festangestellte in anderen Unternehmen.

Arbeitslosengeld II:

Falls weder ein Praktikum noch Zeitarbeit die richtige Lösung darstellen, sollte man sich arbeitslos melden. So kann man das Arbeitslosengeld II (ALG II, auch Hartz IV genannt) beantragen.

Absolventen haben einen Anspruch von 359 € pro Monat plus Miete, Heiz- und Nebenkosten, sowie den Beitrag zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Damit ist ein Grundauskommen gesichert und man kann sich auf die Jobsuche konzentrieren. Allerdings gibt es Sonderregelungen: Wer zum Beispiel unter 25 Jahre alt ist und bei seinen Eltern lebt, erhält einen verminderten Satz von 278 Euro. Ebenso wer mit einem (Ehe-) Partner zusammenlebt.

Da die Arbeitsagentur darauf bedacht ist, Menschen Arbeit zu vermitteln, kann es vorkommen, dass arbeitslose Hochschulabsolventen Mini-Jobs annehmen müssen. Hartz-IV-Empfänger dürfen diese Angebote nicht ablehnen, auch wenn der Minijob nicht dem Berufswunsch bzw. der Qualifikation entsprechen sollte.

Erneute Immatrikulation:

Ein gängiges Vorgehen unter Absolventen ist es, sich noch einmal für ein ähnliches Fach einzuschreiben – ohne jedoch die Vorlesungen zu besuchen oder Prüfungen abzulegen. Solche Studenten nennt man „Scheinstudierende“. So kann man weiterhin den Studentenstatus genießen und z. B. als Werkstudent arbeiten. Bei der Versicherung bleibt man im Studententarif bzw. der Familienversicherung und kann verschiedene Angebote, wie zum Beispiel das Semesterticket, weiterhin nutzen.

Das scheint an sich sehr angenehm: Man nutzt alle Vorteile eines Studierenden ohne tatsächlich zu studieren. Doch ist hier Vorsicht geboten: Eine Immatrikulation ohne tatsächlich zu studieren ist Sozialmissbrauch und kann geahndet werden. Scheinstudenten erhalten wie alle Studenten in Form von kostenlosem Hochschulzugang Unterstützung, die von der Gesellschaft finanziert wird. Sie erbringen jedoch keine Leistung und nehmen zudem anderen, die tatsächlich studieren möchten, die Plätze weg!

Was letztendlich der richtige Weg ist, muss jeder für sich entscheiden. Das wichtigste ist, auch trotz finanziellen Engpässen und Absagen auf Bewerbungen, die Motivation nicht sinken zu lassen.

Weiter Tipps und Informationen finden Sie hier:

Doris Brenner: Karrierestart nach dem Studium – inkl. Arbeitshilfen online. Freiburg, München: Haufe 2015.

Reinhold Stritzelberger: Selbstmotivation. Wie Sie dauerhaft Leistungsfähig bleiben. Freiburg, München: Haufe 2015.

Hartmut Lüerßen, Thomas Lünendonk: Handbuch Zeitarbeit und Personaldienstleistungen 2014 – inkl. Arbeitshilfen online. Freiburg, München: Haufe 2014.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte bestätigen Sie, dass Sie keine Maschine sind, indem Sie die Rechenaufgabe lösen. Nähere Informationen.