Was genau ist eigentlich eine Traineestelle?

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Meeting mit drei Personen

Trainee ist eine noch relativ neue Ausbildungsbezeichnung. So mancher Berufsneueinsteiger fragt sich deshalb, was genau sich hinter dieser Bezeichnung verbirgt. Dabei kommt es von Firma zu Firma zu Unterschieden in den Lehrinhalten und der Vergütung. Gewisse Orientierungsgrundsätze gelten jedoch für alle angebotenen Traineestellen.

 

 

Für wen und in welchen Branchen sind Trainees gefragt?

Traineeprogramme werden für Hochschulabsolventen aus den verschiedensten Bereichen angeboten. Momentan liegen die Traineeeinstellungsquoten für Bachelor-Absolventen dabei nur bei zwölf Prozent. Firmen wollen bis jetzt oft noch Master-Absolventen. Eine Trendwende hin auch zu Bachelor-Absolventen ist jedoch in Gange.

Bisher gibt es keine präzise staatlich vorgegebene Begriffsdefinition für eine Traineestelle. Eine gewisse Vorstellung ist meist allerdings schon mit dem Begriff verknüpft. Neben dem Hochschulabsolventenkriterium, welches ausschließt, dass es sich um eine reine Lehrstelle handelt, sollte das Traineeprogramm kein praktikumsartiges Gebilde sein. Vor allem das Gehalt sollte um einiges höher sein als bei einem Praktikum. Außerdem sollte eine seriöse Traineeausbildung eindeutig eine Übernahmechance für den Absolventen in Aussicht stellen. Klar abzugrenzen ist das Traineeprogramm von einem Direkteinstieg ins Unternehmen, da im Förderprogramm deutlich mehr ausbildungsähnliche Komponenten enthalten sind.

Die Trainees kommen in großen Konzernen oder mittelständischen Unternehmen zum Einsatz. Sie werden dort entweder auf spezielle Aufgaben vorbereitet oder sogar direkt auf eine bestimmte Führungsposition im gewählten Unternehmen.

Eine besondere Tradition haben Traineestellen bei Banken und den auf Finanzen ausgerichteten Bereichen in anderen Branchen. Eine aktuelle Kienbaum-Studie vermerkt, dass mehr als drei Viertel der Unternehmen in diesem kaufmännischen Bereich Traineestellen anbieten. Aber auch technisch-orientierte Berufe, wie Ingenieur- und Maschinenbauwesen entwickeln momentan nach und nach solche Traineestellen.

 

Formen der Traineeprogramme

Die Traineeprogramme gibt es mit verschiedenen Aufbauformen und unterschiedlicher Zielsetzung:

  1. Die Jobeinsteiger durchlaufen ein klassisches Traineeprogramm, werden dabei in verschiedenen Abteilungen und Projekten eingesetzt und können so das ganze Unternehmen kennenlernen. Während dieser Zeit können sie schnell erkennen, in welchem Bereich sich die besten Karrierechancen für sie auftun.
  2. Aufgrund ihrer fachlichen Expertise erhalten die Jobeinsteiger die Möglichkeit, ein spezielles Fachtraineeprogramm zu durchlaufen. Von Anfang an steht hier fest, wohin der Weg führt. Dementsprechend werden die einzelnen Lernstationen im Unternehmen ausgewählt. Zusätzlich besuchen die Trainees ausgewählte Seminare und betreiben Networking, das ihnen in ihrem Übernahmebereich von Vorteil sein kann.
  3. Die Jobeinsteiger werden zum Führungskräftenachwuchs ausgebildet. Für diese Programme sind die Auswahlkriterien der Unternehmen in der Regel sehr hoch.

 

Alle Formen müssen jedoch für den Neueinsteiger Einblicke ins gewählte Unternehmen gewähren. Andersherum erhalten die Führungskräfte und Fachabteilungen des Unternehmens einen Einblick in die Eignung und das Arbeitsverhalten ihres Trainees. Engagement des Berufseinsteigers ist also unabdingbar!

 

Dauer und Gehalt

Traineeangebote erstrecken sich oft über einen Zeitraum zwischen sechs und 36 Monaten. Wobei mehr als ein Drittel der Unternehmen ein 18-monatiges Traineeprogramm anbieten. Weitere 30 Prozent bilden ihre Trainees schon in zwölf Monaten aus.

Beim Gehalt sind die Unterschiede stark branchenabhängig. Gut zahlen meist die Automobilbranche oder die kaufmännisch orientierten Unternehmen. Die Automobilbranche beispielsweise vergütet oftmals mit mehr als 40.000 Euro im Jahr. Große Einzelhandelsketten wie z.B. Lidl zahlen ihren Trainees bis zu 63.000 Euro im Jahr, plus Extras wie dem eigenen Firmenwagen. Andere Branchen zahlen wesentlich schlechter: Hotel und Gastronomie oder auch Verlage setzen rund die Hälfte an Gehalt an. Kleiner Agenturen aus der Medienbranche geben auch manchmal nur Gehälter in Höhe von 15.000 Euro aus. Darüber hinaus wirkt wie bei jedem Berufseinstieg auch die persönliche Qualifikation des Trainees mit auf die Vergütung im individuellen Fall. Schlussendlich steigt auch je nach Größe des Unternehmens dementsprechend die Vergütung. Auf jeden Fall sollte ein angehender Trainee darauf achten keinen anspruchsvolleren 400 Euro Job anzunehmen.

Kommentare

  • Antonia sagt:

    Ich finde die ganze Trainee Thematik total interessant, aber mir fehlt ein wenig die Transparenz auf dem Markt. Vor allem weil ein Trainee-Programm keine Standards erfüllen muss. Im Grunde genommen kann doch jedes Unternehmen solche Trainee Stellen ausschreiben.

    Aber wie läuft das im Endeffekt? Sind meine Berufschancen dann besser, wenn ich ein Trainee Programm durchlaufe und eben nicht vom Unternehmen übernommen werde? Hat dann nicht Unternehmen B den Eindruck, dass ich dort schon outgesourced worden bin und wird mich dann erst gar nicht einstellen?

    Wie ist das, wenn man beispielsweise 2 oder 3 Trainee Programme durchlaufen würde? Ist das überhaupt möglich?

    Meiner Meinung nach ist das alles gerade noch sehr undurchsichtig und es sollte viel mehr nach außen hin publik gemacht werden, was den letztlich die Chancen oder besser gesagt, Vor- und Nachteile eines solchen Programms sind.

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