Was ist eigentlich ein Gordischer Knoten?

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Gordischer Knoten; Quelle: Photos.com

Sicher haben Sie bei der ein oder anderen Prüfung schon einmal eine gestellte Aufgabe als Gordischen Knoten empfunden. Wir verraten Ihnen, woher der Ausdruck ursprünglich stammt:

Manchmal haben scheinbar schwierige Probleme eine einfache Lösung. So zum Beispiel im Jahr 333 v. Chr., als am Hof des verstorbenen phrygischen Königs Gordios ein Ochsenkarren aufgestellt war, an dem die Götter einen kunstvoll verschlungenen Knoten angebracht hatten. Ein Orakelspruch besagte, dass derjenige, der den Knoten zu lösen vermochte, der neue Herrscher von Kleinasien werden sollte. Nachdem sich viele starke und weise Männer vergeblich an der verzwickten Aufgabe versucht hatten, war es schließlich Alexander der Große, der eine überraschend einfache Lösung fand. Er nahm sein Schwert und schlug den Knoten durch. Tatsächlich wurde Alexander danach König von Kleinasien und obendrein zu einem der bedeutendsten Herrscher der Antike. Sein in wenigen Jahrzehnten erobertes Imperium umfasste am Ende nahezu die gesamte damals bekannte Welt und begründete die Ära des Hellenismus. Es ging als eines von drei antiken Weltreichen in die Geschichte ein.

Natürlich ist die Erzählung um den gordischen Knoten nur eine Legende. Vermutlich soll sie die Herrschaft Alexanders legitimieren, der aus dem wenig bedeutenden Makedonien stammte und für viele Griechen kaum akzeptabel gewesen sein dürfte. Unabhängig davon ist die Bezeichnung „Gordischer Knoten“ bis heute als geflügeltes Wort erhalten geblieben. Wer ein schwieriges Problem auf überraschend einfache Weise löst, kann sich rühmen, einen solchen zerschlagen zu haben.
In der Politik gilt beispielsweise seit einigen Jahren der deutsche Föderalismus als Gordischer Knoten. Zu viele Bundesländer, ungünstig aufgeteilte Kompetenzen und zu viel Zwang zum Konsens wirken längst wie ein nicht mehr entwirrbares
Seil. Leider ist es bisher noch nicht gelungen, diesen Knoten zu zerschlagen.

Als Metapher ist der Gordische Knoten eng mit dem Ariadnefaden verwandt. Letzterer steht für ein hilfreiches Werkzeug, während das Zerschlagen des Gordischen Knotens eine hilfreiche Idee symbolisiert. Als Redewendung für Manager ist der Gordische Knoten allemal äußerst nützlich. Wenn Ihnen beispielsweise das sprichwörtliche „Ei des Kolumbus“ (das übrigens nicht wirklich auf Kolumbus zurückgeht) zu banal oder unpassend erscheint, dann sollten Sie den Gordischen Knoten verbal einsetzen. An komplizierten Problemen, die einer Zerschlagung bedürfen, wird es in Ihrem Alltag vermutlich nicht mangeln.

Kommentare

  • Horst Lehmann sagt:

    Der Knoten ist ganz einfach.Der Gordische Knoten.

  • hamilo17 sagt:

    Für mich ist es logisch !!!

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