Why we love HR? Eine Antwort von Dr. Ewa Jonkisz, Managerin HR-Strategie bei der persOrange GmbH

Veröffentlicht am von Haufe eCampus Redaktion

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Ewa Jonkisz

„Why we love HR“: Unter diesem Motto erklären Mitglieder des Forums „HR Young Professionals“ der Selbst-GmbH, warum sie im HR-Bereich arbeiten und welche Erfahrungen sie dabei machen. Dieses Mal erklärt Dr. Ewa Jonkisz, Managerin HR-Strategie bei der persOrange GmbH, warum sie so gerne mit „unvorhersagbaren Elementen“ arbeitet.

Die letzte Finanzkrise hat es uns erneut vor Augen geführt: Das wirtschaftliche Geschehen ist nicht rational. Der Erfolg oder der Niedergang eines Unternehmens hängt nicht von der Technik, der Marketingstrategie und den anderen „objektiven“ Faktoren, als vielmehr von den Motiven, den Überzeugungen und der Entscheidungsgüte handelnder Individuen ab. Nach Akerloff und Shiller sind es diese Animal Spirits, die das tägliche Geschehen lenken.

Was haben diese allgemeinen Aussagen mit Human Resources gemeinsam?

Der Mensch ist ein zum größten Teil unvorhersagbares Element in der Politik, in der Wirtschaft und in jedem einzelnen Unternehmen. Dieses vermeintlich unberechenbare Element in einer Organisation zum unternehmerisch zweckmäßigen Handeln zu bewegen ohne ihm dabei Handlungsoptionen und die Eigenverantwortung abzusprechen, sind meine persönlichen Beweggründe für die Wahl des HR-Bereiches in meinem Berufsleben.

Über die allgemein bekannten Aufgaben der Personalwirtschaft hinaus haben Personalverantwortliche eine Reihe von weiteren, relevanten Funktionen im Unternehmen. Welche von diesen Rollen sind für mich persönlich wichtig?

Zum einen fungiert ein gut aufgestellter HR-Bereich als Übersetzer vom wirtschaftlichen und politischen Geschehen in eine Unternehmens- und Personalstrategie. Daraus abgeleitet passt er kontinuierliche die unternehmensinterne Personalprozesse an die neuen Gegebenheiten an. Aktuelle Themen sind beispielsweise der Einfluss der Bologna-Reform auf die Rekrutierungs- und Weiterbildungsprozesse und die Konsequenzen des Social Media-Einsatzes auf das Verhalten der Führungskräfte.

Zum anderen sind HR-Mitarbeiter Vermittler zwischen der Belegschaft und der Unternehmensleitung. Sie beherrschen das vermeintlich „softe“ Vokabular und können zum Beispiel Transformationsprozesse steuern. Im Unternehmensalltag erkennen sie Zeichen wie Absentismus oder verstärkte Fluktuation bei bestimmten Mitarbeitergruppen und können daraus passende Maßnahmen ableiten.

Darüber hinaus sind die HR-Mitarbeiter Organisationsdesigner. Zu den klassischen Aufgaben gehören zum Beispiel hier sowohl eine adäquate Abbildung von Produktionsprozessen in Unternehmensstrukturen als auch eine Bewertung von Chancen und Risiken bei Standortverlagerungen.

Zugegeben, nicht in jedem Unternehmen erfüllt der Personalbereich die eben aufgeführten Aufgaben im ausreichenden Maße. Auch befindet sich die Funktion insgesamt aktuell in einer Umbruchs- und Neudefinitionsphase. Umso spannender ist für mich gerade jetzt die Arbeit in Human Ressources, denn gerade jetzt gibt es die Chance, den Wandel aktiv zu gestalten und die neue Rolle von HR nachhaltig zu prägen.

Autorin: Dr. Ewa Jonkisz, Managerin HR-Strategie bei der persOrange GmbH

 

>> Serie „Why we love HR!“: Lesen Sie hier die weiteren Beiträge der Mitglieder des Forums „Young Professionals“ der Selbst-GmbH.

 

Kommentare

  • Marc sagt:

    Ein wirklich schönes, sehr reflektiertes Plädoyer für anspruchsvolles, vielschichtiges und weitsichtiges HR-Management! Zitat: „Das wirtschaftliche Geschehen ist nicht rational.“ – Starkes, tolles Statement!

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